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Donnerstag, 30. Juli 2015

Auf der Suche nach dem Glück - Teil 3: Das Glück der Anderen

Im letzen Posting schrieb ich von Fragen die ich verschiedenen Freunden und Bekannten zukommen ließ. Heute stelle ich zwei dieser Beantwortungen vor. Zwei liebe Freundinnen standen mir Rede und Antwort zu den folgenden Fragen ihr Glück betreffend:

  1. Was hat dich heute glücklich gemacht?
  2. Welche Menschen sind dir wichtig/wer macht dich glücklich?
  3. Wann warst du das letzte Mal unglücklich und warum?
  4. Was hat dir dabei geholfen wieder fröhlicher/glücklicher zu sein?
  5. Kannst du von dir sagen, dass du ein glücklicher Mensch bist? Warum?
  6. Was ist deine persönliche Definition von Glück“


R. antwortete:

Zu 1. Als meine Jungs (3 1/2 Jahre und 1 Jahr) sich heute ihr Essen gemeinsam geteilt und sich beide darüber laut gefreut und angelacht haben. Sie hatten sichtlich Spaß zu zweit zu essen und sich gegenseitig zu füttern. Dieser Moment hat mich heute ganz besonders glücklich gemacht, denn die Eifersucht war  vergessen und ich habe gedacht: "Ja, Du hast wohl doch alles zwischen den beiden Richtig gemacht." 
Es ist unbeschreiblich schön zu sehen, dass sich die beiden  auch sehr gut verstehen können. Ich muss noch etwas ergänzen, denn während ich hier schreibe habe ich Nachricht von meiner Familie aus Syrien erhalten. Ja, jetzt bin ich unendlich glücklich.   
 Zu 2. Meine Familie und Freunde, aber auch Hilfsbedürftige. Mich macht es  glücklich, wenn ich jemanden helfen konnte (es können auch mir völlig Fremde sein) und dafür ein kleines Lächeln bekomme. 
 Zu 3 und zu 4. Vorgestern war ich ziemlich unglücklich, weil ich mich nicht mehr beherrschen konnte und völlig ausgeflippt bin. Mich hat es tief getroffen und auch sehr erschreckt, dass mich mein Ältester (3 1/2Jahre) so auf die Palme bringen konnte, dass ich mich für einen Monent ganz vergessen habe. Ich war und  bin inmer noch über meine Reaktion sehr unglücklich. Was mir aber geholfen hat, ist das Gespräch mit Freunden und vor allem die Reaktion meines Mannes, der sehr verständnisvoll ist und mich einfach in den Arm genommen hat.   
Zu 5. Ja, ich bin ein glücklicher Mensch! Denn ich habe einen liebevollen Mann, zwei gesunde Kinder, Habe viele liebe Menschen um mich herum, meinen Eltern, Brüdern und meiner restlichen Familie geht es gut. Ich habe tolle Freunde und lebe in Freiheit und Frieden und kann mich über das Leben freuen. Und ich bekomme jeden Tag von meinem Sohn mindestens eine Blume geschenkt    
Zu 6. Glück ist, wenn man anderen eine Freude machen und sich selbst über Kleinigkeiten freuen kann. Wenn Dich keiner und nichts glücklich macht, dann liegt es daran, dass Du niemanden glücklich machst. Denn das Glück liegt oft nur in einer kleinen Geste - einem Lächeln.

Assunta antwortete:
 
  1. Ein Eiscafé mit viel Sahne
  2. Meine Kinder sind mir sehr wichtig und meine Freunde machen mich glücklich.
  3. Im meinem Leben gibt es immer Momente, in dem ich unglücklich bin. Aber wenn ich nach den Grund suche, finde ich keinen….allgemeine Unzufriedenheit.
  4. Das Sprechen mit meiner besten Freundin…sie ist Balsam für meine Seele.
  5. Von außen gesehen, sollte ich ein glücklicher Mensch sein, aber ich bin es nicht….warum??? Es wäre schön das zu wissen…
  6. Ich glaube Glück kann man nicht definieren. Es ist ein Augenblick, eine Situation…oder nur das Bewusstsein, dass jeder Tag, der anfängt voller toller Überraschungen sein kann…

Liebe R., liebe Assunta, vielen Dank für die sehr ehrlichen und schönen Antworten. Ich bin sehr froh euch beide kennengelernt zu haben. Das sage ich euch, fürchte ich, viel zu selten. Fühlt euch gedrückt.



Mittwoch, 29. Juli 2015

Auf der Suche nach dem Glück - Teil 3: Das Glück der Anderen

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Im Rahmen meiner Suche nach dem Glück erscheint es mir wichtig und interessant verschieden Ansichten zu hören, zu durchforsten um eventuell bereits hier das Eine oder Andere "abzugreifen". Kurz gesagt: Dem Glück näher kommen indem ich das Glück anderer sichtbar mache - sei es für mich selbst oder wiederum für andere Menschen. 
Ich gab in den letzten Tagen einen kleinen Fragebogen an verschiedene Freunde und Bekannte heraus. Die Resonanz war erfreulich und so häufen sich die Rückmeldungen. Jede für sich genommen ist interessant zu lesen, denn hinter allen Antworten steckt so viel Individualität. Alle gesammelten Antworten erscheinen ab sofort regelmäßig in Teil 3 meiner Glücks-Suche.
Den Anfang macht ein ganz wunderbarer Text eines Freundes.
Lieber P., wie bereits gesagt: Es war eine Freude es zu lesen und du hast mich definitiv dein persönliches Glück spüren lassen. Danke dafür! (Und einen schönen Urlaub):


Liebe Angela,  es ist schon ein bisschen her, dass ich mich mal mit "Glück" auseinandergesetzt habe. Im Ethik-Unterricht haben wir damals das typische Stück von kategorischem Imperativ vs. Utilitarismus durchexerziert. Meine Antworten sind aber viel einfacher als diese philosophischen Traktate: Glücklich macht mich meine Familie, die ich gestern wie ein Hühnerhaufen kichernd und gackernd vorfand, als ich nach Hause kam. Unglücklich bin ich nur, wenn meine Frau mal wieder nächtelang nicht richtig geschlafen hat, das nimmt mich auch immer etwas mit. Ich bin ein glücklicher Mensch, weil ich die Gelegeheit habe, viel zu sehen und auszuprobieren; weil ich nicht allein bin; und weil ich Freunde habe, die dasselbe wollen wie ich. Ein Glück wäre es, verliefe das Leben nach dem Motto: Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen. Persönliches Glück ist, wenn man sich mit anderen Menschen dafür stark macht; eine glückliche Gesellschaft gibt es aber erst, wenn wir der Armut, Hoffnungslosigkeit und Kriegen ein Ende bereitet haben. Brecht schreibt vom Glück des Gebens; ich sehe das genauso.

