Gestern Großeltern im Doppelpack..."Uff", denkt die böse Mama, die momentan meist mit folgendem Satz beschäftigt ist: "Nein, nicht noch mehr Schokolade!"
Heute mal aus der mütterlichen Vogelperspektive während des Fahrrad-waschens:
Oma und Opa machen sich bereit um mit dem Kind spazieren zu gehen
Missy komm Schuhe anziehen. Ich helfe dir. Alleine? Komm ich helfe dir. Na gut, dann mach alleine. Nicht diese Schuhe. Doch? OK. Komm ich zieh sie dir an. Prima, du kannst das ja wirklich. Oh, Mama schaut so grimmig.
Ja Opa kommt auch mit. Willst du das Dreirad nehmen? Opa, hol das Dreirad raus. Oder lieber den Puppenwagen? Mama meint du sollst mal mit dem Dreirad fahren. Prima, da wird sie sich freuen. Vorsicht beim Treppen runter laufen, soll Opa dich besser tragen? Hör mal, deiner Mama ist wohl der Wassereimer umgefallen... Toll wie du die Treppe runterläufst. Ja die Mama wäscht ihr Fahrrad. Nein wir gehen jetzt spazieren. Vorsicht, da sitzt eine kleine Spinne. Pass mal lieber auf. Ja ich habe auch Angst vor Spinnen. Ich glaube deine Mama hat gerade irgendwas gerufen. Vielleicht hat sie auch Angst vor der Spinne. Nein, meinst du? Du musst die Spinne jetzt nicht retten. Das macht ihr zu Hause immer? Komm wir gehen jetzt. Da ist ja auch der Opa mit dem Dreirad. Toll wie du das kannst. Super. Weiterfahren. Weiterfahren. Weiterfahren. OK, dann dreh um und ich hol den Puppenwagen, oder Opa. Ich kann dir auch noch eine Puppe holen. Opa hol mal eine Puppe. Schau wie schön sie jetzt drin sitzt. Du willst eine andere? Opa, hol eine andere. Die auch nicht? Hm, doch lieber ein Kuscheltier? Ok, die erste Puppe wieder.
Nein die Mama will wohl lieber mal mit dem Fahrrad fahren. Nein, wenn sie neben uns fährt fällt sie um. Ja, wenn du groß bist kannst du auch Fahrrad fahren. Nein, jetzt drehen wir nicht mehr um und holen dein Dreirad. Nicht traurig schauen, du bekommst auch später dafür ein Schokoei. Nein, keine Sorge, Mama musste bremsen. da saß ein Käfer...
Böse böse Mama (die bis Ostersonntag absolutes Schokoverbot ausgesprochen hat - selbstverständlich nur um die Großeltern zu ärgern))
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Freitag, 3. April 2015
Mittwoch, 1. April 2015
Von roten Haaren, Sam Smith und der Kapitulation vor sich selbst
Mal wieder Ferien. Zwei Wochen lang. Feine Sache. Mal wieder. Nicht unbedingt wegen der schulfreien Zeit sondern viel mehr wegen des Ausklinkens aus dem Alltag. Wie schon im letzten Posting erwähnt verweilen Missy und ich bei den (Groß)Eltern in Hessen. Das heißt für mich:
"Nahein Mama, blöde Mama, geh weg. Ohhhhhma, wo bist du?" Und da ich beschlossen habe nicht jedes freche Kleinkind-Wort (in der Urlaubszeit) auf die Goldwaage zu legen, versuche ich etwas ruhiger zu sein.
Erst heute wird mir so richtig bewusst unter welchem Strom ich die ganze Zeit stehe/stand. Jetzt wo der Alltag anders und vor allem ruhiger verläuft wird mir klar wie anders und anstrengend es in der letzten Zeit war. Ich habe ja schon hier und da durchblicken lassen, dass Missy eine "charakerstarkes Mädchen" ist. Diese Eigenschaft - so hilfreich und positiv sie später sicher sein kann - verträgt sich seit geraumer Zeit nicht unbedingt mit einem harmonischen Familienleben. In welchem Stress-Strudel (tolles Wort) man sich befindet stellt man oft kaum noch fest, im Gegenteil. Es verfestigt sich, bekommt eine Eigendynamik. Dass jeder auf seine Art darunter leidet geht ebenso unter, denn man kommt ja vor lauter Meckern und Schweigen gar nicht mehr zum Reden.
Aus diesem Grund sind die Auszeiten in der Heimat wirkliche Auszeiten für mich. Dieses Mal sogar mehr als die davor, da ich mich die vergangenen Besuche ziemlich rar machte, keine Verabredungen hatte und fast schon lethargisch im alten Wohnzimmer saß und den kleinen Irrwisch mit mehr Abstand (bedeutet ich sitze alleine auf der Couch ohne Kinderbeine und Arme in meinem Gesicht) beobachtete.
Dieses Mal fahre ich nicht nach Marburg weil ja irgendwann ja mal Schluss sein muss mit diesem Heimweh nach dem Früher. Ich mache zwar die obligatorische Shopping Tour mit der Schwester, nehme mir aber auch einen zusätzlichen Nachmittag nur für mich zum Bummeln. Ich treffe mich mit Freundinnen und fühle mich dann doch wieder ein bisschen wie früher. Allerdings zum Positiven.
Ich war beim Friseur...
"Huch, ist ja wirklich rot," sagt die Schwester.
"Hui, also daran muss ich mich aber erst gewöhnen. Das hattest du schon mal? Nein! Ehrlich? Ok, kann sein," sagt die Mutter.
"Ach du warst ja beim Friseur. Hast aber nicht färben lassen, oder," fragt der Vater.
"Coole Mama," lacht Missy.
So viel dazu.
Tatsächlich hatte ich vor Missy die Haare in genau diesem Rot, mag sein dass man damals leicht den Überblick verlieren konnte vom häufigen Farbwechsel. Aber was solls, denn wie der Informatiker kürzlich sein neues Motto kund tat: Das Leben ist zu kurz für -beliebiges einfüllen-.
Entsprechend fülle ich jetzt hier für mich ganz offiziell ein:
Das Leben ist zu kurz...
... für langweilige Haare.
... für Lethargie.
Und absolut:
... um vor sich selbst zu kapitulieren, deshalb: Mein Leben ist zu kurz um eine schlechte und gestresste Mama zu sein.
Wie passt jetzt Sam Smith zu dem Ganzen? Gar nicht, höre ich gerade einfach nur gerne.
"Nahein Mama, blöde Mama, geh weg. Ohhhhhma, wo bist du?" Und da ich beschlossen habe nicht jedes freche Kleinkind-Wort (in der Urlaubszeit) auf die Goldwaage zu legen, versuche ich etwas ruhiger zu sein.
Erst heute wird mir so richtig bewusst unter welchem Strom ich die ganze Zeit stehe/stand. Jetzt wo der Alltag anders und vor allem ruhiger verläuft wird mir klar wie anders und anstrengend es in der letzten Zeit war. Ich habe ja schon hier und da durchblicken lassen, dass Missy eine "charakerstarkes Mädchen" ist. Diese Eigenschaft - so hilfreich und positiv sie später sicher sein kann - verträgt sich seit geraumer Zeit nicht unbedingt mit einem harmonischen Familienleben. In welchem Stress-Strudel (tolles Wort) man sich befindet stellt man oft kaum noch fest, im Gegenteil. Es verfestigt sich, bekommt eine Eigendynamik. Dass jeder auf seine Art darunter leidet geht ebenso unter, denn man kommt ja vor lauter Meckern und Schweigen gar nicht mehr zum Reden.
Aus diesem Grund sind die Auszeiten in der Heimat wirkliche Auszeiten für mich. Dieses Mal sogar mehr als die davor, da ich mich die vergangenen Besuche ziemlich rar machte, keine Verabredungen hatte und fast schon lethargisch im alten Wohnzimmer saß und den kleinen Irrwisch mit mehr Abstand (bedeutet ich sitze alleine auf der Couch ohne Kinderbeine und Arme in meinem Gesicht) beobachtete.
Dieses Mal fahre ich nicht nach Marburg weil ja irgendwann ja mal Schluss sein muss mit diesem Heimweh nach dem Früher. Ich mache zwar die obligatorische Shopping Tour mit der Schwester, nehme mir aber auch einen zusätzlichen Nachmittag nur für mich zum Bummeln. Ich treffe mich mit Freundinnen und fühle mich dann doch wieder ein bisschen wie früher. Allerdings zum Positiven.
Ich war beim Friseur...
"Huch, ist ja wirklich rot," sagt die Schwester.
"Hui, also daran muss ich mich aber erst gewöhnen. Das hattest du schon mal? Nein! Ehrlich? Ok, kann sein," sagt die Mutter.
"Ach du warst ja beim Friseur. Hast aber nicht färben lassen, oder," fragt der Vater.
"Coole Mama," lacht Missy.
So viel dazu.
Tatsächlich hatte ich vor Missy die Haare in genau diesem Rot, mag sein dass man damals leicht den Überblick verlieren konnte vom häufigen Farbwechsel. Aber was solls, denn wie der Informatiker kürzlich sein neues Motto kund tat: Das Leben ist zu kurz für -beliebiges einfüllen-.
Entsprechend fülle ich jetzt hier für mich ganz offiziell ein:
Das Leben ist zu kurz...
... für langweilige Haare.
... für Lethargie.
Und absolut:
... um vor sich selbst zu kapitulieren, deshalb: Mein Leben ist zu kurz um eine schlechte und gestresste Mama zu sein.
Wie passt jetzt Sam Smith zu dem Ganzen? Gar nicht, höre ich gerade einfach nur gerne.
Donnerstag, 12. März 2015
"Nein!"
Heute war kein guter Tag. Warum? Darum:
Morgens...
"Doch genau diese Hose ziehst du an. Nein, das mache ich jetzt, wir müssen uns beeilen. Ja, dieser Pulli, nein alle anderen hast du vollgesaut. Doch stimmt. Nein du schaust jetzt nicht im Schrank nach. Da musst du jetzt auch nicht weinen. Etwas leiser bitte, Papa schläft noch (haha, NOCH)
...
Nein, das ist nicht dein Glas, hier ist deins. Nein, lass mein Glas stehen. MISSY! Was soll das? Jetzt kann ich den ganzen Saft aufwischen. Nein du wirfst das Glas nicht noch einmal um. Nicht so brüllen. Da brauchst du dich auch nicht unter dem Tisch verstecken. Prima, jetzt hast du Papa wachgebrüllt...
...
Doch du musst auch heute morgen Zähne putzen, ja auch Hände waschen. Doch! Doch! Mach es jetzt endlich oder ich übernehme das. Nicht brüllen.
...
Nach der Arbeit...
Oh Post. Was wollen die denn? Bitte? Bitte was? Eine Mahnung? Für einen Kauf den ich vor 2 Jahren gemacht habe und bezahlt habe? Gehts noch?
...
Ja, Hallo ich habe eine Mahnung bekommen ... bla bla bla... Sie haben mir damals schon Mahnungen geschickt und jedes Mal wenn ich mit ihnen telefonierte, entschuldigten sie sich für das Versehen und räumten ihren Systemfehler ein. Jetzt reichts mir aber. Natürlich zahle ich die Mahnung nicht! Selbstverständlich auch nicht ihre Mahnungsgebühren. Ja bitte leiten sie es weiter. Ja ich bin sauer. Sie drohen mir mit einer Anklage, was soll das?
Mittags im KiGa...
Sie hat bitte was gemacht? Sich in einem Busch versteckt und steckte dann fest? Sie musste mit zwei Erziehern rausgezogen werden? Ach daher dann die Schrammen?
...
Ja, wir gehen jetzt nach Hause. Komm anziehen. Nein, nicht weglaufen. Schuhe an. Schuhe an. Schuhe an. SCHUHE an. JETZT.
...
Zu Hause...
Ja hier ist dein Joghurt. Nein, einer reicht. Missy einer reicht. Nein du kannst gar keinen Hunger mehr haben. Nein, du bekommst jetzt keine Banane mehr. Es reicht. Brauchst du auch nicht jammern. Himmel was ist denn jetzt schon wieder los? Wollen wir einen kleinen Ausflug machen? Dann los.
