Mal wieder Ferien. Zwei Wochen lang. Feine Sache. Mal wieder. Nicht unbedingt wegen der schulfreien Zeit sondern viel mehr wegen des Ausklinkens aus dem Alltag. Wie schon im letzten Posting erwähnt verweilen Missy und ich bei den (Groß)Eltern in Hessen. Das heißt für mich:
"Nahein Mama, blöde Mama, geh weg. Ohhhhhma, wo bist du?" Und da ich beschlossen habe nicht jedes freche Kleinkind-Wort (in der Urlaubszeit) auf die Goldwaage zu legen, versuche ich etwas ruhiger zu sein.
Erst heute wird mir so richtig bewusst unter welchem Strom ich die ganze Zeit stehe/stand. Jetzt wo der Alltag anders und vor allem ruhiger verläuft wird mir klar wie anders und anstrengend es in der letzten Zeit war. Ich habe ja schon hier und da durchblicken lassen, dass Missy eine "charakerstarkes Mädchen" ist. Diese Eigenschaft - so hilfreich und positiv sie später sicher sein kann - verträgt sich seit geraumer Zeit nicht unbedingt mit einem harmonischen Familienleben. In welchem Stress-Strudel (tolles Wort) man sich befindet stellt man oft kaum noch fest, im Gegenteil. Es verfestigt sich, bekommt eine Eigendynamik. Dass jeder auf seine Art darunter leidet geht ebenso unter, denn man kommt ja vor lauter Meckern und Schweigen gar nicht mehr zum Reden.
Aus diesem Grund sind die Auszeiten in der Heimat wirkliche Auszeiten für mich. Dieses Mal sogar mehr als die davor, da ich mich die vergangenen Besuche ziemlich rar machte, keine Verabredungen hatte und fast schon lethargisch im alten Wohnzimmer saß und den kleinen Irrwisch mit mehr Abstand (bedeutet ich sitze alleine auf der Couch ohne Kinderbeine und Arme in meinem Gesicht) beobachtete.
Dieses Mal fahre ich nicht nach Marburg weil ja irgendwann ja mal Schluss sein muss mit diesem Heimweh nach dem Früher. Ich mache zwar die obligatorische Shopping Tour mit der Schwester, nehme mir aber auch einen zusätzlichen Nachmittag nur für mich zum Bummeln. Ich treffe mich mit Freundinnen und fühle mich dann doch wieder ein bisschen wie früher. Allerdings zum Positiven.
Ich war beim Friseur...
"Huch, ist ja wirklich rot," sagt die Schwester.
"Hui, also daran muss ich mich aber erst gewöhnen. Das hattest du schon mal? Nein! Ehrlich? Ok, kann sein," sagt die Mutter.
"Ach du warst ja beim Friseur. Hast aber nicht färben lassen, oder," fragt der Vater.
"Coole Mama," lacht Missy.
So viel dazu.
Tatsächlich hatte ich vor Missy die Haare in genau diesem Rot, mag sein dass man damals leicht den Überblick verlieren konnte vom häufigen Farbwechsel. Aber was solls, denn wie der Informatiker kürzlich sein neues Motto kund tat: Das Leben ist zu kurz für -beliebiges einfüllen-.
Entsprechend fülle ich jetzt hier für mich ganz offiziell ein:
Das Leben ist zu kurz...
... für langweilige Haare.
... für Lethargie.
Und absolut:
... um vor sich selbst zu kapitulieren, deshalb: Mein Leben ist zu kurz um eine schlechte und gestresste Mama zu sein.
Wie passt jetzt Sam Smith zu dem Ganzen? Gar nicht, höre ich gerade einfach nur gerne.
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Mittwoch, 1. April 2015
Sonntag, 29. März 2015
Ideenlos
Die letzten beiden Wochen haben es recht gut mir mir gemeint.
Arbeitstechnisch läuft es gerade wunderbar, den zweiten Elternabend in diesem Schuljahr habe ich gut "absolviert". Man machte mir Komplimente und beteuerte wie froh alle seien, dass ich da bin. Das freut natürlich und macht stolz. Ebenso gut es mit den Schülereltern läuft, tut es dies auch mit deren Sprösslingen. Beides bestätigt mich mal wieder mehr an meiner Berufswahl. Selbst an der anderen Schule (Abordnung) haben wir uns alle so mögen gelernt, dass Klasse 7 mich als ihre künftige Klassenlehrerin vorgeschlagen hat. Dass ich im nächsten Schuljahr nicht mehr da bin, lasse ich unter den Tisch fallen. Denn tatsächlich habe ich endlich mal Mut gezeigt und offen verlauten lassen dass ich nicht mehr bereit bin eben jene Doppelbelastung mitzumachen. Die entsprechenden Stellen waren erstaunt aber einsichtig. Es gilt zu hoffen dass das keiner vergisst bis zum Sommer.
Privat geht auch alles seinen Gang. Grund zum Freuen hatte ich vor einer Woche, denn ich beantworte kürzlich einige Interview-Fragen. Hier wurde das ganze veröffentlicht. Macht auch ein bisschen stolz.
Sonst so? Der kleine Wicht und ich sind seit gestern bei den Großeltern und verbringen hier unsere Osterzeit. Sagte ich am Abend vor der Abfahrt noch, dass ich froh bin mal wieder raus zu kommen, auch erleichtert dass mal jemand anderes den Wutzwerg übernimmt, habe ich doch schon am ersten Abend im elterlichen Haus blödes Heimweh. So was doofes.
Noch was zu meckern?Es regnet. Eine wirklich grandiose Posting-Idee habe ich auch nicht wirklich.
Naja, kommt ja vielleicht noch. Bestimmt.
Arbeitstechnisch läuft es gerade wunderbar, den zweiten Elternabend in diesem Schuljahr habe ich gut "absolviert". Man machte mir Komplimente und beteuerte wie froh alle seien, dass ich da bin. Das freut natürlich und macht stolz. Ebenso gut es mit den Schülereltern läuft, tut es dies auch mit deren Sprösslingen. Beides bestätigt mich mal wieder mehr an meiner Berufswahl. Selbst an der anderen Schule (Abordnung) haben wir uns alle so mögen gelernt, dass Klasse 7 mich als ihre künftige Klassenlehrerin vorgeschlagen hat. Dass ich im nächsten Schuljahr nicht mehr da bin, lasse ich unter den Tisch fallen. Denn tatsächlich habe ich endlich mal Mut gezeigt und offen verlauten lassen dass ich nicht mehr bereit bin eben jene Doppelbelastung mitzumachen. Die entsprechenden Stellen waren erstaunt aber einsichtig. Es gilt zu hoffen dass das keiner vergisst bis zum Sommer.
Privat geht auch alles seinen Gang. Grund zum Freuen hatte ich vor einer Woche, denn ich beantworte kürzlich einige Interview-Fragen. Hier wurde das ganze veröffentlicht. Macht auch ein bisschen stolz.