Dienstag, 28. Juli 2015

Auf der Suche nach dem Glück - Teil 2: Glück ist einfach Glück

Als Grundschullehrerin kann man ja viele schöne Sachen machen. So zum Beispiel dem Kunstunterricht einen Klecks Philosphie verpassen. So geschehen am vergangenen Freitag. Ziel war es, dass die Schüler ein Kleeblattbild mit Wasserfarben malen. Auf jedem dieser Kleeblätter sollten persönlcueh Glücksvorstellungen verewigt werden. Den Stundeneintieg machte eine Mind Map an der Tafel. Mittig schrieb ich "Glück" an und gab die Kreide an die Kinder ab. Nach anfänglichem Zögern und Schulterzucken bekam das Ganze einen Eigenantrieb und schließlich sprudelte es nur aus ihnen raus. Das Ergebnis (die komplette Tafel war beschrieben, hier nur ein Ausschnitt) sah so aus:
Die Kinder zeigten sich zufrieden mit ihren Ergebnissen und gestalteten anschließend tolle Bilder. Ich selbst fand es sehr interessant was Grundschulkinder mit Glück verbinden.
Am meisten berührte mich allerdings ein Satz, den ein Junge zu mir sagte: Na Frau S., das ist doch alles nicht so kompliziert.  
Glück ist einfach Glück.

Und darüber denke ich immer noch nach...

Mittwoch, 15. Juli 2015

Mittwochs-Post

Ha, ja, den gabs ja mal, den Mittwochs-Post. Öhm... nun ja, wie das eben mit Sachen und Dingen ist, die man sich vornimmt. Irgendwann sind sie dann Sand der sich verläuft. Ich gelobe jetzt auch keine Besserung, denn das wäre ja auch eventuell Selbstbesch....

So, nun denn. Was gibts Neues? Schönes? Lustiges?
Ich arbeite wieder. Juhu.
In zwei gibts Ferien. Juhu (kein Neid oder Mißgunst bitte, Frau Lehrerin arbeitet selbstverständlich die Ferien durch).
Es ist schönes Wetter. Juhu. Bald sinds wieder 38 Grad. Juhu.
Ich habe einen neuen Neurolgen gefunden, der mir zusagt. Juhu.
Ich war in den letzten Tagen sehr fleißig und habe alles wegkorrigiert und die Zeugnisse quasi fertig geschrieben. Juhu.
Missy hat seit heute ein Fahrrad. Juhu juhu juhu.

Meine Schulgeschichten werden vermisst, teilte mir kürzlich ein Leser mit. Hm, da ich ja drei Wochen ausgefallen bin war, gab es da auch nicht so viel zu texten. Amüsant war dann aber heute folgendes:
Vertretungsstunde in Klasse 1, freies Spiel auf dem Hof...
Ja, ihr dürft heute mal draußen spielen. Hopp, alle raus. Ja ihr könnt auch die Spielgeräte mitnehmen. Ja, auch einen Ball. Ja, auch Stelzen. Ja, auch die Waveboards. Ja, auch die Seile. Herjeh, hört ihr mir mal zu. ALLES. Seit wann spielt man mit Rucksäcken? Nein, keine Schirme. Himmel was hast du damit vor? Jetzt alle raus. Du brauchst keine Jacke, es sind fast 30 Grad. OK, wie du meinst.
Alle draußen.
 Ja du kannst die Jacke wieder reinbringen. Der Rucksack bleibt drin!!
Hier, ich habe noch Straßenkreide mitgebracht. Könnt ihr was schönes malen. Oh hübsch. Ja, du kannst wirklich schön malen. Die Jungs? Ja, sie haben auch Kreide. WAS? WO? WER was DAS? Ja es ist Sommer aber trotzdem freuen sich die Strichmännchen über Kleidung. Die sollen was? Schwimmen lernen? Ja das glaube ich auch, deshalb holst du jetzt mal ruck zuck Wasser und lässt sie schwimmen. Blitzmerker, du sollst sie wegwischen. Ja, ist tragisch, hättest du mal besser Schwimmflügel gemalt. Nein nicht noch so ein Männchen malen. Oh, eine Frau... jetzt kommt die Kreide weg.
Ach Schade, es hat geklingelt. :-)



Freitag, 26. Juni 2015

Warten

Heute war ich (mal wieder) beim Arzt und da musste ich das tun, was ich eigentlich immer tun muss seit wir hier in Karlsruhe wohnen (ernsthaft: Früher war das nicht so): Ich musste warten. Eine Stunde lang. Trotz Termin. Passiert mir wirklich bei jedem Arzt hier. Nun ja, deswegen zurück ziehen? Eher nicht.
Mir fiel während der Warterei ein, dass ich irgendwann mal einen Blog Post dazu geschrieben hatte. In meiner frühen Blogger Zeit sozusagen. Und genau dieser erfährt hiermit sein Comeback, denn Warten ist ja schließlich immer noch "in".


Über das "Warten" 