Ausflug...
Schau die Babyziegen. Ja süß. Hier, ich habe eine Futtertüte gekauft, willst du sie mal füttern? Nein, das ist Essen für die Tiere. Nein ich habe keine Banane dabei, du hast gegessen. Komm, fütter mal die Ziegen. Warum denn nicht? Dann gib es mir. Was willst du denn sonst damit machen? Nein nicht das Futter auf den Weg streuen, da sind keine Ziegen. Genau, du schaffst das, schau sie freuen sich. Nicht doch, nicht weinen, die Ziege hat das nicht böse gemeint. Ja, manchmal fressen Ziegen auch Tüten. Nicht weinen. Nein, ich kaufe kein neues Futter. Ja, ich will auch heim.
Und was definitiv das Schlimmste an solchen verkorksten Tagen ist, die Erkenntnis dass das häufigste Wort mal wieder "Nein" war.
Morgens...
"Doch genau diese Hose ziehst du an. Nein, das mache ich jetzt, wir müssen uns beeilen. Ja, dieser Pulli, nein alle anderen hast du vollgesaut. Doch stimmt. Nein du schaust jetzt nicht im Schrank nach. Da musst du jetzt auch nicht weinen. Etwas leiser bitte, Papa schläft noch (haha, NOCH)
...
Nein, das ist nicht dein Glas, hier ist deins. Nein, lass mein Glas stehen. MISSY! Was soll das? Jetzt kann ich den ganzen Saft aufwischen. Nein du wirfst das Glas nicht noch einmal um. Nicht so brüllen. Da brauchst du dich auch nicht unter dem Tisch verstecken. Prima, jetzt hast du Papa wachgebrüllt...
...
Doch du musst auch heute morgen Zähne putzen, ja auch Hände waschen. Doch! Doch! Mach es jetzt endlich oder ich übernehme das. Nicht brüllen.
...
Nach der Arbeit...
Oh Post. Was wollen die denn? Bitte? Bitte was? Eine Mahnung? Für einen Kauf den ich vor 2 Jahren gemacht habe und bezahlt habe? Gehts noch?
...
Ja, Hallo ich habe eine Mahnung bekommen ... bla bla bla... Sie haben mir damals schon Mahnungen geschickt und jedes Mal wenn ich mit ihnen telefonierte, entschuldigten sie sich für das Versehen und räumten ihren Systemfehler ein. Jetzt reichts mir aber. Natürlich zahle ich die Mahnung nicht! Selbstverständlich auch nicht ihre Mahnungsgebühren. Ja bitte leiten sie es weiter. Ja ich bin sauer. Sie drohen mir mit einer Anklage, was soll das?
Mittags im KiGa...
Sie hat bitte was gemacht? Sich in einem Busch versteckt und steckte dann fest? Sie musste mit zwei Erziehern rausgezogen werden? Ach daher dann die Schrammen?
...
Ja, wir gehen jetzt nach Hause. Komm anziehen. Nein, nicht weglaufen. Schuhe an. Schuhe an. Schuhe an. SCHUHE an. JETZT.
...
Zu Hause...
Ja hier ist dein Joghurt. Nein, einer reicht. Missy einer reicht. Nein du kannst gar keinen Hunger mehr haben. Nein, du bekommst jetzt keine Banane mehr. Es reicht. Brauchst du auch nicht jammern. Himmel was ist denn jetzt schon wieder los? Wollen wir einen kleinen Ausflug machen? Dann los.
Ausflug...
Schau die Babyziegen. Ja süß. Hier, ich habe eine Futtertüte gekauft, willst du sie mal füttern? Nein, das ist Essen für die Tiere. Nein ich habe keine Banane dabei, du hast gegessen. Komm, fütter mal die Ziegen. Warum denn nicht? Dann gib es mir. Was willst du denn sonst damit machen? Nein nicht das Futter auf den Weg streuen, da sind keine Ziegen. Genau, du schaffst das, schau sie freuen sich. Nicht doch, nicht weinen, die Ziege hat das nicht böse gemeint. Ja, manchmal fressen Ziegen auch Tüten. Nicht weinen. Nein, ich kaufe kein neues Futter. Ja, ich will auch heim.
Und was definitiv das Schlimmste an solchen verkorksten Tagen ist, die Erkenntnis dass das häufigste Wort mal wieder "Nein" war.
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Mittwoch, 14. Januar 2015
"The Terrible Twos"
Diesen Artikel habe ich vor einigen Tagen gelesen und er traf vollends meinen Nerv. Denn genau DAS erleben wir momentan beinah täglich. Mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Ich hatte diesen "Irrsinn" ja schon kürzlich hier angerissen...
Sicherlich liest sich alles immer auch irgendwie lustig, denn es wäre ein Armutszeugnis für mich und meinen Schreibstil, wenn alles nur so vor Jammern und Leiden triefen würde. Missy in real life ist zur Zeit allerdings alles andere als witzig. Hin und wieder ertappe ich mich beim Klammern an dem EINEN Gedanken: "Ganz bald ist diese Trotzhase rum. Schließlich wird sie bald 3 Jahre alt." Der Gedanke wird aber spätestens dann nicht mehr haltbar wenn sie mal wieder im Supermarkt tobt und schreit. Obwohl er gerade hier dringend angebracht wäre. Funktioniert aber nie bis gar nicht. Was hingegen prima funktioniert ist totales Chaos im Kopf. Also in meinem. Zu oft fühle ich mich in den letzten Wochen wie eine totale Irre, die nur noch stur und stoisch versucht ihr Kind irgendwie zu bändigen. Nach außen hin muss es wohl fast lustig aussehen. Ich glaube ich habe sogar einen neuen Blick entwickelt. Der dürfte etwas von diesen Irren aus entsprechenden Filmen haben. Sicherlich fahre ich mir zudem auch noch hektisch durch die Haare, was mein Außenbild dann perfekt passend erscheinen lassen dürfte. Gratulation Frau S., jetzt sind sie absolut plem plem.
"Frau S. du siehst aus als hättest du heute Nacht nicht geschlafen," schmeichelte mir heute morgen einer meiner Schüler. Treffer, versenkt, dachte ich. Recht hatte er. Zwar schlummert Missy Nachts wie gehabt ruhig und engelsgleich, aber die blanken Nerven schleichen sich auch in meine Nächte. Entsprechend sieht man (wohl) aus. Erfreulicherweise gewöhnt man sich bekanntlich ja an so einige (Mangel)Zustände. Gesund kann es trotzdem nicht sein.
"Ich bin echt fix und fertig," gestand ich vor einigen Abenden dem Informatiker, nachdem Missy erneut ein abendliches Bühnenprogramm zum besten gegeben hatte. Ich weiß nicht mehr was er erwiderte, es wird sich aber leider definitiv nicht um einen Masterplan für tobende Kleinkinder gehandelt haben.
So stehen wir also hier, der Informatiker und ich. Planlos. Versuchen uns mal mehr und mal weniger gegenseitig Kraft und Ansporn zu geben. Mal gelingt uns das eine, mal das andere nicht. Was das eine und das andere auch immer sein mögen. Im besten Fall gleicht man sich aus, schlecht ist immer wenn beide entnervt und angeschlagen sind. Dann fehlt etwas bzw. jemand. Nämlich der andere. Der Beste.
Sicherlich liest sich alles immer auch irgendwie lustig, denn es wäre ein Armutszeugnis für mich und meinen Schreibstil, wenn alles nur so vor Jammern und Leiden triefen würde. Missy in real life ist zur Zeit allerdings alles andere als witzig. Hin und wieder ertappe ich mich beim Klammern an dem EINEN Gedanken: "Ganz bald ist diese Trotzhase rum. Schließlich wird sie bald 3 Jahre alt." Der Gedanke wird aber spätestens dann nicht mehr haltbar wenn sie mal wieder im Supermarkt tobt und schreit. Obwohl er gerade hier dringend angebracht wäre. Funktioniert aber nie bis gar nicht. Was hingegen prima funktioniert ist totales Chaos im Kopf. Also in meinem. Zu oft fühle ich mich in den letzten Wochen wie eine totale Irre, die nur noch stur und stoisch versucht ihr Kind irgendwie zu bändigen. Nach außen hin muss es wohl fast lustig aussehen. Ich glaube ich habe sogar einen neuen Blick entwickelt. Der dürfte etwas von diesen Irren aus entsprechenden Filmen haben. Sicherlich fahre ich mir zudem auch noch hektisch durch die Haare, was mein Außenbild dann perfekt passend erscheinen lassen dürfte. Gratulation Frau S., jetzt sind sie absolut plem plem.
"Frau S. du siehst aus als hättest du heute Nacht nicht geschlafen," schmeichelte mir heute morgen einer meiner Schüler. Treffer, versenkt, dachte ich. Recht hatte er. Zwar schlummert Missy Nachts wie gehabt ruhig und engelsgleich, aber die blanken Nerven schleichen sich auch in meine Nächte. Entsprechend sieht man (wohl) aus. Erfreulicherweise gewöhnt man sich bekanntlich ja an so einige (Mangel)Zustände. Gesund kann es trotzdem nicht sein.
"Ich bin echt fix und fertig," gestand ich vor einigen Abenden dem Informatiker, nachdem Missy erneut ein abendliches Bühnenprogramm zum besten gegeben hatte. Ich weiß nicht mehr was er erwiderte, es wird sich aber leider definitiv nicht um einen Masterplan für tobende Kleinkinder gehandelt haben.
So stehen wir also hier, der Informatiker und ich. Planlos. Versuchen uns mal mehr und mal weniger gegenseitig Kraft und Ansporn zu geben. Mal gelingt uns das eine, mal das andere nicht. Was das eine und das andere auch immer sein mögen. Im besten Fall gleicht man sich aus, schlecht ist immer wenn beide entnervt und angeschlagen sind. Dann fehlt etwas bzw. jemand. Nämlich der andere. Der Beste.
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Dienstag, 6. Januar 2015
Was macht eigentlich... Missy?
Tja, wie beantwortet man diese Frage?
In der Regel schieße ich ja auf die an mich gewandte Frage "Wie gehts?" direkt ein "Gut" heraus. Zum einen weil selten das Gegenüber irgendetwas Anderes hören will und zum anderen weil ich im Zweifel so auch einer peinlich berührten Stille aus dem Weg gehen kann. Wie dem auch so, es geht hier jetzt nicht um mich.
Also? Sie wird "entschnullert" und "entwindelt". Beides längst überfällig, wobei bei Zweitem deutliche und erfreuliche Fortschritte auszumachen sind, sprich ein Ende ist in greifbarer Nähe. Ganz im Gegensatz zu Vorhaben/Plan Nr. 1. Missy hatte von Tag 1 an einen Schnuller und auch wenn manch einer ihn verteufelt, so hat er doch dafür gesorgt dass alle Beteiligten keinen oder nur minimal einen an der Klatsche bekommen haben während der 3 Monats Koliken und der damit verbundenen - freundlich ausgedrückt - Lautstärke. Zwar braucht sie ihn mittlerweile schon lange nur noch zum Schlafen aber irgendwann sollte dann aber doch mal der Zeitpunkt gekommen sein an dem er weg kommt, der Schnuller. Dachten wir uns schon eine Weile und ich konkreter vor ca. vier Wochen. Nachdem ich mich erst für eine sanfterer Abschiedsmethode entschlossen hatte und den ganzen Sermon mit Schnullerfee, Schnullerwolke und Geschenkchen angegangen war, wurde mir doch leider sehr schnell bewusst dass meine Missy nicht nur ein lautes Kind sondern auch ein Dickkopf ist. Soll heißen, ich könnte wahrscheinlich ewig und bis zu ihrem Abi warten bis sie freiwillig und ohne Geschrei den Schnuller hergibt. Jedes Zureden und Bestechen half nichts, also machte ich kurzen Prozess. Ab ins Bett und Schnuller weg. Die größtmögliche Entfernung zum "Brüll-Zentrum" gesucht, Musik an, Laptop an, auf die Uhr geschaut. Nach zwanzig Minuten war Ruhe. Uff. Tage zwei waren es acht Minuten, Tag drei nur noch fünf. Ab da ging es relativ problemlos. Dann kam Weihnachten... Weihnachten bedeutete Heimaturlaub, hieß andere Umgebung, hieß anderes Bett, hieß Großeltern. Heißt: Misserfolg. Zwar schlief sie weiterhin ohne Schnuller, allerdings mit einem Gebrüll das kaum auszuhalten war, hauptsächlich mittags. Entlastung für mich durch die Großeltern ging gegen Null weil es eben kaum jemanden zuzumuten war ein schreiendes und tobendes Kind ins Bett zu legen.