Sonst so? Der kleine Wicht und ich sind seit gestern bei den Großeltern und verbringen hier unsere Osterzeit. Sagte ich am Abend vor der Abfahrt noch, dass ich froh bin mal wieder raus zu kommen, auch erleichtert dass mal jemand anderes den Wutzwerg übernimmt, habe ich doch schon am ersten Abend im elterlichen Haus blödes Heimweh. So was doofes.
Noch was zu meckern?
Naja, kommt ja vielleicht noch. Bestimmt.
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Donnerstag, 12. März 2015
"Nein!"
Heute war kein guter Tag. Warum? Darum:
Morgens...
"Doch genau diese Hose ziehst du an. Nein, das mache ich jetzt, wir müssen uns beeilen. Ja, dieser Pulli, nein alle anderen hast du vollgesaut. Doch stimmt. Nein du schaust jetzt nicht im Schrank nach. Da musst du jetzt auch nicht weinen. Etwas leiser bitte, Papa schläft noch (haha, NOCH)
...
Nein, das ist nicht dein Glas, hier ist deins. Nein, lass mein Glas stehen. MISSY! Was soll das? Jetzt kann ich den ganzen Saft aufwischen. Nein du wirfst das Glas nicht noch einmal um. Nicht so brüllen. Da brauchst du dich auch nicht unter dem Tisch verstecken. Prima, jetzt hast du Papa wachgebrüllt...
...
Doch du musst auch heute morgen Zähne putzen, ja auch Hände waschen. Doch! Doch! Mach es jetzt endlich oder ich übernehme das. Nicht brüllen.
...
Nach der Arbeit...
Oh Post. Was wollen die denn? Bitte? Bitte was? Eine Mahnung? Für einen Kauf den ich vor 2 Jahren gemacht habe und bezahlt habe? Gehts noch?
...
Ja, Hallo ich habe eine Mahnung bekommen ... bla bla bla... Sie haben mir damals schon Mahnungen geschickt und jedes Mal wenn ich mit ihnen telefonierte, entschuldigten sie sich für das Versehen und räumten ihren Systemfehler ein. Jetzt reichts mir aber. Natürlich zahle ich die Mahnung nicht! Selbstverständlich auch nicht ihre Mahnungsgebühren. Ja bitte leiten sie es weiter. Ja ich bin sauer. Sie drohen mir mit einer Anklage, was soll das?
Mittags im KiGa...
Sie hat bitte was gemacht? Sich in einem Busch versteckt und steckte dann fest? Sie musste mit zwei Erziehern rausgezogen werden? Ach daher dann die Schrammen?
...
Ja, wir gehen jetzt nach Hause. Komm anziehen. Nein, nicht weglaufen. Schuhe an. Schuhe an. Schuhe an. SCHUHE an. JETZT.
...
Zu Hause...
Ja hier ist dein Joghurt. Nein, einer reicht. Missy einer reicht. Nein du kannst gar keinen Hunger mehr haben. Nein, du bekommst jetzt keine Banane mehr. Es reicht. Brauchst du auch nicht jammern. Himmel was ist denn jetzt schon wieder los? Wollen wir einen kleinen Ausflug machen? Dann los.
Ausflug...
Schau die Babyziegen. Ja süß. Hier, ich habe eine Futtertüte gekauft, willst du sie mal füttern? Nein, das ist Essen für die Tiere. Nein ich habe keine Banane dabei, du hast gegessen. Komm, fütter mal die Ziegen. Warum denn nicht? Dann gib es mir. Was willst du denn sonst damit machen? Nein nicht das Futter auf den Weg streuen, da sind keine Ziegen. Genau, du schaffst das, schau sie freuen sich. Nicht doch, nicht weinen, die Ziege hat das nicht böse gemeint. Ja, manchmal fressen Ziegen auch Tüten. Nicht weinen. Nein, ich kaufe kein neues Futter. Ja, ich will auch heim.
Und was definitiv das Schlimmste an solchen verkorksten Tagen ist, die Erkenntnis dass das häufigste Wort mal wieder "Nein" war.
Morgens...
"Doch genau diese Hose ziehst du an. Nein, das mache ich jetzt, wir müssen uns beeilen. Ja, dieser Pulli, nein alle anderen hast du vollgesaut. Doch stimmt. Nein du schaust jetzt nicht im Schrank nach. Da musst du jetzt auch nicht weinen. Etwas leiser bitte, Papa schläft noch (haha, NOCH)
...
Nein, das ist nicht dein Glas, hier ist deins. Nein, lass mein Glas stehen. MISSY! Was soll das? Jetzt kann ich den ganzen Saft aufwischen. Nein du wirfst das Glas nicht noch einmal um. Nicht so brüllen. Da brauchst du dich auch nicht unter dem Tisch verstecken. Prima, jetzt hast du Papa wachgebrüllt...
...
Doch du musst auch heute morgen Zähne putzen, ja auch Hände waschen. Doch! Doch! Mach es jetzt endlich oder ich übernehme das. Nicht brüllen.
...
Nach der Arbeit...
Oh Post. Was wollen die denn? Bitte? Bitte was? Eine Mahnung? Für einen Kauf den ich vor 2 Jahren gemacht habe und bezahlt habe? Gehts noch?
...
Ja, Hallo ich habe eine Mahnung bekommen ... bla bla bla... Sie haben mir damals schon Mahnungen geschickt und jedes Mal wenn ich mit ihnen telefonierte, entschuldigten sie sich für das Versehen und räumten ihren Systemfehler ein. Jetzt reichts mir aber. Natürlich zahle ich die Mahnung nicht! Selbstverständlich auch nicht ihre Mahnungsgebühren. Ja bitte leiten sie es weiter. Ja ich bin sauer. Sie drohen mir mit einer Anklage, was soll das?
Mittags im KiGa...
Sie hat bitte was gemacht? Sich in einem Busch versteckt und steckte dann fest? Sie musste mit zwei Erziehern rausgezogen werden? Ach daher dann die Schrammen?
...
Ja, wir gehen jetzt nach Hause. Komm anziehen. Nein, nicht weglaufen. Schuhe an. Schuhe an. Schuhe an. SCHUHE an. JETZT.
...
Zu Hause...
Ja hier ist dein Joghurt. Nein, einer reicht. Missy einer reicht. Nein du kannst gar keinen Hunger mehr haben. Nein, du bekommst jetzt keine Banane mehr. Es reicht. Brauchst du auch nicht jammern. Himmel was ist denn jetzt schon wieder los? Wollen wir einen kleinen Ausflug machen? Dann los.
Ausflug...
Schau die Babyziegen. Ja süß. Hier, ich habe eine Futtertüte gekauft, willst du sie mal füttern? Nein, das ist Essen für die Tiere. Nein ich habe keine Banane dabei, du hast gegessen. Komm, fütter mal die Ziegen. Warum denn nicht? Dann gib es mir. Was willst du denn sonst damit machen? Nein nicht das Futter auf den Weg streuen, da sind keine Ziegen. Genau, du schaffst das, schau sie freuen sich. Nicht doch, nicht weinen, die Ziege hat das nicht böse gemeint. Ja, manchmal fressen Ziegen auch Tüten. Nicht weinen. Nein, ich kaufe kein neues Futter. Ja, ich will auch heim.