Warten kann viel bedeuten. Warten aufs Christkind kann ja noch ansatzweise Spaß machen. Dieses Warten ist dann aber eher Vorfreude. Wartet man jedoch zum Beispiel auf eine Nachricht, einen Anruf o.ä. kann Warten ein ziemlicher Mist sein.
Ist man eher von der ungeduldigen Sorte Mensch, hat man manchmal keine große Freude. Man wuselt nur noch herum, hat keine Ruhe und die Konzentration verabschiedet sich.
„Sei doch nicht so ungeduldig“ Ja und dann? Dann ist man ruhig, schont die Nerven, ist die Gelassenheit in Person. Das stimmt wohl, aber dadurch wird das Warten auch nicht verkürzt.
Sicher ist Ungeduld nicht immer angebracht. In einer Warteschlange im Supermarkt zum Beispiel. Immer wieder wunderbar anzusehen, wenn Menschen sich beinahe in die Hemdkragen kriechen, nur um schneller an der Reihe zu sein. Oder beim Arzt im Wartezimmer. Hier bringt dann die Ungeduld sehr oft eine weitere Eigenschaft hervor – das Meckern.
Also wohin mit der Ungeduld? Ablenkung! Mit anderen Dingen beschäftigen. Mal ein gutes Buch lesen, einem Hobby nachgehen, raus an die frische Luft. Ja, da fühlt man sich wie ein geduldiger, tugendhafter Mensch. Das ist doch toll… wenn’s klappt…
Aber was wenn sich das gute Buch als noch schlechter als bislang geglaubt entpuppt, das Hobby plötzlich Ergebnisse liefert die selbst ein Kindergartenkind besser hinbekommen hätte und der Spaziergang im lustigen Matsch stattfindet?
Hm…
Neue Lösung? Es gibt keine! Warten ist eben warten. Und warten ohne Meckern, motzen und Nervosität hat ja doch mehr Stil. Deshalb einfach mal einen Kamillentee trinken oder einen Blog-Eintrag schreiben…

Donnerstag, 25. Juni 2015

Cortison suchen und Nebenwirkungen finden

Hurra, ich war dann schlussendlich doch mal wieder auf Droge. Nachdem ich vor zwei Wochen mein rechtes Bein kaum noch anheben, geschweige denn sicher damit laufen konnte, entschied ich mich zum Arztgang. Ging ja so im wahrsten Sinn nicht weiter. Dieser schimpfte erst einmal ordentlich drauf los, weil ich es so lange aufgeschoben habe und verdonnerte mich zu Cortison. War keine Überraschung. Allerdings meinte er im Laufe des Gesprächs dass ich doch mal die Tablettenform ausprobieren solle. Man würde in immer mehr Studien feststellen, dass diese genauso effektiv seien wie die handelsüblichen 3-5 Tage Infusionen. Der Vorteil wäre, dass ich nicht jeden Morgen zu eben jener Infusion antanzen müsse. Die möglichen Nebenwirkungen seien gleich und auch die Verträglichkeit sei prima. Aha, dachte ich mir und ließ mich schließlich zu fünf Tagen Stoßtherapie in Tablettenform überreden. Zur Info: Eine einzelne Infusion entspricht 1000mg Cortison. Die Dauer beträgt 3-5 Tage. 
Tabletten gibt es in der Maximalstärke von 40mg. Um also eine vergleichbare Stoßtherapie von 3 Tagen (3000mg C.) zu erreichen musste ich fünf Tage lang je 12 Tabletten schlucken. Jeder der schon einmal eine solche einnehmen musste wird es verstehen: Bäh.
Aber gut, es ging rum. Die Schubsymptome reduzierten sich erfreulicherweise. Sie sind zwar noch nicht weg, aber da ich zugegebener Maßen alles etwas zu sehr rausgezögert habe wird es ein Weilchen dauern bis alles wieder im Lot ist (wenn überhaupt). 
Würde ich es noch einmal auf diese Art machen? NEIN. 
Warum? Die Nebenwirkungen waren/sind nicht einmal im Ansatz vergleichbar wie bei den Infusionen. Es hat mich dermaßen auf die Nase gelegt, dass ich auch für die kommende Woche noch krankgeschrieben bin.
Warum?
In der Cortisonwoche habe ich nachts so gut wie gar nicht geschlafen und auch tagsüber war ich rast-und ruheloser denn je. Vollkommen überdreht und gar nicht mehr Frau meiner Sinne. Mit dem Absetzen der Tabletten kam es dann ganz dicke. Fieber, Übelkeit, Husten, Schwindel, Schubsymptome. Mit der vollen Überzeugung nun eine Grippe zu haben ging ich zur Hausärztin. Diese gab Entwarnung, mahnte mich allerdings: "Sie sind einfach nur fix und fertig von dem Cortison. Ihr Immunsystem und ihre Nerven liegen blank. Halten sie jetzt Ruhe. Nichts anderes. Nur Ruhe halten. Ich hoffe sie haben den Knall jetzt gehört?"
OK....hab ich. Wirklich. 

Freitag, 5. Juni 2015

Neu (finden)

Seit dem letzten Posting ist wohl ein wenig passiert. Das erwähnte deutliche Gespräch hat mich ordentlich zum Nachdenken gebracht und das war doch immerhin der größte Schritt in meiner bisherigen MS-Historie. Im brutalen Schnelldurchgang habe ich gelernt mich mit der Krankheit abzufinden. Dadurch wurde mir erst mal bewusst dass ich genau das in den 11 (!!) Jahren zuvor nie wirklich geschafft habe. Was hat mich dazu bewogen? Aktuell beispielsweise dass ich mich nicht so gut bewegen kann. Seit Ostern laufe ich je nach Stimungs-und Wetterlage mehr schlecht als recht. Meine rechte Hand krampft und die Handinnenflächen sind meist komplett taub. Die Fatigue (und tatsächlich wird es genau das sein) zwingt mich regelrecht dazu mich oft auszuruhen.
Seit Ostern... eine ganze Weile also schon. Noch vor kurzem hätte ich längst beim Neurologen auf der Matte gestanden mit Schubverdacht. Aber irgendwie ist es anders. Denn ich weiß dass manches eben einfach "da" ist. Das in den früheren Jahren wohl doch schon ein bisschen kaputt gegangen ist. So gehe ich jetzt halt einfach ein wenig langsamer und bedachter. Im wahrsten Sinn des Wortes. Der Gang zum Neurologen sollte man trotzdem nicht scheuen? Aber was soll er schon machen? Klar, Cortsion. Aber sonst? Mir nur wieder sagen dass ich halt nicht jünger werde? Dass ich mit meinen 11 Jahren MS halt eben jetzt an dem Punkt bin an dem ich sie spüren muss. Das schiebe ich mir noch ein wenig auf. Bis in 3 Wochen, denn da habe ich einen Termin bei einem anderen Neuro. Warum? Weil ich eben jetzt an dem Punkt bin an dem ich die MS spüre. Und weil ich andere Meinungen brauche. Weil ich mehr Unterstützung brauche. Weil ich nicht mehr nur die 0815-Patientin bin. Weil ich jetzt soweit bin mich mit sämtlichen Konsequenzen auseinanderzusetzen. Weil ich zu wenig gemacht habe in der Vergangenheit.
Was bedeutet das jetzt für die Zukunft? Neben dem eben genannten, dass ich die MS nicht totschweigen darf. Es ist eine Sache darüber zu schreiben... Reden kann ich darüber eher schwer. Vor kurzem war ich mit meinen Mädels weg und sie sprachen mich konkret darauf an. Und ich habe - so wurde es mir erst viel später bewusst - ich ehrlich darüber geredet. Und zum ersten Mal (!!) ohne dass mir die Tränen kamen.  Ein enormer Fortschritt für mich.
Weitere Konsequenzen? Sport machen sonst trage ich definitiv eine Teilschuld wenn ich irgendwann gar nicht mehr kann. Mich mehr mit lieben Freundinnen treffen. Gelassener werden, d.h. mich nicht zu viel ärgern. (Trotz)Phasen als das sehen was sie sind: Phasen. Und vorallem eins:
Ehrlich sein. Zu mir selbst. Ehrlich sehen was ich machen kann und wann ich um Hilfe bitten sollte.