Jetzt sind wir wieder zu Hause und fangen bei Null an. Die Stimmung ist schlechter als schlecht und wenn ich geglaubt hatte, dass Missy mittlerweile den Trotz-Höhepunkt erreicht hat... haha. Zwar bin ich mir vollkommen im Klaren dass alles miteinander zusammen hängt: Der Urlaub, die Großeltern-Verwöhnung, der Schnuller, die KiGa Ferien und der Beginn der windelfreien Zeit. Trotzdem sägt es enorm an den Nerven und der Geduld. Es gibt eigentlich kaum noch einen Tag seitdem wir wieder hier sind an dem mir Abends nicht der Kopf dröhnt. Von der dauernden Lautstärke, den Trotzanfällen, den Diskussionen, den Verboten und meinem fehlenden Rückzugsort (wie und wo auch immer dieser zu finden ist). Wem jetzt auf der Zunge liegt: "Willkommen im Kleinkind-Alltag" dem komme hiermit eine Einladung zu Kaffee und Kuchen zu, möglichst an einem Sonntag, denn die sind unsere ganz persönlichen Highlight Tage.
Ja, alles geht vorbei. Irgendwann. Aber man muss auch mal sagen, dass dieses Irgendwann gerade ziemlich auf sich warten lässt.
In der Regel schieße ich ja auf die an mich gewandte Frage "Wie gehts?" direkt ein "Gut" heraus. Zum einen weil selten das Gegenüber irgendetwas Anderes hören will und zum anderen weil ich im Zweifel so auch einer peinlich berührten Stille aus dem Weg gehen kann. Wie dem auch so, es geht hier jetzt nicht um mich.
Also? Sie wird "entschnullert" und "entwindelt". Beides längst überfällig, wobei bei Zweitem deutliche und erfreuliche Fortschritte auszumachen sind, sprich ein Ende ist in greifbarer Nähe. Ganz im Gegensatz zu Vorhaben/Plan Nr. 1. Missy hatte von Tag 1 an einen Schnuller und auch wenn manch einer ihn verteufelt, so hat er doch dafür gesorgt dass alle Beteiligten keinen oder nur minimal einen an der Klatsche bekommen haben während der 3 Monats Koliken und der damit verbundenen - freundlich ausgedrückt - Lautstärke. Zwar braucht sie ihn mittlerweile schon lange nur noch zum Schlafen aber irgendwann sollte dann aber doch mal der Zeitpunkt gekommen sein an dem er weg kommt, der Schnuller. Dachten wir uns schon eine Weile und ich konkreter vor ca. vier Wochen. Nachdem ich mich erst für eine sanfterer Abschiedsmethode entschlossen hatte und den ganzen Sermon mit Schnullerfee, Schnullerwolke und Geschenkchen angegangen war, wurde mir doch leider sehr schnell bewusst dass meine Missy nicht nur ein lautes Kind sondern auch ein Dickkopf ist. Soll heißen, ich könnte wahrscheinlich ewig und bis zu ihrem Abi warten bis sie freiwillig und ohne Geschrei den Schnuller hergibt. Jedes Zureden und Bestechen half nichts, also machte ich kurzen Prozess. Ab ins Bett und Schnuller weg. Die größtmögliche Entfernung zum "Brüll-Zentrum" gesucht, Musik an, Laptop an, auf die Uhr geschaut. Nach zwanzig Minuten war Ruhe. Uff. Tage zwei waren es acht Minuten, Tag drei nur noch fünf. Ab da ging es relativ problemlos. Dann kam Weihnachten... Weihnachten bedeutete Heimaturlaub, hieß andere Umgebung, hieß anderes Bett, hieß Großeltern. Heißt: Misserfolg. Zwar schlief sie weiterhin ohne Schnuller, allerdings mit einem Gebrüll das kaum auszuhalten war, hauptsächlich mittags. Entlastung für mich durch die Großeltern ging gegen Null weil es eben kaum jemanden zuzumuten war ein schreiendes und tobendes Kind ins Bett zu legen.
Jetzt sind wir wieder zu Hause und fangen bei Null an. Die Stimmung ist schlechter als schlecht und wenn ich geglaubt hatte, dass Missy mittlerweile den Trotz-Höhepunkt erreicht hat... haha. Zwar bin ich mir vollkommen im Klaren dass alles miteinander zusammen hängt: Der Urlaub, die Großeltern-Verwöhnung, der Schnuller, die KiGa Ferien und der Beginn der windelfreien Zeit. Trotzdem sägt es enorm an den Nerven und der Geduld. Es gibt eigentlich kaum noch einen Tag seitdem wir wieder hier sind an dem mir Abends nicht der Kopf dröhnt. Von der dauernden Lautstärke, den Trotzanfällen, den Diskussionen, den Verboten und meinem fehlenden Rückzugsort (wie und wo auch immer dieser zu finden ist). Wem jetzt auf der Zunge liegt: "Willkommen im Kleinkind-Alltag" dem komme hiermit eine Einladung zu Kaffee und Kuchen zu, möglichst an einem Sonntag, denn die sind unsere ganz persönlichen Highlight Tage.
Ja, alles geht vorbei. Irgendwann. Aber man muss auch mal sagen, dass dieses Irgendwann gerade ziemlich auf sich warten lässt.
Donnerstag, 1. Januar 2015
Frohes neues altes Jahr
Und wieder ein neues Jahr. Wie habe ich es angefangen? Unspektakulär, nämlich in der hessischen Heimat. Am aufregendsten war es wohl für Missy, die dieses Silvester nämlich zum ersten Mal nicht verschlafen hat sondern aufwachte und ängstlich meinte: "Es brummt so laut". Also schaute man sich das Brummen gemeinsam an und das wars dann auch. Fragte man sie heute wie es ihr gefallen habe zuckte sie lediglich mit den Schultern.
Schulterzuckend sitze ich nun hier und überlege ob ich mir vielleicht etwas Kluges für das neue Jahr vornehmen sollte. Wahrscheinlich und besser sollte ich es mal gleich lassen. Blicke ich nämlich auf das letzte Jahr zurück muss ich erkennen dass da nicht viele Erträge zu erkennen sind von den "guten Vorsätzen". Man fragt sich ja leider doch immer mal wieder am Ende eines Jahres was man eigentlich unter dem Strich erreich hat.
"Bravo, du Pfeife", muss ich dann zu mir selbst sagen...
Das Kind erzieht man zu oft plan- und orientierungslos, zu oft verliert man sich in Vorwürfen wegen der Berufstätigkeit plus Kind, zu oft streitet man sich mit (mit sämtlichen Beteiligten in sämtlichen Lebenslagen) und zu oft nimmt man sich Dinge vor. Und das Schlimmste: Zu oft reflektiert man dass man eben jene wieder nicht umgesetzt hat, nur um sie sich erneut vorzunehmen und so weiter und so weiter. Der Mensch an sich ist schon wirklich doof oder vielleicht auch einfach nur faul. Ob jetzt das Eine oder das Andere schlimmer ist sei mal dahin gestellt.
Mein letztes Jahr? Da wollte ich doch alles anders machen als noch in Marburg. Mich selbst neu "machen". Mal anders auf Menschen wirken. Wie wirke ich jetzt nach 1,5 Jahren Karlsruhe? Reflektiert (haha) betrachtet wahrscheinlich zu oft überfordert, überspannt, nervös, traurig, zu ruhig. Beruflich klappt es ganz gut, laut Meinung des Informatikers stecke ich aber wohl wieder zu viel ein. Mache zu wenig den Mund auf, wehre mich zu wenig wenn es angebracht wäre. Kann man nun an dieser Außenwirkung noch etwas ändern oder muss ich wieder erst damit warten bis ich in eine neue fremde Stadt ziehe?
Himmel, noch nie habe ich weniger gewusst wer ich eigentlich bin als in diesem Jahr. Trotz Freunde, Missy und Informatiker bin ich verlorener als jemals zuvor. Ist wohl auch nicht sonderlich förderlich für Bekanntschaften und Beziehungen.
Man/ich versuche trotzdem immer wieder Besserung zu loben und es ist wohl auch nur dieser innere Schweinehund der überwunden werden müsste um endlich mal nicht nur zufrieden sondern GLÜCKLICH zu leben.
Man/Ehemann/Tochter/Freunde/Bekannte verzeihen mir bitte alle gesammelten Nachlässigkeiten in jedweder Beziehung. Es war nie so gemeint wie es vielleicht manchmal ankam.
Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr. Darauf dass jeder sein Glück findet. Ich für meinen Teil wäre schon zufrieden wenn ich endlich mal sehen würde welches Glück bereits vor meinen Augen ist.
Schulterzuckend sitze ich nun hier und überlege ob ich mir vielleicht etwas Kluges für das neue Jahr vornehmen sollte. Wahrscheinlich und besser sollte ich es mal gleich lassen. Blicke ich nämlich auf das letzte Jahr zurück muss ich erkennen dass da nicht viele Erträge zu erkennen sind von den "guten Vorsätzen". Man fragt sich ja leider doch immer mal wieder am Ende eines Jahres was man eigentlich unter dem Strich erreich hat.
"Bravo, du Pfeife", muss ich dann zu mir selbst sagen...
Das Kind erzieht man zu oft plan- und orientierungslos, zu oft verliert man sich in Vorwürfen wegen der Berufstätigkeit plus Kind, zu oft streitet man sich mit (mit sämtlichen Beteiligten in sämtlichen Lebenslagen) und zu oft nimmt man sich Dinge vor. Und das Schlimmste: Zu oft reflektiert man dass man eben jene wieder nicht umgesetzt hat, nur um sie sich erneut vorzunehmen und so weiter und so weiter. Der Mensch an sich ist schon wirklich doof oder vielleicht auch einfach nur faul. Ob jetzt das Eine oder das Andere schlimmer ist sei mal dahin gestellt.
Mein letztes Jahr? Da wollte ich doch alles anders machen als noch in Marburg. Mich selbst neu "machen". Mal anders auf Menschen wirken. Wie wirke ich jetzt nach 1,5 Jahren Karlsruhe? Reflektiert (haha) betrachtet wahrscheinlich zu oft überfordert, überspannt, nervös, traurig, zu ruhig. Beruflich klappt es ganz gut, laut Meinung des Informatikers stecke ich aber wohl wieder zu viel ein. Mache zu wenig den Mund auf, wehre mich zu wenig wenn es angebracht wäre. Kann man nun an dieser Außenwirkung noch etwas ändern oder muss ich wieder erst damit warten bis ich in eine neue fremde Stadt ziehe?
Himmel, noch nie habe ich weniger gewusst wer ich eigentlich bin als in diesem Jahr. Trotz Freunde, Missy und Informatiker bin ich verlorener als jemals zuvor. Ist wohl auch nicht sonderlich förderlich für Bekanntschaften und Beziehungen.
Man/ich versuche trotzdem immer wieder Besserung zu loben und es ist wohl auch nur dieser innere Schweinehund der überwunden werden müsste um endlich mal nicht nur zufrieden sondern GLÜCKLICH zu leben.
Man/Ehemann/Tochter/Freunde/Bekannte verzeihen mir bitte alle gesammelten Nachlässigkeiten in jedweder Beziehung. Es war nie so gemeint wie es vielleicht manchmal ankam.
Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr. Darauf dass jeder sein Glück findet. Ich für meinen Teil wäre schon zufrieden wenn ich endlich mal sehen würde welches Glück bereits vor meinen Augen ist.