Und was definitiv das Schlimmste an solchen verkorksten Tagen ist, die Erkenntnis dass das häufigste Wort mal wieder "Nein" war.
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Mittwoch, 14. Januar 2015
"The Terrible Twos"
Diesen Artikel habe ich vor einigen Tagen gelesen und er traf vollends meinen Nerv. Denn genau DAS erleben wir momentan beinah täglich. Mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Ich hatte diesen "Irrsinn" ja schon kürzlich hier angerissen...
Sicherlich liest sich alles immer auch irgendwie lustig, denn es wäre ein Armutszeugnis für mich und meinen Schreibstil, wenn alles nur so vor Jammern und Leiden triefen würde. Missy in real life ist zur Zeit allerdings alles andere als witzig. Hin und wieder ertappe ich mich beim Klammern an dem EINEN Gedanken: "Ganz bald ist diese Trotzhase rum. Schließlich wird sie bald 3 Jahre alt." Der Gedanke wird aber spätestens dann nicht mehr haltbar wenn sie mal wieder im Supermarkt tobt und schreit. Obwohl er gerade hier dringend angebracht wäre. Funktioniert aber nie bis gar nicht. Was hingegen prima funktioniert ist totales Chaos im Kopf. Also in meinem. Zu oft fühle ich mich in den letzten Wochen wie eine totale Irre, die nur noch stur und stoisch versucht ihr Kind irgendwie zu bändigen. Nach außen hin muss es wohl fast lustig aussehen. Ich glaube ich habe sogar einen neuen Blick entwickelt. Der dürfte etwas von diesen Irren aus entsprechenden Filmen haben. Sicherlich fahre ich mir zudem auch noch hektisch durch die Haare, was mein Außenbild dann perfekt passend erscheinen lassen dürfte. Gratulation Frau S., jetzt sind sie absolut plem plem.
"Frau S. du siehst aus als hättest du heute Nacht nicht geschlafen," schmeichelte mir heute morgen einer meiner Schüler. Treffer, versenkt, dachte ich. Recht hatte er. Zwar schlummert Missy Nachts wie gehabt ruhig und engelsgleich, aber die blanken Nerven schleichen sich auch in meine Nächte. Entsprechend sieht man (wohl) aus. Erfreulicherweise gewöhnt man sich bekanntlich ja an so einige (Mangel)Zustände. Gesund kann es trotzdem nicht sein.
"Ich bin echt fix und fertig," gestand ich vor einigen Abenden dem Informatiker, nachdem Missy erneut ein abendliches Bühnenprogramm zum besten gegeben hatte. Ich weiß nicht mehr was er erwiderte, es wird sich aber leider definitiv nicht um einen Masterplan für tobende Kleinkinder gehandelt haben.
So stehen wir also hier, der Informatiker und ich. Planlos. Versuchen uns mal mehr und mal weniger gegenseitig Kraft und Ansporn zu geben. Mal gelingt uns das eine, mal das andere nicht. Was das eine und das andere auch immer sein mögen. Im besten Fall gleicht man sich aus, schlecht ist immer wenn beide entnervt und angeschlagen sind. Dann fehlt etwas bzw. jemand. Nämlich der andere. Der Beste.
Sicherlich liest sich alles immer auch irgendwie lustig, denn es wäre ein Armutszeugnis für mich und meinen Schreibstil, wenn alles nur so vor Jammern und Leiden triefen würde. Missy in real life ist zur Zeit allerdings alles andere als witzig. Hin und wieder ertappe ich mich beim Klammern an dem EINEN Gedanken: "Ganz bald ist diese Trotzhase rum. Schließlich wird sie bald 3 Jahre alt." Der Gedanke wird aber spätestens dann nicht mehr haltbar wenn sie mal wieder im Supermarkt tobt und schreit. Obwohl er gerade hier dringend angebracht wäre. Funktioniert aber nie bis gar nicht. Was hingegen prima funktioniert ist totales Chaos im Kopf. Also in meinem. Zu oft fühle ich mich in den letzten Wochen wie eine totale Irre, die nur noch stur und stoisch versucht ihr Kind irgendwie zu bändigen. Nach außen hin muss es wohl fast lustig aussehen. Ich glaube ich habe sogar einen neuen Blick entwickelt. Der dürfte etwas von diesen Irren aus entsprechenden Filmen haben. Sicherlich fahre ich mir zudem auch noch hektisch durch die Haare, was mein Außenbild dann perfekt passend erscheinen lassen dürfte. Gratulation Frau S., jetzt sind sie absolut plem plem.
"Frau S. du siehst aus als hättest du heute Nacht nicht geschlafen," schmeichelte mir heute morgen einer meiner Schüler. Treffer, versenkt, dachte ich. Recht hatte er. Zwar schlummert Missy Nachts wie gehabt ruhig und engelsgleich, aber die blanken Nerven schleichen sich auch in meine Nächte. Entsprechend sieht man (wohl) aus. Erfreulicherweise gewöhnt man sich bekanntlich ja an so einige (Mangel)Zustände. Gesund kann es trotzdem nicht sein.
"Ich bin echt fix und fertig," gestand ich vor einigen Abenden dem Informatiker, nachdem Missy erneut ein abendliches Bühnenprogramm zum besten gegeben hatte. Ich weiß nicht mehr was er erwiderte, es wird sich aber leider definitiv nicht um einen Masterplan für tobende Kleinkinder gehandelt haben.
So stehen wir also hier, der Informatiker und ich. Planlos. Versuchen uns mal mehr und mal weniger gegenseitig Kraft und Ansporn zu geben. Mal gelingt uns das eine, mal das andere nicht. Was das eine und das andere auch immer sein mögen. Im besten Fall gleicht man sich aus, schlecht ist immer wenn beide entnervt und angeschlagen sind. Dann fehlt etwas bzw. jemand. Nämlich der andere. Der Beste.
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Montag, 10. November 2014
Von Butterbäumen, gepressten Bienen und dem Weihnachtsmann, der nur lieben Kinder Geschenke bringt
Gibts ja nicht, ist ja schon bald wieder Weihnachten. Und wie es sich für eine ordentliche Reli-Lehrerin gehört kommt bei uns selbstverständlich das Christkind der Weihnachtsmann. Schuld daran ist neben dem Atheisten an meiner Seite wohl aber auch eins meiner eigenen Kinderbücher. Eben jenes erzählt von den Weihnachtsmännern, die Urlaub in der Karibik machen. Und dieses fiel Missy kürzlich in die Hände und wie erklärt man jetzt bitte schön einer 2jährigen, dass es da ja ursprünglich jemand anderen gibt? Lässt man einfach. Denn Mann/Frau/Mutter/Vater umschifft momentan möglichst jeden auch noch so kleinen Wutausbruch-Anlass. Auch wenn es zu Lasten des Christkindes geht.