Es waren emotionale harte Wochen seit Ostern. Selbst mit dem Informatiker habe ich nicht darüber gesprochen, denn zu viele Neusortierungen habe ich in meinem Kopf durchgenommen. "Jetzt muss du es auch nur noch umsetzen", wird er sich beim Lesen denken. Beim Leben in Gedanken wird es nicht bleiben. Zuviel steht auf dem Spiel.
Und nicht dass jemand denkt ich hätte meinen Frieden mit der MS gefunden. Den werde ich nie finden. Ich habe allerdings meine Wut und damit meinen Ansporn gefunden.

Freitag, 3. April 2015

Aktuelles von der Großeltern-Front

Gestern Großeltern im Doppelpack..."Uff", denkt die böse Mama, die momentan meist mit folgendem Satz beschäftigt ist: "Nein, nicht noch mehr Schokolade!"

Heute mal aus der mütterlichen Vogelperspektive während des Fahrrad-waschens:

Oma und Opa machen sich bereit um mit dem Kind spazieren zu gehen
Missy komm Schuhe anziehen. Ich helfe dir. Alleine? Komm ich helfe dir. Na gut, dann mach alleine. Nicht diese Schuhe. Doch? OK. Komm ich zieh sie dir an. Prima, du kannst das ja wirklich. Oh, Mama schaut so grimmig.
Ja Opa kommt auch mit. Willst du das Dreirad nehmen? Opa, hol das Dreirad raus. Oder lieber den Puppenwagen? Mama meint du sollst mal mit dem Dreirad fahren. Prima, da wird sie sich freuen. Vorsicht beim Treppen runter laufen, soll Opa dich besser tragen? Hör mal, deiner Mama ist wohl der Wassereimer umgefallen... Toll wie du die Treppe runterläufst. Ja die Mama wäscht ihr Fahrrad. Nein wir gehen jetzt spazieren. Vorsicht, da sitzt eine kleine Spinne. Pass mal lieber auf. Ja ich habe auch Angst vor Spinnen. Ich glaube deine Mama hat gerade irgendwas gerufen. Vielleicht hat sie auch Angst vor der Spinne. Nein, meinst du? Du musst die Spinne jetzt nicht retten. Das macht ihr zu Hause immer? Komm wir gehen jetzt. Da ist ja auch der Opa mit dem Dreirad. Toll wie du das kannst. Super. Weiterfahren. Weiterfahren. Weiterfahren. OK, dann dreh um und ich hol den Puppenwagen, oder Opa. Ich kann dir auch noch eine Puppe holen. Opa hol mal eine Puppe. Schau wie schön sie jetzt drin sitzt. Du willst eine andere? Opa, hol eine andere. Die auch nicht? Hm, doch lieber ein Kuscheltier? Ok, die erste Puppe wieder.
Nein die Mama will wohl lieber mal mit dem Fahrrad fahren. Nein, wenn sie neben uns fährt fällt sie um. Ja, wenn du groß bist kannst du auch Fahrrad fahren. Nein, jetzt drehen wir nicht mehr um und holen dein Dreirad. Nicht traurig schauen, du bekommst auch später dafür ein Schokoei. Nein, keine Sorge, Mama musste bremsen. da saß ein Käfer...

Böse böse Mama (die bis Ostersonntag absolutes Schokoverbot ausgesprochen hat - selbstverständlich nur um die Großeltern zu ärgern))

Mittwoch, 1. April 2015

Von roten Haaren, Sam Smith und der Kapitulation vor sich selbst

Mal wieder Ferien. Zwei Wochen lang. Feine Sache. Mal wieder. Nicht unbedingt wegen der schulfreien Zeit sondern viel mehr wegen des Ausklinkens aus dem Alltag. Wie schon im letzten Posting erwähnt verweilen Missy und ich bei den (Groß)Eltern in Hessen. Das heißt für mich:
"Nahein Mama, blöde Mama, geh weg. Ohhhhhma, wo bist du?" Und da ich beschlossen habe nicht jedes freche Kleinkind-Wort (in der Urlaubszeit) auf die Goldwaage zu legen, versuche ich etwas ruhiger zu sein.
Erst heute wird mir so richtig bewusst unter welchem Strom ich die ganze Zeit stehe/stand. Jetzt wo der Alltag anders und vor allem ruhiger verläuft wird mir klar wie anders und anstrengend es in der letzten Zeit war. Ich habe ja schon hier und da durchblicken lassen, dass Missy eine "charakerstarkes Mädchen" ist. Diese Eigenschaft - so hilfreich und positiv sie später sicher sein kann - verträgt sich seit geraumer Zeit nicht unbedingt mit einem harmonischen Familienleben. In welchem Stress-Strudel (tolles Wort) man sich befindet stellt man oft kaum noch fest, im Gegenteil. Es verfestigt sich, bekommt eine Eigendynamik. Dass jeder auf seine Art darunter leidet geht ebenso unter, denn man kommt ja vor lauter Meckern und Schweigen gar nicht mehr zum Reden.
Aus diesem Grund sind die Auszeiten in der Heimat wirkliche Auszeiten für mich. Dieses Mal sogar mehr als die davor, da ich mich die vergangenen Besuche ziemlich rar machte, keine Verabredungen hatte und fast schon lethargisch im alten Wohnzimmer saß und den kleinen Irrwisch mit mehr Abstand (bedeutet ich sitze alleine auf der Couch ohne Kinderbeine und Arme in meinem Gesicht) beobachtete.
Dieses Mal fahre ich nicht nach Marburg weil ja irgendwann ja mal Schluss sein muss mit diesem Heimweh nach dem Früher. Ich mache zwar die obligatorische Shopping Tour mit der Schwester, nehme mir aber auch einen zusätzlichen Nachmittag nur für mich zum Bummeln. Ich treffe mich mit Freundinnen und fühle mich dann doch wieder ein bisschen wie früher. Allerdings zum Positiven.
Ich war beim Friseur...
"Huch, ist ja wirklich rot," sagt die Schwester.
"Hui, also daran muss ich mich aber erst gewöhnen. Das hattest du schon mal? Nein! Ehrlich? Ok, kann sein," sagt die Mutter.
"Ach du warst ja beim Friseur. Hast aber nicht färben lassen, oder," fragt der Vater.
"Coole Mama," lacht Missy.
So viel dazu.