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Nachdenken
Montag, 10. November 2014
Von Butterbäumen, gepressten Bienen und dem Weihnachtsmann, der nur lieben Kinder Geschenke bringt
Gibts ja nicht, ist ja schon bald wieder Weihnachten. Und wie es sich für eine ordentliche Reli-Lehrerin gehört kommt bei uns selbstverständlich das Christkind der Weihnachtsmann. Schuld daran ist neben dem Atheisten an meiner Seite wohl aber auch eins meiner eigenen Kinderbücher. Eben jenes erzählt von den Weihnachtsmännern, die Urlaub in der Karibik machen. Und dieses fiel Missy kürzlich in die Hände und wie erklärt man jetzt bitte schön einer 2jährigen, dass es da ja ursprünglich jemand anderen gibt? Lässt man einfach. Denn Mann/Frau/Mutter/Vater umschifft momentan möglichst jeden auch noch so kleinen Wutausbruch-Anlass. Auch wenn es zu Lasten des Christkindes geht.
Was denn da los? Fragen wir uns gefühlt jeden zweiten Tag auch. "Ach sie muss halt ihre Grenzen austesten," meinen Manche und schlucken dann kurz darauf schwer wenn sie es zeitnah tut. Wenigstens fühlt man sich unter Eltern gleichaltriger Monster verstanden. Man nickt sich wissend und mitfühlend zu, wenn man die Befürchtungen austauscht, die Nachbarn würden die Polizei o.ä. rufen wenn man sich erdreistet dem Spross die Zähne zu putzen. Oder Haare waschen... Nur so viel: Geschrei in einem Splatter Film ist harmloser.
Zurück zumChristkind Weihnachtsmann. Mich beschleicht seit gestern das ungute Gefühl dass meine Missy definitiv noch Probleme mit Zeitspannen hat. Die Bedeutungen von "Bald", "Demnächst" und "Das dauert noch" dringen ebenso wenig in die Gehirnareale vor wie Leberwurst auf mein Brot (oder Sülzwurst). Sprich, es war ein Fehler ihr so früh von Weihnachten zu erzählen. Wann wäre der beste Zeitpunkt gewesen? Zwei Stunden vor der Bescherung.
Allerdings bin ich jetzt auch absolut in die Mama-Oberliga aufgerückt, denn ich kann sie damit erpressen. Hach, herrlich. Nach Hinweisen, dass der Weihnachtsmann aber nur lieben Kindern Geschenke bringt, macht Missy wenigstens den Anschein als würde sie darüber nachdenken. Ob das jetzt irgendwelche positiven Auswirkungen auf "ihre fünf Minuten" hat sei mal dahingestellt, aber an irgendwas muss man sich manchmal einfach klammern können. Auch wenn es lustig klingt, aber diese PHASE schafft mich zur Zeit wirklich. Aussagen wie "Das geht vorbei, dann ist die Pubertät da." sind auch nicht mehr lustig für mich. So was will man nicht hören. Diese Kämpfe kosten mich oft einiges an Kraft.
MS? Schläft. Momentan irgendwie auch im wörtlichen Sinne, denn die Müdigkeit hat mich ziemlich im Griff. Oft lege ich mich nach Arbeit kurz auf die Couch um etwas zu lesen und keine fünf Minuten später schlafe ich ein. Ein Schub? Nach meiner persönlichen Definition nicht. Die da wäre? Kaum noch laufen können. Also was tun? Kaffee, Kaffee, Ausruhen.
Arbeit? Hier wird viel gelacht und selbstverständlich ungemein viel gelernt. Meine Drittklässler sind beispielsweise während des Themas "Ernährung" teilweise der festen Überzeugung, dass Butter auf Bäumen wächst und Honig aus gepressten Bienen hergestellt wird. Hach ja, die Dorfkinderwelt. Rauszukriegen ist es aus Manchen nur schwer. Hach ja, diese elend lange Trotzphase.
Nächste Woche schreiben wir einen Test. Wollen wir doch mal sehen wer am längeren Trotzhebel sitzt...
Was denn da los? Fragen wir uns gefühlt jeden zweiten Tag auch. "Ach sie muss halt ihre Grenzen austesten," meinen Manche und schlucken dann kurz darauf schwer wenn sie es zeitnah tut. Wenigstens fühlt man sich unter Eltern gleichaltriger Monster verstanden. Man nickt sich wissend und mitfühlend zu, wenn man die Befürchtungen austauscht, die Nachbarn würden die Polizei o.ä. rufen wenn man sich erdreistet dem Spross die Zähne zu putzen. Oder Haare waschen... Nur so viel: Geschrei in einem Splatter Film ist harmloser.
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Allerdings bin ich jetzt auch absolut in die Mama-Oberliga aufgerückt, denn ich kann sie damit erpressen. Hach, herrlich. Nach Hinweisen, dass der Weihnachtsmann aber nur lieben Kindern Geschenke bringt, macht Missy wenigstens den Anschein als würde sie darüber nachdenken. Ob das jetzt irgendwelche positiven Auswirkungen auf "ihre fünf Minuten" hat sei mal dahingestellt, aber an irgendwas muss man sich manchmal einfach klammern können. Auch wenn es lustig klingt, aber diese PHASE schafft mich zur Zeit wirklich. Aussagen wie "Das geht vorbei, dann ist die Pubertät da." sind auch nicht mehr lustig für mich. So was will man nicht hören. Diese Kämpfe kosten mich oft einiges an Kraft.
MS? Schläft. Momentan irgendwie auch im wörtlichen Sinne, denn die Müdigkeit hat mich ziemlich im Griff. Oft lege ich mich nach Arbeit kurz auf die Couch um etwas zu lesen und keine fünf Minuten später schlafe ich ein. Ein Schub? Nach meiner persönlichen Definition nicht. Die da wäre? Kaum noch laufen können. Also was tun? Kaffee, Kaffee, Ausruhen.
Arbeit? Hier wird viel gelacht und selbstverständlich ungemein viel gelernt. Meine Drittklässler sind beispielsweise während des Themas "Ernährung" teilweise der festen Überzeugung, dass Butter auf Bäumen wächst und Honig aus gepressten Bienen hergestellt wird. Hach ja, die Dorfkinderwelt. Rauszukriegen ist es aus Manchen nur schwer. Hach ja, diese elend lange Trotzphase.
Nächste Woche schreiben wir einen Test. Wollen wir doch mal sehen wer am längeren Trotzhebel sitzt...
Montag, 6. Oktober 2014
Wie funktioniert das, MS und...? Teil 1
MS und Kind?
Mal gleich zu Anfang der "Riesen Klopper". Warum auch klein anfangen?
Wie kam denn nun die MS-Kranke zum Kind? Irgendwie auf den konkreten Gedanken durch den Neurologen. Den netten Arzt damals in Marburg im Klinikum zu dem alle (Frauen) wollten. Der Arzt, der mich einmal (wirklich wahr!) im Sommer fragte ob es mir etwas ausmache wenn er seinen Arztkittel etwas aufknöpfen würde. Klingt plump, war es aber nicht. Zum nächsten Termin entschied dann der Informatiker mal mitzukommen...
Kurzum, irgendwann sprach mich der Arzt auf einen möglichen Kinderwunsch an. Ich war baff, meinte er nämlich ich sei ja momentan geradezu unheimlich stabil was die Krankheit betrifft und zum anderen würde ich ja auch nicht jünger werden. Mit diesem Gedankenkarussell entließ er mich also und aus vagen Gesprächen wurde später konkrete Planung, die schließlich auf einen positiven Schwangerschaftstest hinausliefen. Von diesem Arztgespräch bis hin zum besagten Test waren es gute neun Monate.
Über die darauffolgenden Monate habe ich an anderen Stellen berichtet. Die MS schlug auf eine Art und Weise zu wie es niemand erahnt hätte und übertraf alles was vorher war. Nun gut, um es kurz zu fassen: Wie funktioniert MS und Schwangerschaft? In meinem Fall gar nicht (gut).
Weiter im Text. Missy war da und ich wurde stabiler bis hin zu genesen und stabil. So sollte man also meinen die MS und das Kind stellen kein Problem dar. Würde ich also jeder anderen kranken Frau auch zu einem Kind raten bzw. es guten Gewissens empfehlen? Weiß ich nicht. Genauso wenig wie ich weiß wie ich mich entschieden hätte wenn ich in allen Einzelheiten vorher über die Auswirkungen die die Schwangerschaft hatte, gewusst hätte. Ich liebe mein Mädchen über alles, aber ich weiß es einfach nicht. Und wenn die Ärzte noch so oft sagen, dass Schübe in der Schwangerschaft quasi ausgeschlossen sind, niemand garantiert dass es wirklich so ist.
Zum Kern: Wie funktioniert MS und Kind denn nun? Kurz gesagt: In den ersten 2,5 Lebensjahren der Süßen sehr gut. Was braucht es dazu? Viel viel positiven Lebenswillen und Liebe. Und das Selbstvertrauen dass man alles irgendwie geschaukelt bekommt. Ohne das ist man verloren.
"Gut, das sagt sie jetzt," meint vielleicht Mancher und Recht hat er im gewissen Grad auch. Warum? Weil ich in diesen 2,5 Jahren bislang einen einzigen Schub hatte und währenddessen sogar zu Besuch bei den Großeltern war. Was mache ich wenn der nächste Schub - und er wird irgendwann kommen - nicht in den Heimaturlaub fällt? Dann werde ich nicht arbeiten gehen, Missy in den Kindergarten. Ich werde nervlich angespannter sein, abends auf der Couch wohl auch mal ein Tränchen verdrücken aber doch wissen dass es wieder vorbei geht. Es geht immer vorbei. Immer. Der Informatiker wird neben mir sitzen, fragen ob er etwas tun kann. Ich werde antworten dass er mich einfach nur im Arm halten soll und ich nicht darüber reden mag. So gut es eben geht wird der Zustand auf seine Art Normalität. Das ist mein Wunsch-Vorgehen. Und ich weiß dass ich es schaffen kann, denn wie der Informatiker immer ganz gerne betont, schaffe ich das auch für meine kleine Maus. Für sie bin ich mir selbst verpflichtet stark zu sein. Sie wächst mit einer kranken Mama auf und wird irgendwann miterleben müssen was das bedeutet. Sie wird mich irgendwann fragen was das bedeutet. Das hat zwar noch Zeit aber dann will ich, dass sie sagen kann: "Ich habe eine starke Mama." Und der Mann an meiner Seite der bis jetzt alles mit durchgestanden hat, auch wenn es oft mehr als verd... schwer war, soll sagen können: "Sie schafft das."
Mal gleich zu Anfang der "Riesen Klopper". Warum auch klein anfangen?
Wie kam denn nun die MS-Kranke zum Kind? Irgendwie auf den konkreten Gedanken durch den Neurologen. Den netten Arzt damals in Marburg im Klinikum zu dem alle (Frauen) wollten. Der Arzt, der mich einmal (wirklich wahr!) im Sommer fragte ob es mir etwas ausmache wenn er seinen Arztkittel etwas aufknöpfen würde. Klingt plump, war es aber nicht. Zum nächsten Termin entschied dann der Informatiker mal mitzukommen...
Kurzum, irgendwann sprach mich der Arzt auf einen möglichen Kinderwunsch an. Ich war baff, meinte er nämlich ich sei ja momentan geradezu unheimlich stabil was die Krankheit betrifft und zum anderen würde ich ja auch nicht jünger werden. Mit diesem Gedankenkarussell entließ er mich also und aus vagen Gesprächen wurde später konkrete Planung, die schließlich auf einen positiven Schwangerschaftstest hinausliefen. Von diesem Arztgespräch bis hin zum besagten Test waren es gute neun Monate.
Über die darauffolgenden Monate habe ich an anderen Stellen berichtet. Die MS schlug auf eine Art und Weise zu wie es niemand erahnt hätte und übertraf alles was vorher war. Nun gut, um es kurz zu fassen: Wie funktioniert MS und Schwangerschaft? In meinem Fall gar nicht (gut).
Weiter im Text. Missy war da und ich wurde stabiler bis hin zu genesen und stabil. So sollte man also meinen die MS und das Kind stellen kein Problem dar. Würde ich also jeder anderen kranken Frau auch zu einem Kind raten bzw. es guten Gewissens empfehlen? Weiß ich nicht. Genauso wenig wie ich weiß wie ich mich entschieden hätte wenn ich in allen Einzelheiten vorher über die Auswirkungen die die Schwangerschaft hatte, gewusst hätte. Ich liebe mein Mädchen über alles, aber ich weiß es einfach nicht. Und wenn die Ärzte noch so oft sagen, dass Schübe in der Schwangerschaft quasi ausgeschlossen sind, niemand garantiert dass es wirklich so ist.