Was denn da los? Fragen wir uns gefühlt jeden zweiten Tag auch. "Ach sie muss halt ihre Grenzen austesten," meinen Manche und schlucken dann kurz darauf schwer wenn sie es zeitnah tut. Wenigstens fühlt man sich unter Eltern gleichaltriger Monster verstanden. Man nickt sich wissend und mitfühlend zu, wenn man die Befürchtungen austauscht, die Nachbarn würden die Polizei o.ä. rufen wenn man sich erdreistet dem Spross die Zähne zu putzen. Oder Haare waschen... Nur so viel: Geschrei in einem Splatter Film ist harmloser.
Zurück zumChristkind Weihnachtsmann. Mich beschleicht seit gestern das ungute Gefühl dass meine Missy definitiv noch Probleme mit Zeitspannen hat. Die Bedeutungen von "Bald", "Demnächst" und "Das dauert noch" dringen ebenso wenig in die Gehirnareale vor wie Leberwurst auf mein Brot (oder Sülzwurst). Sprich, es war ein Fehler ihr so früh von Weihnachten zu erzählen. Wann wäre der beste Zeitpunkt gewesen? Zwei Stunden vor der Bescherung.
Allerdings bin ich jetzt auch absolut in die Mama-Oberliga aufgerückt, denn ich kann sie damit erpressen. Hach, herrlich. Nach Hinweisen, dass der Weihnachtsmann aber nur lieben Kindern Geschenke bringt, macht Missy wenigstens den Anschein als würde sie darüber nachdenken. Ob das jetzt irgendwelche positiven Auswirkungen auf "ihre fünf Minuten" hat sei mal dahingestellt, aber an irgendwas muss man sich manchmal einfach klammern können. Auch wenn es lustig klingt, aber diese PHASE schafft mich zur Zeit wirklich. Aussagen wie "Das geht vorbei, dann ist die Pubertät da." sind auch nicht mehr lustig für mich. So was will man nicht hören. Diese Kämpfe kosten mich oft einiges an Kraft.
MS? Schläft. Momentan irgendwie auch im wörtlichen Sinne, denn die Müdigkeit hat mich ziemlich im Griff. Oft lege ich mich nach Arbeit kurz auf die Couch um etwas zu lesen und keine fünf Minuten später schlafe ich ein. Ein Schub? Nach meiner persönlichen Definition nicht. Die da wäre? Kaum noch laufen können. Also was tun? Kaffee, Kaffee, Ausruhen.
Arbeit? Hier wird viel gelacht und selbstverständlich ungemein viel gelernt. Meine Drittklässler sind beispielsweise während des Themas "Ernährung" teilweise der festen Überzeugung, dass Butter auf Bäumen wächst und Honig aus gepressten Bienen hergestellt wird. Hach ja, die Dorfkinderwelt. Rauszukriegen ist es aus Manchen nur schwer. Hach ja, diese elend lange Trotzphase.
Nächste Woche schreiben wir einen Test. Wollen wir doch mal sehen wer am längeren Trotzhebel sitzt...
Was denn da los? Fragen wir uns gefühlt jeden zweiten Tag auch. "Ach sie muss halt ihre Grenzen austesten," meinen Manche und schlucken dann kurz darauf schwer wenn sie es zeitnah tut. Wenigstens fühlt man sich unter Eltern gleichaltriger Monster verstanden. Man nickt sich wissend und mitfühlend zu, wenn man die Befürchtungen austauscht, die Nachbarn würden die Polizei o.ä. rufen wenn man sich erdreistet dem Spross die Zähne zu putzen. Oder Haare waschen... Nur so viel: Geschrei in einem Splatter Film ist harmloser.
Zurück zum
Allerdings bin ich jetzt auch absolut in die Mama-Oberliga aufgerückt, denn ich kann sie damit erpressen. Hach, herrlich. Nach Hinweisen, dass der Weihnachtsmann aber nur lieben Kindern Geschenke bringt, macht Missy wenigstens den Anschein als würde sie darüber nachdenken. Ob das jetzt irgendwelche positiven Auswirkungen auf "ihre fünf Minuten" hat sei mal dahingestellt, aber an irgendwas muss man sich manchmal einfach klammern können. Auch wenn es lustig klingt, aber diese PHASE schafft mich zur Zeit wirklich. Aussagen wie "Das geht vorbei, dann ist die Pubertät da." sind auch nicht mehr lustig für mich. So was will man nicht hören. Diese Kämpfe kosten mich oft einiges an Kraft.
MS? Schläft. Momentan irgendwie auch im wörtlichen Sinne, denn die Müdigkeit hat mich ziemlich im Griff. Oft lege ich mich nach Arbeit kurz auf die Couch um etwas zu lesen und keine fünf Minuten später schlafe ich ein. Ein Schub? Nach meiner persönlichen Definition nicht. Die da wäre? Kaum noch laufen können. Also was tun? Kaffee, Kaffee, Ausruhen.
Arbeit? Hier wird viel gelacht und selbstverständlich ungemein viel gelernt. Meine Drittklässler sind beispielsweise während des Themas "Ernährung" teilweise der festen Überzeugung, dass Butter auf Bäumen wächst und Honig aus gepressten Bienen hergestellt wird. Hach ja, die Dorfkinderwelt. Rauszukriegen ist es aus Manchen nur schwer. Hach ja, diese elend lange Trotzphase.
Nächste Woche schreiben wir einen Test. Wollen wir doch mal sehen wer am längeren Trotzhebel sitzt...
Sonntag, 28. September 2014
Neues aus Tollhaus
Unter dem Titel Aufstehen mit Kindern wird auf amüsante Weise "erzählt" wie sich so ein Morgen mit Kindern abspielen kann. Als ich es las musste ich zum einen amüsiert lachen, aber auch an den meisten Stellen nicken, denn es trifft den Nagel auf dem Kopf. Ebenso wie das Tempo des Textes. Sollte jemand ernsthaft denken es sei ruhig und entspannt morgens ein oder mehrere Kleinkinder fertig zu machen, dem empfehle ich einen Realitätsbesuch. Denn diese, die Realität, kann mitunter schlicht "furchtbar" sein. Auch wenn sich Manches noch so lustig liest, ist es in der Realität oftmals genau das Gegenteil und manchmal auch nervenaufreibend.
Ein Beispiel aus unserem Leben, was wohlgemerkt zur Zeit sehr durch die Trotzphase an ihrem (hoffentlich) Höhepunkt gezeichnet ist:
Sonntags Vormittags, kurz vor dem Essen kochen.
Ich spiele doch die ganze Zeit mit dir. Ja, ich will halt nur mal kurz einen Schluck Wasser trinken. Du auch? Hier. Jetzt doch nicht? Dann nicht. Ich habe das Glas weggestellt weil du gesagt hast du willst nichts und damit wir spielen können. Ein anderes Spiel? Aber wir haben es doch noch gar nicht angefang... Ok, dann hol halt ein anderes. Ich? Nein, das machst du mal schön selbst.