Tatsächlich hatte ich vor Missy die Haare in genau diesem Rot, mag sein dass man damals leicht den Überblick verlieren konnte vom häufigen Farbwechsel. Aber was solls, denn wie der Informatiker kürzlich sein neues Motto kund tat: Das Leben ist zu kurz für -beliebiges einfüllen-.
Entsprechend fülle ich jetzt hier für mich ganz offiziell ein:
Das Leben ist zu kurz...
... für langweilige Haare.
... für Lethargie.
Und absolut:
... um vor sich selbst zu kapitulieren, deshalb: Mein Leben ist zu kurz um eine schlechte und gestresste Mama zu sein.

Wie passt jetzt Sam Smith zu dem Ganzen? Gar nicht, höre ich gerade einfach nur gerne.

Sonntag, 29. März 2015

Ideenlos

Die letzten beiden Wochen haben es recht gut mir mir gemeint.
Arbeitstechnisch läuft es gerade wunderbar, den zweiten Elternabend in diesem Schuljahr habe ich gut "absolviert". Man machte mir Komplimente und beteuerte wie froh alle seien, dass ich da bin. Das freut natürlich und macht stolz. Ebenso gut es mit den Schülereltern läuft, tut es dies auch mit deren Sprösslingen. Beides bestätigt mich mal wieder mehr an meiner Berufswahl. Selbst an der anderen Schule (Abordnung) haben wir uns alle so mögen gelernt, dass Klasse 7 mich als ihre künftige Klassenlehrerin vorgeschlagen hat. Dass ich im nächsten Schuljahr nicht mehr da bin, lasse ich unter den Tisch fallen. Denn tatsächlich habe ich endlich mal Mut gezeigt und offen verlauten lassen dass ich nicht mehr bereit bin eben jene Doppelbelastung mitzumachen. Die entsprechenden Stellen waren erstaunt aber einsichtig. Es gilt zu hoffen dass das keiner vergisst bis zum Sommer.
Privat geht auch alles seinen Gang. Grund zum Freuen hatte ich vor einer Woche, denn ich beantworte kürzlich einige Interview-Fragen. Hier wurde das ganze veröffentlicht. Macht auch ein bisschen stolz.

Sonst so? Der kleine Wicht und ich sind seit gestern bei den Großeltern und verbringen hier unsere Osterzeit. Sagte ich am Abend vor der Abfahrt noch, dass ich froh bin mal wieder raus zu kommen, auch erleichtert dass mal jemand anderes den Wutzwerg übernimmt, habe ich doch schon am ersten Abend im elterlichen Haus blödes Heimweh. So was doofes.

Noch was zu meckern? Es regnet. Eine wirklich grandiose Posting-Idee habe ich auch nicht wirklich.

Naja, kommt ja vielleicht noch. Bestimmt.

Donnerstag, 12. März 2015

"Nein!"

Heute war kein guter Tag. Warum? Darum:

Morgens...
"Doch genau diese Hose ziehst du an. Nein, das mache ich jetzt, wir müssen uns beeilen. Ja, dieser Pulli, nein alle anderen hast du vollgesaut. Doch stimmt. Nein du schaust jetzt nicht im Schrank nach. Da musst du jetzt auch nicht weinen. Etwas leiser bitte, Papa schläft noch (haha, NOCH)
...
Nein, das ist nicht dein Glas, hier ist deins. Nein, lass mein Glas stehen. MISSY! Was soll das? Jetzt kann ich den ganzen Saft aufwischen. Nein du wirfst das Glas nicht noch einmal um. Nicht so brüllen. Da brauchst du dich auch nicht unter dem Tisch verstecken. Prima, jetzt hast du Papa wachgebrüllt...
...
Doch du musst auch heute morgen Zähne putzen, ja auch Hände waschen. Doch! Doch! Mach es jetzt endlich oder ich übernehme das. Nicht brüllen.
...

Nach der Arbeit...
Oh Post. Was wollen die denn? Bitte? Bitte was? Eine Mahnung? Für einen Kauf den ich vor 2 Jahren gemacht habe und bezahlt habe? Gehts noch?
...
Ja, Hallo ich habe eine Mahnung bekommen ... bla bla bla... Sie haben mir damals schon Mahnungen geschickt und jedes Mal wenn ich mit ihnen telefonierte, entschuldigten sie sich für das Versehen und räumten ihren Systemfehler ein. Jetzt reichts mir aber. Natürlich zahle ich die Mahnung nicht! Selbstverständlich auch nicht ihre Mahnungsgebühren. Ja bitte leiten sie es weiter. Ja ich bin sauer. Sie drohen mir mit einer Anklage, was soll das?


Mittags im KiGa...
Sie hat bitte was gemacht? Sich in einem Busch versteckt und steckte dann fest? Sie musste mit zwei Erziehern rausgezogen werden? Ach daher dann die Schrammen?
...
Ja, wir gehen jetzt nach Hause. Komm anziehen. Nein, nicht weglaufen. Schuhe an. Schuhe an. Schuhe an. SCHUHE an. JETZT.
...

Zu Hause...
Ja hier ist dein Joghurt. Nein, einer reicht. Missy einer reicht. Nein du kannst gar keinen Hunger mehr haben. Nein, du bekommst jetzt keine Banane mehr. Es reicht. Brauchst du auch nicht jammern. Himmel was ist denn jetzt schon wieder los? Wollen wir einen kleinen Ausflug machen? Dann los.