Zum Kern: Wie funktioniert MS und Kind denn nun? Kurz gesagt: In den ersten 2,5 Lebensjahren der Süßen sehr gut. Was braucht es dazu? Viel viel positiven Lebenswillen und Liebe. Und das Selbstvertrauen dass man alles irgendwie geschaukelt bekommt. Ohne das ist man verloren.
"Gut, das sagt sie jetzt," meint vielleicht Mancher und Recht hat er im gewissen Grad auch. Warum? Weil ich in diesen 2,5 Jahren bislang einen einzigen Schub hatte und währenddessen sogar zu Besuch bei den Großeltern war. Was mache ich wenn der nächste Schub - und er wird irgendwann kommen - nicht in den Heimaturlaub fällt? Dann werde ich nicht arbeiten gehen, Missy in den Kindergarten. Ich werde nervlich angespannter sein, abends auf der Couch wohl auch mal ein Tränchen verdrücken aber doch wissen dass es wieder vorbei geht. Es geht immer vorbei. Immer. Der Informatiker wird neben mir sitzen, fragen ob er etwas tun kann. Ich werde antworten dass er mich einfach nur im Arm halten soll und ich nicht darüber reden mag. So gut es eben geht wird der Zustand auf seine Art Normalität. Das ist mein Wunsch-Vorgehen. Und ich weiß dass ich es schaffen kann, denn wie der Informatiker immer ganz gerne betont, schaffe ich das auch für meine kleine Maus. Für sie bin ich mir selbst verpflichtet stark zu sein. Sie wächst mit einer kranken Mama auf und wird irgendwann miterleben müssen was das bedeutet. Sie wird mich irgendwann fragen was das bedeutet. Das hat zwar noch Zeit aber dann will ich, dass sie sagen kann: "Ich habe eine starke Mama." Und der Mann an meiner Seite der bis jetzt alles mit durchgestanden hat, auch wenn es oft mehr als verd... schwer war, soll sagen können: "Sie schafft das."
Sonntag, 28. September 2014
Neues aus Tollhaus
Unter dem Titel Aufstehen mit Kindern wird auf amüsante Weise "erzählt" wie sich so ein Morgen mit Kindern abspielen kann. Als ich es las musste ich zum einen amüsiert lachen, aber auch an den meisten Stellen nicken, denn es trifft den Nagel auf dem Kopf. Ebenso wie das Tempo des Textes. Sollte jemand ernsthaft denken es sei ruhig und entspannt morgens ein oder mehrere Kleinkinder fertig zu machen, dem empfehle ich einen Realitätsbesuch. Denn diese, die Realität, kann mitunter schlicht "furchtbar" sein. Auch wenn sich Manches noch so lustig liest, ist es in der Realität oftmals genau das Gegenteil und manchmal auch nervenaufreibend.
Ein Beispiel aus unserem Leben, was wohlgemerkt zur Zeit sehr durch die Trotzphase an ihrem (hoffentlich) Höhepunkt gezeichnet ist:
Sonntags Vormittags, kurz vor dem Essen kochen.
Ich spiele doch die ganze Zeit mit dir. Ja, ich will halt nur mal kurz einen Schluck Wasser trinken. Du auch? Hier. Jetzt doch nicht? Dann nicht. Ich habe das Glas weggestellt weil du gesagt hast du willst nichts und damit wir spielen können. Ein anderes Spiel? Aber wir haben es doch noch gar nicht angefang... Ok, dann hol halt ein anderes. Ich? Nein, das machst du mal schön selbst.
Wir spielen irgendwann
Missy, jetzt spielst du einen Moment alleine weiter, ich muss jetzt die Spätzle machen in der Küche. Nein, es gibt erst nachher essen. Du sollst das Spiel nicht runterwerfen. Da musst du jetzt auch nicht weinen. Ich gehe in die Küche.
Die Hälfte der Zeit die ich in der Küche verbrachte hatte ich eine Dauersirene neben mir.
Nein der Papa spielt jetzt auch nicht mit dir, wir kochen. Nein, die Spätzle sind noch nicht fertig, siehst du doch. Legst du die Karotte die du von Papa bekommen hast bitte nicht auf den Boden? Hörst du? Ich nehme sie dir sonst weg. Jetzt brauchst du nicht weinen, wir haben es dir gesagt.
Das Essen ist fertig und wir sitzen am Tisch.
Du willst ein Messer? Hier, ich zeige dir wie man es nimmt. Nicht den Tisch schneiden. Ja es freut mich dass es dir schmeckt. Trotzdem sollst du auch etwas Kohlrabi essen. Nein, der ist nicht blöd. Erst den Kohlrabi leer essen, sonst gibts keine Spätzle mehr. Doch. Doch. Doch. Ich sage jetzt nichts mehr. Weil ich auch mal was essen will. Ja der Papa hat geschimpft weil du die Gabel rumgeworfen hast. Nein, da will ich dich jetzt auch nicht trösten. Ja, schön, jetzt hast du den Kohlrabi gegessen, wars so schlimm? Siehste, dann hat sich das Theater doch gar nicht gelohnt. Ok, ich zeig dir noch mal wie es mit Messer und Gabel funktioniert. Ja, der Papa hat gerade gelacht. Weil, weil... weil er gerade an einen Witz gedacht hat. Schau so hälst du die Gabel... lass es dir doch mal zeigen. Hör mal wenn du jetzt nur Mist machst räume ich das Essen weg. Hör auf zu weinen, ich hatte dich gewarnt.
Teller weg, Kind verheult und kurz vor dem Mittagsschlaf.
Nein wir haben keine Zeit mehr. Doch du wirst jetzt schlafen. Ja wir schlafen auch. Den Turm kannst du bauen wenn du geschlafen hast. Ja. Schlaf gut.
Zusammenfassend: Man nimmt sich ja oft vor das Leben/den Alltag zu entschleunigen, aber oft und in bestimmt Situationen funktioniert das kaum.
Kritiker mögen denken, dass ich zu oft "Nein" sage und vieles zu negativ rüberkommt... aber ernsthaft... man muss auch mal ehrlich sein.
Ein Beispiel aus unserem Leben, was wohlgemerkt zur Zeit sehr durch die Trotzphase an ihrem (hoffentlich) Höhepunkt gezeichnet ist:
Sonntags Vormittags, kurz vor dem Essen kochen.
Ich spiele doch die ganze Zeit mit dir. Ja, ich will halt nur mal kurz einen Schluck Wasser trinken. Du auch? Hier. Jetzt doch nicht? Dann nicht. Ich habe das Glas weggestellt weil du gesagt hast du willst nichts und damit wir spielen können. Ein anderes Spiel? Aber wir haben es doch noch gar nicht angefang... Ok, dann hol halt ein anderes. Ich? Nein, das machst du mal schön selbst.
Wir spielen irgendwann
Missy, jetzt spielst du einen Moment alleine weiter, ich muss jetzt die Spätzle machen in der Küche. Nein, es gibt erst nachher essen. Du sollst das Spiel nicht runterwerfen. Da musst du jetzt auch nicht weinen. Ich gehe in die Küche.
Die Hälfte der Zeit die ich in der Küche verbrachte hatte ich eine Dauersirene neben mir.
Nein der Papa spielt jetzt auch nicht mit dir, wir kochen. Nein, die Spätzle sind noch nicht fertig, siehst du doch. Legst du die Karotte die du von Papa bekommen hast bitte nicht auf den Boden? Hörst du? Ich nehme sie dir sonst weg. Jetzt brauchst du nicht weinen, wir haben es dir gesagt.
Das Essen ist fertig und wir sitzen am Tisch.
Du willst ein Messer? Hier, ich zeige dir wie man es nimmt. Nicht den Tisch schneiden. Ja es freut mich dass es dir schmeckt. Trotzdem sollst du auch etwas Kohlrabi essen. Nein, der ist nicht blöd. Erst den Kohlrabi leer essen, sonst gibts keine Spätzle mehr. Doch. Doch. Doch. Ich sage jetzt nichts mehr. Weil ich auch mal was essen will. Ja der Papa hat geschimpft weil du die Gabel rumgeworfen hast. Nein, da will ich dich jetzt auch nicht trösten. Ja, schön, jetzt hast du den Kohlrabi gegessen, wars so schlimm? Siehste, dann hat sich das Theater doch gar nicht gelohnt. Ok, ich zeig dir noch mal wie es mit Messer und Gabel funktioniert. Ja, der Papa hat gerade gelacht. Weil, weil... weil er gerade an einen Witz gedacht hat. Schau so hälst du die Gabel... lass es dir doch mal zeigen. Hör mal wenn du jetzt nur Mist machst räume ich das Essen weg. Hör auf zu weinen, ich hatte dich gewarnt.
Teller weg, Kind verheult und kurz vor dem Mittagsschlaf.
Nein wir haben keine Zeit mehr. Doch du wirst jetzt schlafen. Ja wir schlafen auch. Den Turm kannst du bauen wenn du geschlafen hast. Ja. Schlaf gut.
Zusammenfassend: Man nimmt sich ja oft vor das Leben/den Alltag zu entschleunigen, aber oft und in bestimmt Situationen funktioniert das kaum.
Kritiker mögen denken, dass ich zu oft "Nein" sage und vieles zu negativ rüberkommt... aber ernsthaft... man muss auch mal ehrlich sein.
Dienstag, 23. September 2014
Sommerloch
Zugegeben, hier war ja weniger als nichts los in der letzten Zeit. Müßig irgendwelche Ausreden zu finden. Mir war schlicht nicht danach. Passiert. Oder: Dann ist das halt so. Womit ich dann auch direkt mal den Einstieg habe. Diese Aussagen wie "Passiert" oder "Dann ist das halt so" werden ja momentan inflationär benutzt. Ich kenne kaum jemanden der während eines (längeren) Gesprächs eben jene nicht fallen lässt. Scheint wie eine Art Virus zu sein. Gibts denn irgendein Buch in dem die neuen hippen Gesprächsfloskeln stehen? Selbst vor meinen Eltern machen sie nicht halt. Ich warte nur auf den Tag, an dem Missy mir mit einem "Passiert" um die Ecke kommt.
So viel zum Einstieg. Was passiert sonst noch so? Schule hat wieder angefangen und ich war bereits am ersten Tag noch vor der ersten Stunde heiser. Die Heiserkeit nach sechs Wochen Pause ist keine Seltenheit, dass ich allerdings schon vor dem ersten "Guten Morgen" kaum einen Ton rausbekomme ist neu. Schuld ist der allseits bekannte und heimtückische Kindergarten-Husten. Nachdem nämlich auch die KiTa Ferien vorüber waren und Missy die ersten Stunden verbrachte, stellten wir fest dass auch die Viren die Ferien beendet hatten. Bis vor kurzem schwang ich noch große Reden dass diese mir nichts anhaben können. Immerhin hatten wir uns ja schließlich nach den meinen Berufsjahren miteinander arrangiert... die Kinderkeime und ich. Eigentlich. So huste ich also seit geraumer Zeit fröhlich vor mich hin.
Und sonst? MS? Nichts. Am Donnerstag habe ich meinen regulären Neurologen Kontroll-Termin. Und da ich brav war und mich rechtzeitig um die regelmäßige Blutuntersuchung gekümmert habe wird es nichts zu meckern geben. Fein.
Zu Hause? Wir waren im Urlaub auf Norderney. Schöne Sache. Ich würde sogar fast so weit gehen und sagen dass es "richtiger Urlaub" war. Abgesehen von der Autofahrt hin und zurück, da unser Brülläffchen Fahrten ab zehn Kilometer immer noch zum heulen findet. Bravo. Aber es sind ja alles nur Phasen also vergibt man. Was soll man auch sonst machen.
Missy? Redet wie ein Wasserfall und bockt. "Warum soll es dir denn besser gehen als allen anderen?", meinte kürzlich eine Kollegin als ich ihr von einem neuerlichen
Informatiker? Hat uns mal nebenbei ein neues Auto gekauft. Und ich fahre es :-)
Das war es erst mal und hiermit melde ich mich offizielle aus dem/meinen Sommerloch zurück. Immerhin ist ja jetzt auch Herbst.