Wir spielen irgendwann
Missy, jetzt spielst du einen Moment alleine weiter, ich muss jetzt die Spätzle machen in der Küche. Nein, es gibt erst nachher essen. Du sollst das Spiel nicht runterwerfen. Da musst du jetzt auch nicht weinen. Ich gehe in die Küche.
Die Hälfte der Zeit die ich in der Küche verbrachte hatte ich eine Dauersirene neben mir.
Nein der Papa spielt jetzt auch nicht mit dir, wir kochen. Nein, die Spätzle sind noch nicht fertig, siehst du doch. Legst du die Karotte die du von Papa bekommen hast bitte nicht auf den Boden? Hörst du? Ich nehme sie dir sonst weg. Jetzt brauchst du nicht weinen, wir haben es dir gesagt.
Das Essen ist fertig und wir sitzen am Tisch.
Du willst ein Messer? Hier, ich zeige dir wie man es nimmt. Nicht den Tisch schneiden. Ja es freut mich dass es dir schmeckt. Trotzdem sollst du auch etwas Kohlrabi essen. Nein, der ist nicht blöd. Erst den Kohlrabi leer essen, sonst gibts keine Spätzle mehr. Doch. Doch. Doch. Ich sage jetzt nichts mehr. Weil ich auch mal was essen will. Ja der Papa hat geschimpft weil du die Gabel rumgeworfen hast. Nein, da will ich dich jetzt auch nicht trösten. Ja, schön, jetzt hast du den Kohlrabi gegessen, wars so schlimm? Siehste, dann hat sich das Theater doch gar nicht gelohnt. Ok, ich zeig dir noch mal wie es mit Messer und Gabel funktioniert. Ja, der Papa hat gerade gelacht. Weil, weil... weil er gerade an einen Witz gedacht hat. Schau so hälst du die Gabel... lass es dir doch mal zeigen. Hör mal wenn du jetzt nur Mist machst räume ich das Essen weg. Hör auf zu weinen, ich hatte dich gewarnt.
Teller weg, Kind verheult und kurz vor dem Mittagsschlaf.
Nein wir haben keine Zeit mehr. Doch du wirst jetzt schlafen. Ja wir schlafen auch. Den Turm kannst du bauen wenn du geschlafen hast. Ja. Schlaf gut.
Zusammenfassend: Man nimmt sich ja oft vor das Leben/den Alltag zu entschleunigen, aber oft und in bestimmt Situationen funktioniert das kaum.
Kritiker mögen denken, dass ich zu oft "Nein" sage und vieles zu negativ rüberkommt... aber ernsthaft... man muss auch mal ehrlich sein.
Ein Beispiel aus unserem Leben, was wohlgemerkt zur Zeit sehr durch die Trotzphase an ihrem (hoffentlich) Höhepunkt gezeichnet ist:
Sonntags Vormittags, kurz vor dem Essen kochen.
Ich spiele doch die ganze Zeit mit dir. Ja, ich will halt nur mal kurz einen Schluck Wasser trinken. Du auch? Hier. Jetzt doch nicht? Dann nicht. Ich habe das Glas weggestellt weil du gesagt hast du willst nichts und damit wir spielen können. Ein anderes Spiel? Aber wir haben es doch noch gar nicht angefang... Ok, dann hol halt ein anderes. Ich? Nein, das machst du mal schön selbst.
Wir spielen irgendwann
Missy, jetzt spielst du einen Moment alleine weiter, ich muss jetzt die Spätzle machen in der Küche. Nein, es gibt erst nachher essen. Du sollst das Spiel nicht runterwerfen. Da musst du jetzt auch nicht weinen. Ich gehe in die Küche.
Die Hälfte der Zeit die ich in der Küche verbrachte hatte ich eine Dauersirene neben mir.
Nein der Papa spielt jetzt auch nicht mit dir, wir kochen. Nein, die Spätzle sind noch nicht fertig, siehst du doch. Legst du die Karotte die du von Papa bekommen hast bitte nicht auf den Boden? Hörst du? Ich nehme sie dir sonst weg. Jetzt brauchst du nicht weinen, wir haben es dir gesagt.
Das Essen ist fertig und wir sitzen am Tisch.
Du willst ein Messer? Hier, ich zeige dir wie man es nimmt. Nicht den Tisch schneiden. Ja es freut mich dass es dir schmeckt. Trotzdem sollst du auch etwas Kohlrabi essen. Nein, der ist nicht blöd. Erst den Kohlrabi leer essen, sonst gibts keine Spätzle mehr. Doch. Doch. Doch. Ich sage jetzt nichts mehr. Weil ich auch mal was essen will. Ja der Papa hat geschimpft weil du die Gabel rumgeworfen hast. Nein, da will ich dich jetzt auch nicht trösten. Ja, schön, jetzt hast du den Kohlrabi gegessen, wars so schlimm? Siehste, dann hat sich das Theater doch gar nicht gelohnt. Ok, ich zeig dir noch mal wie es mit Messer und Gabel funktioniert. Ja, der Papa hat gerade gelacht. Weil, weil... weil er gerade an einen Witz gedacht hat. Schau so hälst du die Gabel... lass es dir doch mal zeigen. Hör mal wenn du jetzt nur Mist machst räume ich das Essen weg. Hör auf zu weinen, ich hatte dich gewarnt.
Teller weg, Kind verheult und kurz vor dem Mittagsschlaf.
Nein wir haben keine Zeit mehr. Doch du wirst jetzt schlafen. Ja wir schlafen auch. Den Turm kannst du bauen wenn du geschlafen hast. Ja. Schlaf gut.
Zusammenfassend: Man nimmt sich ja oft vor das Leben/den Alltag zu entschleunigen, aber oft und in bestimmt Situationen funktioniert das kaum.
Kritiker mögen denken, dass ich zu oft "Nein" sage und vieles zu negativ rüberkommt... aber ernsthaft... man muss auch mal ehrlich sein.
Mittwoch, 18. Juni 2014
Trotzen mal anders
Heute morgen vor dem Kindergarten:
Missy und ich sind im Bad und jeder putzt (auf seine Art) Zähne. Anschließend noch Haare kämmen und ich war erstaunt wie problem/schrei-los alles vonstatten ging. Da ich selbst ja auch möglichst manierlich das Haus verlassen will dauerte das Haare machen bei mir etwas länger als bei dem Mini Mädchen. Ich nahm das zum Anlass sie zu bitten doch schon mal ihre Sandalen anzuziehen. Gesagt, gemotzt. Das könne sie doch nicht und ich solle es machen. Was macht man also? Ermutigt die 2jährige es wenigstens mal zu versuchen (sie kann es in der Tat). Macht sie dann sogar, leider verkehrt herum aber sonst klappt es einwandfrei. Ich lobe sie also überschwänglich um ihr dann möglichst schonend beizubringen dass die Schuhe gewechselt werden müss(t)en. Gedanklich bereits bei lautstarken Toben und Meckern, schlage ich also den Wechsel vor. Und siehe da, sie nimmt den Vorschlag anstandslos an und gemeinsam gehen wir es an. Sie, fertig angezogen, zieht während ich auch beinah fertig bin, ihre Runden im Flur und verschluckt sich (an einem Fussel). Und da wars vorbei mit der guten Laune. Sie hustet kurz und kommt panisch zu mir geflitzt. "Ich hab Husten *wein*, nich schön *wein*. Ich kann nich mit Mama sprechen *wein wein* Missy is traurig *wein wein heul*.