Ausflug...
Schau die Babyziegen. Ja süß. Hier, ich habe eine Futtertüte gekauft, willst du sie mal füttern? Nein, das ist Essen für die Tiere. Nein ich habe keine Banane dabei, du hast gegessen. Komm, fütter mal die Ziegen. Warum denn nicht? Dann gib es mir. Was willst du denn sonst damit machen? Nein nicht das Futter auf den Weg streuen, da sind keine Ziegen. Genau, du schaffst das, schau sie freuen sich. Nicht doch, nicht weinen, die Ziege hat das nicht böse gemeint. Ja, manchmal fressen Ziegen auch Tüten. Nicht weinen. Nein, ich kaufe kein neues Futter. Ja, ich will auch heim.


Und was definitiv das Schlimmste an solchen verkorksten Tagen ist, die Erkenntnis dass das häufigste Wort mal wieder "Nein" war.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Frohes neues altes Jahr

Und wieder ein neues Jahr. Wie habe ich es angefangen? Unspektakulär, nämlich in der hessischen Heimat. Am aufregendsten war es wohl für Missy, die dieses Silvester nämlich zum ersten Mal nicht verschlafen hat sondern aufwachte und ängstlich meinte: "Es brummt so laut". Also schaute man sich das Brummen gemeinsam an und das wars dann auch. Fragte man sie heute wie es ihr gefallen habe zuckte sie lediglich mit den Schultern.
Schulterzuckend sitze ich nun hier und überlege ob ich mir vielleicht etwas Kluges für das neue Jahr vornehmen sollte. Wahrscheinlich und besser sollte ich es mal gleich lassen. Blicke ich nämlich auf das letzte Jahr zurück muss ich erkennen dass da nicht viele Erträge zu erkennen sind von den "guten Vorsätzen". Man fragt sich ja leider doch immer mal wieder am Ende eines Jahres was man eigentlich unter dem Strich erreich hat.
"Bravo, du Pfeife", muss ich dann zu mir selbst sagen...
Das Kind erzieht man zu oft plan- und orientierungslos, zu oft verliert man sich in Vorwürfen wegen der Berufstätigkeit plus Kind, zu oft streitet man sich mit (mit sämtlichen Beteiligten in sämtlichen Lebenslagen) und zu oft nimmt man sich Dinge vor. Und das Schlimmste: Zu oft reflektiert man dass man eben jene wieder nicht umgesetzt hat, nur um sie sich erneut vorzunehmen und so weiter und so weiter. Der Mensch an sich ist schon wirklich doof oder vielleicht auch einfach nur faul. Ob jetzt das Eine oder das Andere schlimmer ist sei mal dahin gestellt.

Mein letztes Jahr? Da wollte ich doch alles anders machen als noch in Marburg. Mich selbst neu "machen". Mal anders auf Menschen wirken. Wie wirke ich jetzt nach 1,5 Jahren Karlsruhe? Reflektiert (haha) betrachtet wahrscheinlich zu oft überfordert, überspannt, nervös, traurig, zu ruhig. Beruflich klappt es ganz gut, laut Meinung des Informatikers stecke ich aber wohl wieder zu viel ein. Mache zu wenig den Mund auf, wehre mich zu wenig wenn es angebracht wäre. Kann man nun an dieser Außenwirkung noch etwas ändern oder muss ich wieder erst damit warten bis ich in eine neue fremde Stadt ziehe?
Himmel, noch nie habe ich weniger gewusst wer ich eigentlich bin als in diesem Jahr. Trotz Freunde, Missy und Informatiker bin ich verlorener als jemals zuvor. Ist wohl auch nicht sonderlich förderlich für Bekanntschaften und Beziehungen.
Man/ich versuche trotzdem immer wieder Besserung zu loben und es ist wohl auch nur dieser innere Schweinehund der überwunden werden müsste um endlich mal nicht nur zufrieden sondern GLÜCKLICH zu leben.
Man/Ehemann/Tochter/Freunde/Bekannte verzeihen mir bitte alle gesammelten Nachlässigkeiten in jedweder Beziehung. Es war nie so gemeint wie es vielleicht manchmal ankam.

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr. Darauf dass jeder sein Glück findet. Ich für meinen Teil wäre schon zufrieden wenn ich endlich mal sehen würde welches Glück bereits vor meinen Augen ist.



Mittwoch, 9. Juli 2014

Das könnte ja so langsam mal aufhören

Momentan ist Missy krank. Irgendwas zwischen dem 3-Tage-Fieber und was auch immer. Sie trägt es aber mit beneidenswerter Fassung, so dass man sich als Erwachsener mal eine Scheibe abschneiden könnte. Krank bedeutet also kein Kindergarten und somit dienstfrei für mich. Seit Montag. Und was soll ich sagen? Wir haben ein paar wirklich wirklich schöne und entspannte Tage hinter uns. Morgen geht sie dann wieder in den Kindergarten und ich arbeiten und mir fällt es mal wieder unglaublich schwer (loszulassen). Noch schlimmer ist dieses Gefühl eines schlechten Gewissens weil ich mein kleines Mädchen wegschicke, nur damit ich arbeiten gehen kann. Woher kommt das frage ich mich mal wieder. Was soll denn das? Die Erzieherinnen sagen wie gut es ihr dort gefällt. Ich sehe und höre ihre Fortschritte. Sie fragt jeden Tag wann sie wieder hin gehen darf. Sie erzählt von Freunden und lacht stets dabei. Mal abgesehen davon dass ich unheimlich gerne in meinem Beruf arbeite und komplett darin aufgehen kann.
Es gibt also keine Probleme aber trotzdem kämpfe ich noch immer mit diesem schlechten Gewissen. Liegt das in der Natur einer Mama? Vielleicht oder wahrscheinlich auch irgendwie in meiner eigenen Natur? Wird dir als berufstätige Mutter immer mal wieder bewusst oder unbewusst vor Augen geführt dass du dein Kind "fremd betreuen" lässt? Selbst wenn - und ich erlebe immer mal wieder solche Situationen - sollte man da nicht irgendwann mal drüber stehen? Ich kann mein Lebensmodell vertreten und es verfechten, aber warum habe ich immer wieder dieses blöde schlechte Gewissen??