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Mittwoch, 9. Juli 2014
Das könnte ja so langsam mal aufhören
Momentan ist Missy krank. Irgendwas zwischen dem 3-Tage-Fieber und was auch immer. Sie trägt es aber mit beneidenswerter Fassung, so dass man sich als Erwachsener mal eine Scheibe abschneiden könnte. Krank bedeutet also kein Kindergarten und somit dienstfrei für mich. Seit Montag. Und was soll ich sagen? Wir haben ein paar wirklich wirklich schöne und entspannte Tage hinter uns. Morgen geht sie dann wieder in den Kindergarten und ich arbeiten und mir fällt es mal wieder unglaublich schwer (loszulassen). Noch schlimmer ist dieses Gefühl eines schlechten Gewissens weil ich mein kleines Mädchen wegschicke, nur damit ich arbeiten gehen kann. Woher kommt das frage ich mich mal wieder. Was soll denn das? Die Erzieherinnen sagen wie gut es ihr dort gefällt. Ich sehe und höre ihre Fortschritte. Sie fragt jeden Tag wann sie wieder hin gehen darf. Sie erzählt von Freunden und lacht stets dabei. Mal abgesehen davon dass ich unheimlich gerne in meinem Beruf arbeite und komplett darin aufgehen kann.
Es gibt also keine Probleme aber trotzdem kämpfe ich noch immer mit diesem schlechten Gewissen. Liegt das in der Natur einer Mama? Vielleicht oder wahrscheinlich auch irgendwie in meiner eigenen Natur? Wird dir als berufstätige Mutter immer mal wieder bewusst oder unbewusst vor Augen geführt dass du dein Kind "fremd betreuen" lässt? Selbst wenn - und ich erlebe immer mal wieder solche Situationen - sollte man da nicht irgendwann mal drüber stehen? Ich kann mein Lebensmodell vertreten und es verfechten, aber warum habe ich immer wieder dieses blöde schlechte Gewissen??
Es gibt also keine Probleme aber trotzdem kämpfe ich noch immer mit diesem schlechten Gewissen. Liegt das in der Natur einer Mama? Vielleicht oder wahrscheinlich auch irgendwie in meiner eigenen Natur? Wird dir als berufstätige Mutter immer mal wieder bewusst oder unbewusst vor Augen geführt dass du dein Kind "fremd betreuen" lässt? Selbst wenn - und ich erlebe immer mal wieder solche Situationen - sollte man da nicht irgendwann mal drüber stehen? Ich kann mein Lebensmodell vertreten und es verfechten, aber warum habe ich immer wieder dieses blöde schlechte Gewissen??
Montag, 7. Juli 2014
Faulheit
Ach herjeh, ist das furchtbar wenn man es sich so gemütlich gemacht hat und am liebsten alles genau so lassen würde.
Furchtbar aber auch wenn man im Kopf so viele mögliche Projekte hat und es nur an einem mangelt. Am Antrieb. Mittlerweile ist Missy beinah 2,5 Jahre alt und ich kann sie nicht mehr wirklich als Grund vorschieben dass ich zu nichts kommen würde. Ich lebe und arbeite vernünftig in der neuen Stadt, habe Anschluss gefunden und vereinsame folglich nicht. Außerdem kann ich mich über fehlende (Frei)Zeit nicht beklagen. Sämtliche Faktoren würde also für "Projekte"sprechen. Welche Projekte? Kleine bis hin zu Großen. Angefangen beim regelmäßigeren Besuch im Fitnessstudio bis hin zu einer Idee, die noch nicht im Entferntesten spruchreif ist (Nein, kein zweites Kind!). Woran hängt es dann also, dass ich kaum was angehe und während meiner freien Zeit lieber lese, lese, lese? An nichts weiter als der Bequemlichkeit. Liege ich dann Abends im Bett bin ich wenigstens konsequenterweise so unzufrieden wie selten vorher. Wie gesagt... früher konnte ich wenigstens noch Missy, die MS (obwohl ich zu deren Hochzeiten einen enormen Antrieb entwickeln kann), die frühere Depression oder einen stressigen Arbeitstag als "Entschuldigung" vorschieben. Was schreckt denn dann wirklich vor dem "Anfangen und Angehen gewisser Projekte" ab? Der Gedanke und das Wissen dass es zu viele andere Menschen gibt, die sicherlich genau das Gleiche (besser) machen und ich schlichtweg immer in der Menge untergehen könnte. "Das wird immer so sein. Das sollte dich aber eher anspornen und nicht abschrecken", meint dazu mein Informatiker. Ich solle es versuchen, egal was. Hat er wahrscheinlich recht. Mal wieder.
Furchtbar aber auch wenn man im Kopf so viele mögliche Projekte hat und es nur an einem mangelt. Am Antrieb. Mittlerweile ist Missy beinah 2,5 Jahre alt und ich kann sie nicht mehr wirklich als Grund vorschieben dass ich zu nichts kommen würde. Ich lebe und arbeite vernünftig in der neuen Stadt, habe Anschluss gefunden und vereinsame folglich nicht. Außerdem kann ich mich über fehlende (Frei)Zeit nicht beklagen. Sämtliche Faktoren würde also für "Projekte"sprechen. Welche Projekte? Kleine bis hin zu Großen. Angefangen beim regelmäßigeren Besuch im Fitnessstudio bis hin zu einer Idee, die noch nicht im Entferntesten spruchreif ist (Nein, kein zweites Kind!). Woran hängt es dann also, dass ich kaum was angehe und während meiner freien Zeit lieber lese, lese, lese? An nichts weiter als der Bequemlichkeit. Liege ich dann Abends im Bett bin ich wenigstens konsequenterweise so unzufrieden wie selten vorher. Wie gesagt... früher konnte ich wenigstens noch Missy, die MS (obwohl ich zu deren Hochzeiten einen enormen Antrieb entwickeln kann), die frühere Depression oder einen stressigen Arbeitstag als "Entschuldigung" vorschieben. Was schreckt denn dann wirklich vor dem "Anfangen und Angehen gewisser Projekte" ab? Der Gedanke und das Wissen dass es zu viele andere Menschen gibt, die sicherlich genau das Gleiche (besser) machen und ich schlichtweg immer in der Menge untergehen könnte. "Das wird immer so sein. Das sollte dich aber eher anspornen und nicht abschrecken", meint dazu mein Informatiker. Ich solle es versuchen, egal was. Hat er wahrscheinlich recht. Mal wieder.
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Mittwoch, 18. Juni 2014
Trotzen mal anders
Heute morgen vor dem Kindergarten:
Missy und ich sind im Bad und jeder putzt (auf seine Art) Zähne. Anschließend noch Haare kämmen und ich war erstaunt wie problem/schrei-los alles vonstatten ging. Da ich selbst ja auch möglichst manierlich das Haus verlassen will dauerte das Haare machen bei mir etwas länger als bei dem Mini Mädchen. Ich nahm das zum Anlass sie zu bitten doch schon mal ihre Sandalen anzuziehen. Gesagt, gemotzt. Das könne sie doch nicht und ich solle es machen. Was macht man also? Ermutigt die 2jährige es wenigstens mal zu versuchen (sie kann es in der Tat). Macht sie dann sogar, leider verkehrt herum aber sonst klappt es einwandfrei. Ich lobe sie also überschwänglich um ihr dann möglichst schonend beizubringen dass die Schuhe gewechselt werden müss(t)en. Gedanklich bereits bei lautstarken Toben und Meckern, schlage ich also den Wechsel vor. Und siehe da, sie nimmt den Vorschlag anstandslos an und gemeinsam gehen wir es an. Sie, fertig angezogen, zieht während ich auch beinah fertig bin, ihre Runden im Flur und verschluckt sich (an einem Fussel). Und da wars vorbei mit der guten Laune. Sie hustet kurz und kommt panisch zu mir geflitzt. "Ich hab Husten *wein*, nich schön *wein*. Ich kann nich mit Mama sprechen *wein wein* Missy is traurig *wein wein heul*.
Ach du liebe Zeit, denke ich mir und versuche das arme aufgelöste Würmchen zu trösten. Ihr "Husten" ist längst weg, doch sie kann sich kaum beruhigen und läuft in ihr Zimmer, kommt an einer Mütze vorbei und setzt sich in den Kopf genau diese JETZT SOFORT auf selbigen zu setzen. Misslingt... Nach fünf Minuten erneutem, verzweifelten Weinen habe ich sie dann soweit dass ich ihr helfen darf. Nach weiteren fünf Minuten schluchzt sie nicht mehr und beruhigt sich.
Im Auto frage ich mich ob mir die "normalen" Trotzanfälle mit Wutausbrüchen und Stampfen lieber sind oder DAS? Letzteres geht einem nämlich deutlich mehr an die Nieren...
Missy und ich sind im Bad und jeder putzt (auf seine Art) Zähne. Anschließend noch Haare kämmen und ich war erstaunt wie problem/schrei-los alles vonstatten ging. Da ich selbst ja auch möglichst manierlich das Haus verlassen will dauerte das Haare machen bei mir etwas länger als bei dem Mini Mädchen. Ich nahm das zum Anlass sie zu bitten doch schon mal ihre Sandalen anzuziehen. Gesagt, gemotzt. Das könne sie doch nicht und ich solle es machen. Was macht man also? Ermutigt die 2jährige es wenigstens mal zu versuchen (sie kann es in der Tat). Macht sie dann sogar, leider verkehrt herum aber sonst klappt es einwandfrei. Ich lobe sie also überschwänglich um ihr dann möglichst schonend beizubringen dass die Schuhe gewechselt werden müss(t)en. Gedanklich bereits bei lautstarken Toben und Meckern, schlage ich also den Wechsel vor. Und siehe da, sie nimmt den Vorschlag anstandslos an und gemeinsam gehen wir es an. Sie, fertig angezogen, zieht während ich auch beinah fertig bin, ihre Runden im Flur und verschluckt sich (an einem Fussel). Und da wars vorbei mit der guten Laune. Sie hustet kurz und kommt panisch zu mir geflitzt. "Ich hab Husten *wein*, nich schön *wein*. Ich kann nich mit Mama sprechen *wein wein* Missy is traurig *wein wein heul*.
Ach du liebe Zeit, denke ich mir und versuche das arme aufgelöste Würmchen zu trösten. Ihr "Husten" ist längst weg, doch sie kann sich kaum beruhigen und läuft in ihr Zimmer, kommt an einer Mütze vorbei und setzt sich in den Kopf genau diese JETZT SOFORT auf selbigen zu setzen. Misslingt... Nach fünf Minuten erneutem, verzweifelten Weinen habe ich sie dann soweit dass ich ihr helfen darf. Nach weiteren fünf Minuten schluchzt sie nicht mehr und beruhigt sich.
Im Auto frage ich mich ob mir die "normalen" Trotzanfälle mit Wutausbrüchen und Stampfen lieber sind oder DAS? Letzteres geht einem nämlich deutlich mehr an die Nieren...
Montag, 26. Mai 2014
Die "Irgendwers" und das Denken
Kürzlich fragte mich Irgendwer - alleine dessen Frage rechtfertig es zu Genüge dass ich mich partout nicht mehr daran erinnere wer Irgendwer war - wann ich plane in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Ich werde im August 33 Jahre alt....
Kürzlich wurde ich gefragt warum ich denn keinen Versetzungsantrag stelle wegen der täglichen 34km Strecke zur Arbeit.
Kürzlich fragte man mich warum ich überhaupt arbeiten würde. So mit Kind und Krankheit.
Kürzlich fragte ich mich ob ich vielleicht irgendwas falsch mache... Andere stellen Versetzungsanträge, andere setzen sämtlich Hebel in Bewegung um sich krankheitsbedingt möglichst schnell gen Ruhestand verabschieden zu können, andere fragen mir zu viel.
Ich selbst käme nicht auf die Idee mich versetzen zu lassen wegen der Fahrzeit. Mir gefällt es an der Schule und mir käme auch nie der Gedanke mich jetzt schon mit einer vorzeitigen Pensionierung zu befassen.