Ach du liebe Zeit, denke ich mir und versuche das arme aufgelöste Würmchen zu trösten. Ihr "Husten" ist längst weg, doch sie kann sich kaum beruhigen und läuft in ihr Zimmer, kommt an einer Mütze vorbei und setzt sich in den Kopf genau diese JETZT SOFORT auf selbigen zu setzen. Misslingt... Nach fünf Minuten erneutem, verzweifelten Weinen habe ich sie dann soweit dass ich ihr helfen darf. Nach weiteren fünf Minuten schluchzt sie nicht mehr und beruhigt sich.
Im Auto frage ich mich ob mir die "normalen" Trotzanfälle mit Wutausbrüchen und Stampfen lieber sind oder DAS? Letzteres geht einem nämlich deutlich mehr an die Nieren...
Missy und ich sind im Bad und jeder putzt (auf seine Art) Zähne. Anschließend noch Haare kämmen und ich war erstaunt wie problem/schrei-los alles vonstatten ging. Da ich selbst ja auch möglichst manierlich das Haus verlassen will dauerte das Haare machen bei mir etwas länger als bei dem Mini Mädchen. Ich nahm das zum Anlass sie zu bitten doch schon mal ihre Sandalen anzuziehen. Gesagt, gemotzt. Das könne sie doch nicht und ich solle es machen. Was macht man also? Ermutigt die 2jährige es wenigstens mal zu versuchen (sie kann es in der Tat). Macht sie dann sogar, leider verkehrt herum aber sonst klappt es einwandfrei. Ich lobe sie also überschwänglich um ihr dann möglichst schonend beizubringen dass die Schuhe gewechselt werden müss(t)en. Gedanklich bereits bei lautstarken Toben und Meckern, schlage ich also den Wechsel vor. Und siehe da, sie nimmt den Vorschlag anstandslos an und gemeinsam gehen wir es an. Sie, fertig angezogen, zieht während ich auch beinah fertig bin, ihre Runden im Flur und verschluckt sich (an einem Fussel). Und da wars vorbei mit der guten Laune. Sie hustet kurz und kommt panisch zu mir geflitzt. "Ich hab Husten *wein*, nich schön *wein*. Ich kann nich mit Mama sprechen *wein wein* Missy is traurig *wein wein heul*.
Ach du liebe Zeit, denke ich mir und versuche das arme aufgelöste Würmchen zu trösten. Ihr "Husten" ist längst weg, doch sie kann sich kaum beruhigen und läuft in ihr Zimmer, kommt an einer Mütze vorbei und setzt sich in den Kopf genau diese JETZT SOFORT auf selbigen zu setzen. Misslingt... Nach fünf Minuten erneutem, verzweifelten Weinen habe ich sie dann soweit dass ich ihr helfen darf. Nach weiteren fünf Minuten schluchzt sie nicht mehr und beruhigt sich.
Im Auto frage ich mich ob mir die "normalen" Trotzanfälle mit Wutausbrüchen und Stampfen lieber sind oder DAS? Letzteres geht einem nämlich deutlich mehr an die Nieren...
Dienstag, 18. März 2014
Die kleinen Kämpfchen
Zu meiner aktuellen Krankheitslage gesellte sich heute ein verschnupftes und fieberndes Kind. Ganz getreu den Vorhersagen, dass sich meist nach den ersten Kindergarten-Tagen eben solches ereignen würde. "Mahlzeit", dachte ich mir beim Blick auf das Fieberthermometer heute morgen und freute mich in diesem Rahmen dass ich am Tag vorher vorgekocht hatte. Eine Meckersituation weniger, denn Missy findet es meist eher blöd wenn ich in der Küche bin anstatt mir von ihr die gewünschten Lego-Häuser zerstören zu lassen. Gut, Kind also telefonisch im Kindergarten abgemeldet und selbst fieberhaft überlegt wie man nun also den Tag verbringen könnte. Und es war ja noch viel da vom Tag, da ich sie um 7.15 Uhr weckte mit dem Kindergarten-Hintergrund. Also gingen wir irgendwann "ne Runde raus, Mama, ja? Ja? Ja? Höcker sehen?" Die Höcker, sprich Kamele, sind momentan unsere "Nachbarn", da ein Zirkus gerade seine Zelte aufschlägt. Es mag ja Kinder geben die süße Ponys, Ziegen, LÖWEN (!) und TIGER (!!!!) toll finden. Meins gehört nicht dazu. Mein Kind findet die stinkenden Kamele toll. Um die Ponys - und die waren wirklich zu drollig - machte sie einen weiten Bogen...
Wieder zu Hause angekommen war das Fieber verschwunden und Missy drehte auf. Nachdem wir Lego spielten, d.h. sie leert ihre Kiste mit lautem Getöse aus, nannte das Ganze "Sauerei machen", sprang auf und wollte wieder raus gehen. Da war es 11 Uhr. Nachdem ich ihr versuchte zu erklären dass wir erst am Nachmittag wieder raus gehen würden kam ihre neuste Eigenschaft durch. Die "Dann werfe ich halt mal alles was mir in die Finger kommt quer durch den Raum"- Eigenschaft. Und erklär mal einem wütenden Kind dass so was nicht geht. Und vor allem dass es das alles wieder aufzuheben hat... Dieses Spielchen haben wir heute gefühlt zehn Mal durch exerziert. "Sie muss da durch, es ist wichtig für ihre emotionale Entwicklung, usw." Mag ja sein, versteh ich ja auch, aber Himmel... ernsthaft... müssen es denn immer die größten Spielsachen, die vollsten Gläser und die dicksten Bücher sein? Vielleicht sollte ich ihr in Zukunft eine Dose mit Wattepads geben.
Immerhin räumt sie nach Abklingen des Vorantreibens der emotionalen Entwicklung tatsächlich alles wieder auf.
Am Nachmittag gingen wir dann auch wie versprochen erneut zum Zirkus. Dieses Mal waren die Kamele dann doch ziemlich uninteressant, da die Tiger nun nicht mehr im Wagon waren sondern "Auslauf" hatten. Und wieder einmal wurde mir bewusst dass ich definitiv zu viel Mist lese und schaue, als ich die Gitterstäbe skeptisch beäugte und den Weg zu den Ponys antrat...