Montag, 7. Juli 2014

Faulheit

Ach herjeh, ist das furchtbar wenn man es sich so gemütlich gemacht hat und am liebsten alles genau so lassen würde.
Furchtbar aber auch wenn man im Kopf so viele mögliche Projekte hat und es nur an einem mangelt. Am Antrieb. Mittlerweile ist Missy beinah 2,5 Jahre alt und ich kann sie nicht mehr wirklich als Grund vorschieben dass ich zu nichts kommen würde. Ich lebe und arbeite vernünftig in der neuen Stadt, habe Anschluss gefunden und vereinsame folglich nicht. Außerdem kann ich mich über fehlende (Frei)Zeit nicht beklagen. Sämtliche Faktoren würde also für "Projekte"sprechen. Welche Projekte? Kleine bis hin zu Großen. Angefangen beim regelmäßigeren Besuch im Fitnessstudio bis hin zu einer Idee, die noch nicht im Entferntesten spruchreif ist (Nein, kein zweites Kind!). Woran hängt es dann also, dass ich kaum was angehe und während meiner freien Zeit lieber lese, lese, lese? An nichts weiter als der Bequemlichkeit. Liege ich dann Abends im Bett bin ich wenigstens konsequenterweise so unzufrieden wie selten vorher. Wie gesagt... früher konnte ich wenigstens noch Missy, die MS (obwohl ich zu deren Hochzeiten einen enormen Antrieb entwickeln kann), die frühere Depression oder einen stressigen Arbeitstag als "Entschuldigung" vorschieben. Was schreckt denn dann wirklich vor dem "Anfangen und Angehen gewisser Projekte" ab? Der Gedanke und das Wissen dass es zu viele andere Menschen gibt, die sicherlich genau das Gleiche (besser) machen und ich schlichtweg immer in der Menge untergehen könnte. "Das wird immer so sein. Das sollte dich aber eher anspornen und nicht abschrecken", meint dazu mein Informatiker. Ich solle es versuchen, egal was. Hat er wahrscheinlich recht. Mal wieder.

Sonntag, 6. Juli 2014

Lebenszeichen

Ja, doch, mich gibts auch noch... den Blog ebenso.
Theatralisch und vermutlich damit Leserzahlen puschend könnte ich nun einen dramatischen Grund der momentanen Ruhe vorschieben... Aber das wäre nicht wirklich mein Stil und von daher mal ein kleiner Abriss der vergangen Zeit (seit dem Allgäu Urlaub).
Wieder arbeiten, Kind kriegt wieder einen Schnupfen, Schnupfen geht weg, kommt wieder, Noten werden gemacht, Zeugnisse müssten mal bald geschrieben werden, Wetter schön, Kind hat Fieber. Bravo. Alles in allem ziemlich normal und irgendwie nicht so Blog-tauglich. Und man/Frau/ich will ja meine Leser beziehungsweise deren Geduld nicht unbedingt mit sämtlichen Kind-Einzelheiten überstrapazieren. Auch meinen MS-Lesern kann ich nichts Neues berichten. Also ists manchmal auch nicht so verkehrt wenn man mal nichts zu sagen hat.

Ich bin aber auch ganz guter Dinge bald wieder mehr Zeit in meine Herzensangelegenheit zu stecken.
Bis dahin... :-)

Dienstag, 17. Juni 2014

Urlaub

Wir waren im Urlaub. Eine Woche. Mit den Schwiegereltern. Im Allgäu.

Und und und.... es war schön. Wir hatten nicht nur super Wetter, sondern auch noch eine beinah albern schöne Landschaft, eine Missy mit top Laune und Großeltern die ihr Enkelchen am liebsten Nonstop betreut hätten. Was will man also mehr? Selbst Internet war am Start. Ich hätte ja eigentlich auch längst gebloggt, doch bei jedem Versuch ein Bild hochzuladen legte ich scheinbar das gesamte Internet des Allgäus lahm.
In der Hoffnung dass ich Selbiges mit Karlsruhe nun nicht mache... bitte schön:


Ausblicke
 Einblicke
 "Gumbel fahren"

Schwindelfrei









Größenwahn (mit grandiosem Weitblick)

Auf Wanderschaft
Bodensee ("Himmel ist der groß")

Sonntag, 1. Juni 2014

Wochenende

Schon wieder ein Wochenende rum. Wie nett es sein kann so südlich zu wohnen und man deshalb so flott in Urlaubsgebieten sein kann, waren wir eben mal schnell in Freiburg und anschließend am Titisee. Fein fein... So lässt es sich einen Samstag verbringen. Das Wetter und das Kind haben es uns aber auch leicht gemacht. Beides zeigte sich von seine guten Seite.

















Alles in allem also ein schönes Wochenende. 

Dienstag, 20. Mai 2014

Alltagsgedöns

Ich krame und krame und überlege wirklich sehr gewissenhaft aber mir mag in diesen Tagen partout nichts Passendes für den Blog einfallen.

Passiert nicht wirklich viel im Moment um mich herum, was ich eigentlich auch gerade genieße. Ich stehe jeden Morgen auf, dank des besten Ehemannes der Welt sogar etwas später da nur noch er Missy für die KiTa fertig macht und hin bringt. Fahre im Sonnenschein an die Arbeit, schlage so manchen persönlichen Zeitrekord, mache meinen Unterricht, bin damit zufrieden, ärgere mich nur noch selten über manches Klientel, fahre nach Hause, koche/esse, setze mich auf den Balkon, puste die Blattläuse auf meinen Blümchen weg, lese, arbeite, hole Missy ab, spiele mit ihr/treffe Freunde, fahre Rad, schaue Serie (Sex and the City <3 bett.="" gehe="" ins="" irgendwann="" p="" und="">Herjeh, wie langweilig, aber genau das was ich nach den letzten Krank- und Stresswochen brauche. Und so ein wenig Neubooten braucht jeder mal.