Und ich käme auch nie nie nie auf die Idee solche Bemerkungen gegenüber anderen zu äußern. Deshalb an dieser Stelle meine Antwort auf die Fragen der Irgendwers dieser Welt:
Überlasst mein Denken mir.
Will heißen, dass ich vielleicht nicht so lange wie andere arbeiten kann und deshalb das Jetzt ausnutze. Denn es kann auch schneller als ich denke anders aussehen. Niemand kann mir sagen wie schnell mein "Später" kommt und wie es aussieht. Was diesen Bereich betrifft darf ich nicht zu viel denken. Und wenn ich hier das Denken im gewissen Umfang ausschalte sollten sich nicht andere berufen fühlen es für mich übernehmen zu wollen. Meine Zukunft lebt schließlich auch niemand für mich...
Kürzlich wurde ich gefragt warum ich denn keinen Versetzungsantrag stelle wegen der täglichen 34km Strecke zur Arbeit.
Kürzlich fragte man mich warum ich überhaupt arbeiten würde. So mit Kind und Krankheit.
Kürzlich fragte ich mich ob ich vielleicht irgendwas falsch mache... Andere stellen Versetzungsanträge, andere setzen sämtlich Hebel in Bewegung um sich krankheitsbedingt möglichst schnell gen Ruhestand verabschieden zu können, andere fragen mir zu viel.
Ich selbst käme nicht auf die Idee mich versetzen zu lassen wegen der Fahrzeit. Mir gefällt es an der Schule und mir käme auch nie der Gedanke mich jetzt schon mit einer vorzeitigen Pensionierung zu befassen.
Und ich käme auch nie nie nie auf die Idee solche Bemerkungen gegenüber anderen zu äußern. Deshalb an dieser Stelle meine Antwort auf die Fragen der Irgendwers dieser Welt:
Überlasst mein Denken mir.
Will heißen, dass ich vielleicht nicht so lange wie andere arbeiten kann und deshalb das Jetzt ausnutze. Denn es kann auch schneller als ich denke anders aussehen. Niemand kann mir sagen wie schnell mein "Später" kommt und wie es aussieht. Was diesen Bereich betrifft darf ich nicht zu viel denken. Und wenn ich hier das Denken im gewissen Umfang ausschalte sollten sich nicht andere berufen fühlen es für mich übernehmen zu wollen. Meine Zukunft lebt schließlich auch niemand für mich...
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Sonntag, 11. Mai 2014
Beziehungsweise Teil 3
"Was vermisst du denn am Meisten?" Diese Frage kommt hin und wieder auf. In der Regel lässt sich das Gegenüber in vier verschiedene Personengruppen unterteilen:
- Die, die Eltern sind und diesen verklärten Gesichtsausdruck bekommen wenn sie an frühere Reisen als "nur Paar" denken. Diese Personengruppe verurteilt nicht und versteht.
- Die, die Eltern sind und diesen verständnislosen Gesichtsausdruck bekommen wenn man selbst von Reisen spricht, die man "nur" als Paar erlebt hat. Diese Personengruppe vermisst also nichts.
- Die, die noch keine Eltern sind und denen etwas mulmig ist/wird.
- Die, die noch keine Eltern sind und die felsenfest davon überzeugt sind, dass sie alles so weiter machen werden. Kind hin oder her.
Aber was vermisse ich denn nun am Meisten und warum vermisse ich überhaupt etwas? Schließlich habe ich ein wunderbares, fröhliches, manchmal sehr lautes und willensstarkes aber gesundes Kind. Ich arbeite, es geht mir gut, ich habe einen Mann, eine Wohnung, Freunde. was also soll das und was hat das mit dem Titel dieses Posts zu tun? Die Personengruppen 2 und 4 werden meine Antworten wohl verwerflich finden und sagen, dass ich es ja vorher gewusst hätte...
Ich vermisse es manchmal meine Ruhe zu haben. Ich vermisse es auszuschlafen. Ich vermisse es abends spontan wegzugehen. Ich vermisse es nicht über jede Planung hundert Mal nachdenken zu müssen. Ich vermisse es an einem Sonntag einfach nur mal auf der Couch rumzuliegen und zu lesen. Und ich vermisse die Beziehung die ich früher hatte. Ich vermisse den Mann, der einfach nur mein Mann war. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass man sich als Paar so verändern kann wenn ein kleiner Mensch da ist. Manchmal denke ich wir waren einfach zu festgefahren als Paar, hatten zu sehr unsere Muster. Haben uns zu sehr gesagt, dass wir nie so werden wollen wie beispielsweise unsere Eltern. Wollten nie zu spießig werden. Dachten wir hätten mit meiner MS einiges durchgemacht. Wollten eben unbedingt in die vierte Gruppe gehören. Wollten unser Kind gelassen großziehen.
Der Informatiker kontert oft bei meinen Punkten des "Was ich manchmal vermisse". Recht hat er wohl damit, denn im Grunde habe ich nach 19 Uhr absolute Ruhe. Ist sie fit und gut drauf schläft Missy manchmal dann sogar bis 8.30 Uhr wenn nicht sogar länger. Außerdem bin ich in der Regel sowieso gegen 7 Uhr wach dank meines Arbeitsrhythmus'. Lesen kann ich in meiner Mittagspause und Abends. Das spontane Weggehen hat uns früher einiges an Geld für zu viel schlechte Kinofilme gekostet. Jetzt kommt einmal pro Woche die Nanny und wir gehen entweder fein essen oder in (hoffentlich) gute Filme. Dass er selbst ähnliche Punkte gerne aufzählt und ich entsprechend kontere macht das Ganze ein wenig unglaubwürdig. Für uns beide. Denn natürlich haben wir alles irgendwie vorher wissen können und natürlich würden wir unsere Missy im Leben nicht mehr hergeben. Und natürlich ist das alles Kleinkram und man könnte es deutlich leichter haben, wäre man/Paar nicht zu festgefahren. Aber selbst das ist leicht daher getippt. Die, die wir mal waren, können und werden wir nicht mehr sein. Wir lachen nun über andere Dinge, streiten über andere Nichtigkeiten, schweigen über neues Ungesagtes, und werden Schritt für Schritt, jeder auf seine Art erwachsener. Die Kunst liegt jetzt darin, die Schritte nebeneinander zu machen. Nicht im Gleichschritt und selben Tempo, denn anzunehmen dass so etwas funktioniert ist utopisch. Ein genaues Ziel kann man sich wohl auch nicht stecken, denn dafür ist ein Kleinkind eben zu viel Kleinkind. Da kann ein Samstag hervorragend ablaufen und schon den Sonntag möchte man am liebsten noch noch verschlafen... ab 9.30h.... Und schon entfernen sich die Schritte voneinander. Nach der Kunst kommt die Kür und diese liegt wohl eindeutig darin, dass man es schafft trotz Abweichung die gemeinsamen Schritte im Auge zu behalten.
Und immer daran zu denken dass man sich ja auch arg lieb hat.
Samstag, 19. April 2014
Beziehungsweise Teil 2
Irgendwann lernst du dann auch mehr an einem Strang zu ziehen. Der eine zieht dann manchmal noch etwas vehementer und teilweise engstirniger ausgeprägt daran aber irgendwie gehts dann doch. Trotzdem ist nicht immer eitel Sonnenschein und man empfindet den andere als zu streng, zu wenig streng, zu impulsiv, zu lahm, zu fordernd, zu ängstlich, zu Heilokopter-haft, zu vergleichend, zu laut, zu leise. Denn obwohl man ein gemeinsames Kind hat, wird man dadurch eben nicht zu einem gemeinsamen Menschen. Jeder behält nun einmal seine Eigenarten von "früher", baut sie auf oder ab, variiert sie. Wahrscheinlich ist das ganz normal und im gewissen Ausmaß auch gut die Entwicklung des Zöglings. Missy weiß mittlerweile recht gut wie sie uns im Einzelnen zu nehmen hat. Mich wickelt sie eher um den Finger, der Informatiker wird dafür seltener mit einem jammernden "Paaapaaa" angesprochen. Ich ertrage dafür das Jammern besser als er. Ist wohl die Macht der Gewohnheit. Der Informatiker ist getreu seines Berufsstandes und wie ich überzeugt bin auch aufgrund seines Geschlechts überfordert mit den Eigenheiten eines Kleinkindes, das zudem ein Mädchen ist. Puppen sind für ihn ein rotes (rosa) Tuch. Dass es nun einmal so ist und Mädchen eben Mädchen sind und keine Jungs scheint für Männer schwerer zu verstehen.
"Die Zeit der Väter kommt wenn sie mit dem Nachwuchs aktiver etwas unternehmen können", meinte vor längerer Zeit eine gestandene Mutter zu mir. Bravo. Wann ist das? Und was bitte soll das jetzt heißen? Das sei halt nun mal so weil ja eben in den meisten Kind-Fragen die Frauen die führende Entscheidungsgewalt haben. Joah, dem kann ich zustimmen. Zumindest kenne ich kaum eine Frau die von ihrem Mann sagt, dass er mit einem Kinderwunsch auf sie zu kam. Ist wohl ähnlich wie mit dem Heiraten. Die Steigerung wäre dann der Wunsch nach der Schwiegermutter im selben Haus.
Wie dem auch so und das mag ja auch oft so sein... Trotzdem bin ich der Meinung dass Frau trotzdem nicht die alleinige Verantwortung tragen sollte. Klar, der Mann geht arbeiten. Macht Frau aber oft auch. Klar, der Mann verdient in den meisten Fällen mehr Geld. Frau macht neben Arbeit und Kind aber auch noch den Haushalt. Klar, Mann nimmt eher seltener als Frau einen Kind-Krankheitstag, den kann ja auch Frau nehmen, denn sie verdient ja weniger.
Ich gebe zu, dass der Informatiker und ich da eben genau dieses traditionelle Rollenbild leben. In den meisten Fällen ist es ok, denn ich gebe auch offen zu, dass ich die Verantwortung für Missy nur schwer abgeben kann. Macht es sicher dann auch leicht für den Liebsten. Trotz allem weiß ich doch ziemlich sicher, dass ich mich aber auf ihn im Fall der Fälle immer auf ihn verlassen kann. Schließlich hat er sich recht gut ihn seine Papa-Rolle eingelebt/eingearbeitet wie alle anderen das auch tun. Von heute auf gleich gehts nicht. Geht es meiner Meinung sowieso nicht.
Fortsetzung folgt
"Die Zeit der Väter kommt wenn sie mit dem Nachwuchs aktiver etwas unternehmen können", meinte vor längerer Zeit eine gestandene Mutter zu mir. Bravo. Wann ist das? Und was bitte soll das jetzt heißen? Das sei halt nun mal so weil ja eben in den meisten Kind-Fragen die Frauen die führende Entscheidungsgewalt haben. Joah, dem kann ich zustimmen. Zumindest kenne ich kaum eine Frau die von ihrem Mann sagt, dass er mit einem Kinderwunsch auf sie zu kam. Ist wohl ähnlich wie mit dem Heiraten. Die Steigerung wäre dann der Wunsch nach der Schwiegermutter im selben Haus.
Wie dem auch so und das mag ja auch oft so sein... Trotzdem bin ich der Meinung dass Frau trotzdem nicht die alleinige Verantwortung tragen sollte. Klar, der Mann geht arbeiten. Macht Frau aber oft auch. Klar, der Mann verdient in den meisten Fällen mehr Geld. Frau macht neben Arbeit und Kind aber auch noch den Haushalt. Klar, Mann nimmt eher seltener als Frau einen Kind-Krankheitstag, den kann ja auch Frau nehmen, denn sie verdient ja weniger.
Ich gebe zu, dass der Informatiker und ich da eben genau dieses traditionelle Rollenbild leben. In den meisten Fällen ist es ok, denn ich gebe auch offen zu, dass ich die Verantwortung für Missy nur schwer abgeben kann. Macht es sicher dann auch leicht für den Liebsten. Trotz allem weiß ich doch ziemlich sicher, dass ich mich aber auf ihn im Fall der Fälle immer auf ihn verlassen kann. Schließlich hat er sich recht gut ihn seine Papa-Rolle eingelebt/eingearbeitet wie alle anderen das auch tun. Von heute auf gleich gehts nicht. Geht es meiner Meinung sowieso nicht.