Freitag, 21. Februar 2014
Phasen, alles nur Phasen
Ich liebe mein Kind. Das steht außer Frage. Hat sie mal einen schlechten Tag und Meckern steht ganz oben auf der Tagesordnung ist alles doch alles immer wieder schnell vergeben und vergessen. Muss man halt nun mal eben durch. Auch das steht außer Frage und man lernt im Laufe des Mama-/Papa-Daseins genau das. Und wird gelassener. Nur um das mal vorweg gesagt zu haben...
ABER momentan nervt mich Missys "Phase" - oder wie auch immer man diese furchtbare Grundunzufriedenheit nennen kann - doch ein wenig bis sehr. Ob sie denn einen Grund zum Meckern habe, fragte mich ein Freund. Außer einem Schnupfen sah/sehe ich keinen. Sonst gehts ihr prima, sie flitzt weiterhin ununterbrochen in der Wohnung herum, könnte wenn man sie ließe den ganzen Tag nur essen - es sei denn es sind die festen Essenszeiten - und fängt so ganz langsam an auch mal einen Moment alleine zu spielen (ein bis zwei Minuten). Aber wehe es läuft nicht so wie sie will. Heute morgen beispielsweise äußerte ich vorsichtig Bedenken bezüglich ihres Plans den Schlafanzug als Mütze und die Stoppersocken als Straßenschuhe anzuziehen. Ohhh, böser Fehler. Böse Mama. Wir verlassen in den letzten Tagen nur selten bis nie das Haus ohne Tränen und heiserer Kinderstimme. Denke es ist demnächst mal wieder angebracht den Nachbarn etwas Kuchen zu bringen. Gestern morgen habe ich sogar vergessen meine Haare ordentlich zu machen bevor ich zur Arbeit fuhr. "Hat sie dich auf Trab gehalten?" fragte mich eine Kollegin... "Das passiert meiner Mama auch oft!" erzählte mir eine Schülerin mit Blick auf meinen Kopf. Na prima.
Zu den täglichen kleinen Kämpfen mag die frühere Schlafmaus ungern länger schlummern. Um sieben Uhr erklärt sie die Nacht für beendet. Luxusprobleme, ja ich weiß. Aber wenn man sonst bis mindestens 8 Uhr am Wochenende schlafen konnte ist das fies. Noch fieser ist dann nur noch, dass sie am liebsten auf ihren Papa hört. Geht dieser morgens um 6 Uhr in ihr Zimmer, deckt sie noch einmal zu und erklärt dass sie weiterschlafen soll und sie das in die Tat umsetzt. Warum fies? Weil ich vor ihm genau das Gleiche versuchte und ein furchtbares Weinen erreicht hatte. Ach jeh.
Aber auch das wird vorbei gehen bis dann die nächste Phase kommt. In dieser schläft sie dann immer bis 10 Uhr, isst brav und ordentlich ihre Mahlzeiten, will nie mehr Süßigkeiten haben, liebt Zähneputzen, freut sich auf jede Autofahrt, isst keine Knete mehr, findet meinen Laptop total uninteressant und erkennt dass Schlafanzüge nicht auf den Kopf kommen...
;-)
ABER momentan nervt mich Missys "Phase" - oder wie auch immer man diese furchtbare Grundunzufriedenheit nennen kann - doch ein wenig bis sehr. Ob sie denn einen Grund zum Meckern habe, fragte mich ein Freund. Außer einem Schnupfen sah/sehe ich keinen. Sonst gehts ihr prima, sie flitzt weiterhin ununterbrochen in der Wohnung herum, könnte wenn man sie ließe den ganzen Tag nur essen - es sei denn es sind die festen Essenszeiten - und fängt so ganz langsam an auch mal einen Moment alleine zu spielen (ein bis zwei Minuten). Aber wehe es läuft nicht so wie sie will. Heute morgen beispielsweise äußerte ich vorsichtig Bedenken bezüglich ihres Plans den Schlafanzug als Mütze und die Stoppersocken als Straßenschuhe anzuziehen. Ohhh, böser Fehler. Böse Mama. Wir verlassen in den letzten Tagen nur selten bis nie das Haus ohne Tränen und heiserer Kinderstimme. Denke es ist demnächst mal wieder angebracht den Nachbarn etwas Kuchen zu bringen. Gestern morgen habe ich sogar vergessen meine Haare ordentlich zu machen bevor ich zur Arbeit fuhr. "Hat sie dich auf Trab gehalten?" fragte mich eine Kollegin... "Das passiert meiner Mama auch oft!" erzählte mir eine Schülerin mit Blick auf meinen Kopf. Na prima.
Zu den täglichen kleinen Kämpfen mag die frühere Schlafmaus ungern länger schlummern. Um sieben Uhr erklärt sie die Nacht für beendet. Luxusprobleme, ja ich weiß. Aber wenn man sonst bis mindestens 8 Uhr am Wochenende schlafen konnte ist das fies. Noch fieser ist dann nur noch, dass sie am liebsten auf ihren Papa hört. Geht dieser morgens um 6 Uhr in ihr Zimmer, deckt sie noch einmal zu und erklärt dass sie weiterschlafen soll und sie das in die Tat umsetzt. Warum fies? Weil ich vor ihm genau das Gleiche versuchte und ein furchtbares Weinen erreicht hatte. Ach jeh.
Aber auch das wird vorbei gehen bis dann die nächste Phase kommt. In dieser schläft sie dann immer bis 10 Uhr, isst brav und ordentlich ihre Mahlzeiten, will nie mehr Süßigkeiten haben, liebt Zähneputzen, freut sich auf jede Autofahrt, isst keine Knete mehr, findet meinen Laptop total uninteressant und erkennt dass Schlafanzüge nicht auf den Kopf kommen...
;-)
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Dienstag, 4. Februar 2014
Ganz großes (Kleinkind) Kino
Es ist aber auch immer das Selbe. Man lobt sie in den höchsten Tönen und denkt noch am Rande "Vorsicht... nicht zu laut sagen...". Aber man wird ja nicht schlau bzw. Manches platzt schlicht aus einem heraus. So wie heute.