Montag, 17. Februar 2014

"Burtstag, swei Jahre alt Missy is", sprach der Mini Joda -Teil 2

Wie lange die OP dauerte weiß ich nicht. Lange kann es nicht gewesen sein. Recht schnell tauchten sowohl der Informatiker und das OP Team inklusive Chefarzt - ich läge ihm so am Herzen - im modisch angesagten Grün auf und walteten ihres Amtes. Das fröhliche Geplänkel bekam ich am Rande mit, zu beschäftigt war ich mit dem Wegpusten eines Tuchs was mir ständig vor die Nase fiel. Irgendwann freuten sich alle und noch bevor sie sagen konnten "Da ist SIE!", brüllte SIE auch schon. Sie wurde mir kurz gezeigt und war dann auch schon wieder weg. Noch so ein unwirklicher Moment. Der Informatiker wurde irgendwann geholt, er solle helfen. Und da war ich dann alleine, irgendwie. Angesehen von den grünen Männchen und Weibchen die weiterhin ihres Amtes walteten. Kind und Mann tauchten plötzlich auf und leisteten mir Gesellschaft während ich da so rumlag. Ich schaute halb erstaunt und halb erschöpft das kleine Köpfchen an was die Augen geschlossen hatte und scheinbar der Welt um sie herum bereits nach wenigen Minuten überdrüssig war. So einen Schlaf möchte ich ja auch mal haben, dachte ich mir damals. Um einen herum werkeln alle oder starren einen an, aber was soll's. Eigentlich eine beeindruckende und durchaus gesunde Lebenseinstellung. 
Später war ich dann auf der Station und neben mir im kleinen Mini Bettchen lag mein Würmchen. Wir waren mehr als sprachlos und ja, tatsächlich überwältigt. Zum nicht unerheblichen Teil war ich auch froh dass Missy endlich da war und es mir demnächst gesundheitlich nur noch besser gehen konnte. Das dieses im Endeffekt dann aber doch weitere zwei Cortisontherapien brauchte konnte ich nicht wissen. Rückblickend war das auch irgendwie egal, denn ich war zuversichtlich dass alles wieder gut werden würde und spätestens mit der Wiederaufnahme der damaligen Basistherapie alles alles alles wieder ins Lot kommt. Wie gedacht so geschehen. 
In der dritten Nacht im Krankenhaus stellte sich dann allerdings meine Grundzuversicht sehr in den Hintergrund, denn das Mädchen neben mir weinte und weinte, wollte sich nicht wirklich beruhigen. Dazu kam am nächsten Morgen der Zustand, dass meine Hormone meinten sie hätten es extrem eilig sich wieder auf normales Niveau einzupendeln... Zum ersten Mal seit 10 Monaten bekam ich ordentlich Muffensausen und fing an zu erahnen was da noch kommen würde.

Was da noch alles kam habe ich an anderen Stellen erzählt und irgendwann muss man ja auch mal einen Haken dran setzen können. Dieses Posting ist nicht nur eine Geschichte/ein Bericht sondern zum großen Teil auch eine Aufarbeitung, denn manches muss "raus". Die vergangen zwei Jahre waren die reinste Achterbahnfahrt und auch heute wissen weder der Informatiker noch ich wann es hierbei Loopings gibt und wann es etwas gemütlicher und ruhiger zugeht. Manchen Looping haben wir gut gemeistert, bei manchen sind wir fast aus der Bahn gefallen. Aber wie ich oben schrieb: Abhaken. Und was schließlich wirklich zählt ist dass wir immerhin noch in der Bahn sitzen. Alle drei. Danke...

Freitag, 14. Februar 2014

"Burtstag, swei Jahre alt Missy is", sprach der Mini Joda -Teil 1

Heute genau vor zwei Jahren waren es noch zwei Tage bis Missy da war.
Heute genau vor zwei Jahren war es noch ein Tag bis ich den Termin beim Chefarzt der Frauenklinik in Marburg hatte und er sagte: "Feierabend Frau S.. Wir sollten die Kleine holen, Ihnen gehts ja immer schlechter."
Heute genau vor zwei Jahren erahnte ich die folgenden zwei Jahre nicht einmal im Ansatz.
Heute vor genau zwei Jahren ging es mir so bescheiden wie noch nie vorher. Der Arzt war sichtlich geschockt als er mich mitsamt Krücken und ziemlich fix und alle mit den Nerven und der Welt inklusive dem Informatiker an meiner Seite sah. Die Entscheidung Missy per Kaiserschnitt zu holen und zwar zügig war eine ebenso zügige. Wir verbrachten den 15. Februar durchgehend im Krankenhaus da sämtlich Untersuchungen durchgeführt wurden und die Neurologen wollten auch gerne noch etwas mitzureden haben. In dieser Zeit hat der Informatiker wütende Vögel geschossen und ich wurde stündlich nervöser. Gab ja irgendwie kein Zurück mehr. Ich bewundere ja Männer um ihre absolute Ausblendungs-Gabe.
Nachdem alles geklärt und untersucht war durften wir nach Hause mit der Anweisung am folgenden Tag pünktlich um 7.00 auf der Matte zu stehen. Selten hatte ich einen so extrem blöden Abend wie diesen. Man kann es nicht beschreiben und erklären. Er war schlichtweg seltsam. Punkt.
Am folgenden Morgen taten wir wie uns gesagt und waren pünktlich und ausgeschlafen (tatsächlich!!) wieder im Klinikum. Dann ging alles recht schnell. Vorbereitung auf die OP inklusive dem, wovor ich eine Heidenangst hatte: Spinalanästhesie. Himmel was hatte ich Angst. Der Grund? Bei der MS Diagnose wurde Ähnliches durchgeführt was alles andere als angenehm war.
Nun ja, brachte ja nichts, denn sonst konnte das Kind schließlich nicht geholt werden. Also Augen zu und durch bzw. Nadel rein. Der netteste Anästhesist der Welt erzählte mir fröhliche Sachen, die netteste Hebamme der Welt plauderte munter mit mir über den kleinen Wurm und irgendwann fragte ich wann es denn losgehe würde mit dem Pieken. Tja, da wars schon rum. Soviel zu meiner Angst und meiner Angstskala die ich mir damals nach der MS Punktion "gebastelt" hatte. Daran maß ich alle sämtliche Ereignisse wobei die Punktion bis dato auf Platz 9 stand (10 war das schlimmste). Direkt nach der OP habe ich diese Skala sterben lassen, da ich mir schwor mich nie wieder so dermaßen verrückt zu machen. Alles ist halb so wild und eine Skala ist kontraproduktiv.
Kaum wusste ich dass der Anästhesist seine Arbeit schon längst erledigt hatte merkte ich auch langsam wie ich kaum noch etwas merkte, zumindest unterhalb der Arme so wie es sein soll...

Fortsetzung folgt