Fortsetzung folgt
Freitag, 4. April 2014
Woche(zu)nEnde
Eine Arbeitswoche ist beendet. Eine Woche in der viel los war. Zu meinen absoluten Highlights zählt selbstredend die Musikarbeit. Wäre es nach mir gegangen hätte ich absolut bis überhaupt nichts an der Notengebung geändert... Aber es ging nicht nach mir, denn in meinem neuen Bundesland gibts nettere Noten als in meinem alten. Halbe Noten. Ja. Halbe! Auch viertel Noten sind da drin. Dieses, ebenso wie mein entsprechender Gesichtsausdruck, dazu war mir neu. An allen bisherigen Schulen gab es eine 1, eine 2, eine 3, eine 4, eine 5 und eine 6. Hier und da noch mal ein + oder - dazu. Punkt. Feierabend. "Das ist ja gemein. So streng muss man doch nicht sein," äußerte sich dazu eine Kollegin, denn hier wird das bekannte Notenspektrum erweitert. Hier kann man auch eine 1-2, 2-3, 3-4 und 5-6 bekommen. Sogar im Zeugnis. Auf meine Frage wo ich denn dann eine 2-3 im Notenspiegel zuordnen solle wurde ich verdutzt angeschaut. Nirgendwo, denn den gäbe es halt einfach nicht...
Oh bitte, was soll denn dieser Wischiwaschi-Kram? Und das in einem der Top-Bundesländer im Bildungsvergleich? Deshalb vielleicht?
Was hieß das nun für meine Musikarbeit? Wieder einsammeln, Elternbrief verfassen und rausgeben, Noten neu machen, Arbeit wieder rausgeben. So ein Theater. "Musst halt einfach mehr Augen zudrücken und freundliche Noten geben. Dann sind alle zufrieden. Schüler und Eltern," sagte man mir. Ich sagte dazu nichts. Was bleibt mir auch anderes übrig. Wäre ein Kampf gegen Windmühlen.
Ein anderes Highlight war Missys Magen und Darm Grippe. Gepaart mit der "normalen" Grippe des Informatikers. Kindergartenkeime sind schon so eine Sache. Nach knapp vier Wochen KiGa haben wir hier schon so Einiges vorzuweisen. Immerhin bescherte mir das aber jeden Mittag ein fertiges Essen auf dem Tisch...
Was war sonst noch so? Ich habe den Balkon aufgehübscht. Blümchen gekauft, eingetopft und freue mich jeden Tag darüber. Außerdem bin ich seit gestern Abend fertig mit einer meiner Lieblingsserien. Ein bisschen traurig ist das schon, da sie mich seit Jahren "begleitet" hat. Und jetzt ists zu Ende. Das trübte den heutigen Morgen etwas - neben dem Sahara-Staub.
Schönes Wochenende!
Oh bitte, was soll denn dieser Wischiwaschi-Kram? Und das in einem der Top-Bundesländer im Bildungsvergleich? Deshalb vielleicht?
Was hieß das nun für meine Musikarbeit? Wieder einsammeln, Elternbrief verfassen und rausgeben, Noten neu machen, Arbeit wieder rausgeben. So ein Theater. "Musst halt einfach mehr Augen zudrücken und freundliche Noten geben. Dann sind alle zufrieden. Schüler und Eltern," sagte man mir. Ich sagte dazu nichts. Was bleibt mir auch anderes übrig. Wäre ein Kampf gegen Windmühlen.
Ein anderes Highlight war Missys Magen und Darm Grippe. Gepaart mit der "normalen" Grippe des Informatikers. Kindergartenkeime sind schon so eine Sache. Nach knapp vier Wochen KiGa haben wir hier schon so Einiges vorzuweisen. Immerhin bescherte mir das aber jeden Mittag ein fertiges Essen auf dem Tisch...
Was war sonst noch so? Ich habe den Balkon aufgehübscht. Blümchen gekauft, eingetopft und freue mich jeden Tag darüber. Außerdem bin ich seit gestern Abend fertig mit einer meiner Lieblingsserien. Ein bisschen traurig ist das schon, da sie mich seit Jahren "begleitet" hat. Und jetzt ists zu Ende. Das trübte den heutigen Morgen etwas - neben dem Sahara-Staub.
Schönes Wochenende!
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Freitag, 21. März 2014
Flüche
Seit ich eine Mama bin, bin ich Meisterin im Hören, Lage sondieren und sämtliche möglichen Gefahren zu erkennen. Nein, das ist nicht mal im Ansatz lustig und kann mitunter sehr stressig sein.
Hier mal ein Auszug meiner neu gewonnen "Fähigkeiten", die ein Fluch sein können:
Hier mal ein Auszug meiner neu gewonnen "Fähigkeiten", die ein Fluch sein können:
- Komme ich in einen Raum, ungleich unserer Wohnung, geht mein Blick automatisch gen Steckdosen. Natürlich sind diese in den meisten Fällen nicht mit einer Kindersicherung versehen. Weshalb auch wenn es öffentliche Räume sind oder Wohnungen ohne Kinder. Und am Rande bemerkt hat Missy sich in ihren zwei Lebensjahren nicht einmal dafür interessiert.
- Ich höre Missy immer. Selbst wenn sie nicht da ist... Ist sie, wie die vergangen beiden Wochen im Kindergarten und ich krank zu Hause horche ich regelmäßig auf wenn ich einen entfernt ähnlichen Laut höre. Ich habe aber mit mir vereinbart dass ich definitiv etwas überdenken muss falls es mal so weit kommt dass ich in einem solchen Fall aufstehe um nach ihr zu schauen.
- Auf Spielplätzen überlege ich manchmal genau ob sie eventuell irgendwo runter fallen könnte, sich dann ein Bein bricht, sie ins Krankenhaus muss, lange nicht in den Kindergarten gehen kann, wie ich das meinem Chef erklären soll, wie das klappen soll mit den zehn Krankheitstagen die Eltern zustehen und wie sie es schaffen soll Ruhe zu halten weil sie ja immer so viel flitzt.
Wie gesagt, es ist nicht wirklich amüsant und ich gebe auch mein Bestes das alles runterzuschrauben. Aber ernsthaft: Das ist gar nicht mal so leicht. Wahrscheinlich liegt das halt nun mal am Mama-sein meinte der Informatiker einmal. Schließlich mussten die Frauen früher ihre Kinder vor Säbelzahntigern beschützen (waren das nicht eigentlich die Männer?). Kann ja schon sein, ein bisschen blöd wird man/Frau da schon von.
Denn dank des Zirkus vor unserer Haustür habe ich ernsthaft schon überlegt ob ich schnell genug mit Kind auf dem Arm laufen könnte, wenn die Tiger plötzlich ausbrechen würden.
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Dienstag, 18. März 2014
Die kleinen Kämpfchen
Zu meiner aktuellen Krankheitslage gesellte sich heute ein verschnupftes und fieberndes Kind. Ganz getreu den Vorhersagen, dass sich meist nach den ersten Kindergarten-Tagen eben solches ereignen würde. "Mahlzeit", dachte ich mir beim Blick auf das Fieberthermometer heute morgen und freute mich in diesem Rahmen dass ich am Tag vorher vorgekocht hatte. Eine Meckersituation weniger, denn Missy findet es meist eher blöd wenn ich in der Küche bin anstatt mir von ihr die gewünschten Lego-Häuser zerstören zu lassen. Gut, Kind also telefonisch im Kindergarten abgemeldet und selbst fieberhaft überlegt wie man nun also den Tag verbringen könnte. Und es war ja noch viel da vom Tag, da ich sie um 7.15 Uhr weckte mit dem Kindergarten-Hintergrund. Also gingen wir irgendwann "ne Runde raus, Mama, ja? Ja? Ja? Höcker sehen?" Die Höcker, sprich Kamele, sind momentan unsere "Nachbarn", da ein Zirkus gerade seine Zelte aufschlägt. Es mag ja Kinder geben die süße Ponys, Ziegen, LÖWEN (!) und TIGER (!!!!) toll finden. Meins gehört nicht dazu. Mein Kind findet die stinkenden Kamele toll. Um die Ponys - und die waren wirklich zu drollig - machte sie einen weiten Bogen...
Wieder zu Hause angekommen war das Fieber verschwunden und Missy drehte auf. Nachdem wir Lego spielten, d.h. sie leert ihre Kiste mit lautem Getöse aus, nannte das Ganze "Sauerei machen", sprang auf und wollte wieder raus gehen. Da war es 11 Uhr. Nachdem ich ihr versuchte zu erklären dass wir erst am Nachmittag wieder raus gehen würden kam ihre neuste Eigenschaft durch. Die "Dann werfe ich halt mal alles was mir in die Finger kommt quer durch den Raum"- Eigenschaft. Und erklär mal einem wütenden Kind dass so was nicht geht. Und vor allem dass es das alles wieder aufzuheben hat... Dieses Spielchen haben wir heute gefühlt zehn Mal durch exerziert. "Sie muss da durch, es ist wichtig für ihre emotionale Entwicklung, usw." Mag ja sein, versteh ich ja auch, aber Himmel... ernsthaft... müssen es denn immer die größten Spielsachen, die vollsten Gläser und die dicksten Bücher sein? Vielleicht sollte ich ihr in Zukunft eine Dose mit Wattepads geben.
Immerhin räumt sie nach Abklingen des Vorantreibens der emotionalen Entwicklung tatsächlich alles wieder auf.
Am Nachmittag gingen wir dann auch wie versprochen erneut zum Zirkus. Dieses Mal waren die Kamele dann doch ziemlich uninteressant, da die Tiger nun nicht mehr im Wagon waren sondern "Auslauf" hatten. Und wieder einmal wurde mir bewusst dass ich definitiv zu viel Mist lese und schaue, als ich die Gitterstäbe skeptisch beäugte und den Weg zu den Ponys antrat...
Mittwoch, 12. März 2014
12 von 12
Unglaublich aber wahr: Ich habe es endlich mal geschafft "12 von 12" nicht zu verschlafen/zu vergessen... Bitte schön:

Missy ist überraschenderweise und kurzfristig seit Montag ein Kindergartenkind. Die Freude ist groß und erfreulicherweise klappt alles so gut, dass ich bereits am Dienstag "rausgeworfen" wurde. Der Sprössling selbst erklärte mir heute morgen: "Alleine Kindergarten gehen. Mama nich mitkomme". OK...
Also packe ich brav alles in ihren neuen Rucksack ein. Ich mache - wie es sich für eine gewissenhafte Mama gehört - ein leckeres Frühstück, welches sie - wie es sich für ein Kleinkind gehört - verschmäht und fast alles wieder mit nach Hause bringt.
Bevor wir das Haus in Richtung Kindergarten verlassen überprüfe ich zum gefühlt 100. Mal ob ich auch an alles gedacht habe und stelle zum gefühlt 100. Mal fest dass wir kein Familienbild besitzen was älter als ein Jahr ist.
Nachdem ich Missy abgeliefert habe widme ich mich aufopferungsvoll der Hausarbeit. Nachdem zig Maschinen Wäsche durchgelaufen sind und alles aufgehängt ist nehme ich mir ganz ganz fest vor noch am selben Tag zu bügeln...
... Aber Vornehmen kann man sich ja viel. Der Berg ist noch nicht kleiner geworden.
Stattdessen starte ich voller Eifer mein FB Nähkästchen Projekt. Alles für die lieben vorhandenen, treuen Leser und für alle die, die es werden könnten.
Nebenbei/zwischendurch/irgendwann überlege ich selbst mal wieder zum Leser zu werden.
Später am Nachmittag kommen Freunde zu Besuch und wie es halt nun mal so ist wenn Mamas unter sich sind gibts Kuchen. Selbst gebacken selbstverständlich.
Damit die Mini Mädchen anschließend ihren Zuckerüberschuss in den Griff bekommen können gehts auch noch mal an die frische Luft.
Endspurt:
Abendessen,
Händewaschen (ohne danach das ganze Kind noch einmal umziehen zu müssen) und
ab ins Bett... äh Zelt...
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