Missy und ich waren in der Innenstadt da ich ein Rezept vom Arzt abholen musste. Dort angekommen strahlt die kleine rosa Winterjacke mit Gesicht die Arzthelferin an und zeigt ihr schönstes Lachen und quasselt fröhlich darauf los. "Erzählte" von den "Bahnen und Baggarn" die sie auf der Straße gesehen hatte. Irgendwann wurde dann auch ich bemerkt - es ist immer das Gleiche - und bekam das Rezept. Ganz verzückt fragte die Dame ob die kleine Maus denn immer so süß und unheimlich lieb sei. Ich, die eine stressfreie Autofahrt mit Madame "Autofahrten sind per se zum motzen" hatte lobte also brav meine rosa Brut. Hatte sie sich ja auch verdient. Außerdem gibt es kaum etwas Besseres als begeisterte Außenstehende. Man kommt automatisch gut weg, denn von irgendwo her muss das Kind das ja schließlich haben. Sie fragte noch diverse andere Kleinkind-Gesprächs-Aufhänger wie Schlafverhalten, Zahnen, Trotzen etc. Sie schlafe super, habe alle Zähne ohne große Probleme bekommen und sei in der letzten Zeit lieb und würde sehr selten einen richtig klassischen Zornausbruch bekommen. Schon bei Letzterem klingelten mir die Ohren als würde mir irgendein Frühwarnsystem Signale geben wollen. Nach einer ausgiebigen Verabschiedung machten wir uns schließlich auf den Weg Richtung Auto. Spontan (herjeh, manchmal sollte ich das wirklich überdenken) beschloss ich dass wir noch einen kleinen Bummel machen sollten. Ohne Buggy. Fehler. Der Hinweg zum Spielwarenladen (Geburtstagsgeschenk für Missy) verlief ja noch recht problemlos, was aber einem Hund zu verdanken war, dem man sich ausgiebig widmen musste. Den Rückweg (mit Geschenk im Gepäck) bezeichne ich als mein persönliches Highlight des Tages, ach was, des Monats. Um es vorweg zu nehmen: Der Weg war nicht wirklich weit, für den Fall dass manch einer jetzt eine Rabenmama in mir sieht die ihr Kind zum langem Laufen drillt. Der Hinweg dauerte fünf Minuten. Woran es schließlich lag dass wir für den Weg zurück gefühlt 44 Minuten brauchten, lauter als mancher "Baggar" war und wir einige Lacher auf unserer Seite hatten... ich habe keine Ahnung. Ich habe den Hund im Verdacht der auf diesem Weg nicht mehr da war, denn ungefähr auf dieser Höhe packte Missy der Zorn. Laufen? Madame "sitzen und Ruhe halten ist was für Weicheier" wollte getragen werden (abgelehnt), wollte dann grundsätzlich in die andere Richtung als ich (abgelehnt), wollte nicht an die Hand als wir an der Straße entlang liefen (abgelehnt). An diesem Punkt wurde es lustig, denn ich zog ein laut meckerndes, schimpfendes und tobendes Kind regelrecht hinter mir her. Sie steigerte sich dermaßen rein, dass ihr die Farbe ihres Kopfes immer mehr der ihrer Jacke glich. Plötzlich hielt sie jedoch inne, schaute zu mir hoch, lachte und sagte:
"Mama, Missy meckert".
Montag, 13. Januar 2014
"Mammma, Maaaaaaama, Mama" *unendlich
In den Weihnachtsferien hatten wir sie absolut auf unserer Seite, die Harmonie. Normalerweise bin ich ein Mensch, der sich über andere regelmäßig amüsiert. Also über die Menschen, die in absoluter Eintracht zusammen durch sämtliche Lebenssituationen schweben. Aber in besagten Ferien hab ich es einfach nur genossen abzuschalten, das Kind Kind und die Großeltern mit ihren Macken Großeltern sein lassen. So hatte niemand etwas zu meckern und alles verlief harmonisch. Seit etwas über einer Woche hat sich nun aber etwas geändert. Missy hat ihren gewohnten Tagesablauf zurück, nicht mehr ständige Spaßbetankung durch Oma und Opa. Sie geht wie gewohnt zur Tagesmama, hat danach Mama und Papa die es nicht soooo lustig finden wenn sie nach jedem Bissen in das Abendbrot rumrennen will. Was sind wir aber auch Spielverderber... oder engstirnig (?). Sie verkündet deshalb ganz gerne lautstark ihren Unmut darüber, ebenso wie über mich, die hin und wieder auch mal 2 Minuten nicht mit auf dem Boden sitzen will... oder auf die Toilette muss... oder kurz in die Küche... oder saugen muss... oder beim Autofahren nicht alle 2 Meter anhalten kann weil sie "ausssseigen" und "laufen" will....
Vor kurzem lachten der Informatiker und ich noch über diesen Test, aber mittlerweile ist Punkt 12 bitterer Ernst geworden. Mit dem Unterschied, dass ich "Mama, Mama, Mama, Mama, Mama, Mama, Mama... etc." nicht nur auf Autofahrten höre. Die Versuche Missy zu animieren es mal mit einem anderen Wort, z.B. "Papa, Papa, Papa, Papa, Papa, Papa, Papa..." zu versuchen enden relativ regelmäßig mit ihrer Erwiderung: "Papa Arbeit. Kommt bald wieder." Ob sie mich damit trösten will habe ich noch nicht rausbekommen.
Es liege garantiert daran, dass sie sich jetzt wieder umstellen müsse, meinte der Informatiker. Wird schon so sein. Vielleicht ists aber der noch fehlende Zahn, vielleicht wächst sie gerade, vielleicht gefällt ihr das Wetter nicht, vielleicht vielleicht vielleicht. Oder, wie eine Freundin vorhin zu mir sagte: Man findet immer irgendeine Erklärung. Braucht man auch, sonst wird man ja total Banane. Und es sind ja alles nur Phasen. Die gehen vorbei bis die nächsten und die nächsten kommen. Außerdem ist morgen ist ja auch noch ein Tag und ich ziehe mich selbst an den wirklich wunderbaren und Tränchen-im-Auge-Momenten hoch und freue mich trotz Gemecker auf Missys morgendliches: "Mama is da. Missy freut sich".
Vor kurzem lachten der Informatiker und ich noch über diesen Test, aber mittlerweile ist Punkt 12 bitterer Ernst geworden. Mit dem Unterschied, dass ich "Mama, Mama, Mama, Mama, Mama, Mama, Mama... etc." nicht nur auf Autofahrten höre. Die Versuche Missy zu animieren es mal mit einem anderen Wort, z.B. "Papa, Papa, Papa, Papa, Papa, Papa, Papa..." zu versuchen enden relativ regelmäßig mit ihrer Erwiderung: "Papa Arbeit. Kommt bald wieder." Ob sie mich damit trösten will habe ich noch nicht rausbekommen.
Es liege garantiert daran, dass sie sich jetzt wieder umstellen müsse, meinte der Informatiker. Wird schon so sein. Vielleicht ists aber der noch fehlende Zahn, vielleicht wächst sie gerade, vielleicht gefällt ihr das Wetter nicht, vielleicht vielleicht vielleicht. Oder, wie eine Freundin vorhin zu mir sagte: Man findet immer irgendeine Erklärung. Braucht man auch, sonst wird man ja total Banane. Und es sind ja alles nur Phasen. Die gehen vorbei bis die nächsten und die nächsten kommen. Außerdem ist morgen ist ja auch noch ein Tag und ich ziehe mich selbst an den wirklich wunderbaren und Tränchen-im-Auge-Momenten hoch und freue mich trotz Gemecker auf Missys morgendliches: "Mama is da. Missy freut sich".
Montag, 9. Dezember 2013
Phasen
Ich hatte in meiner Schwangerschaft zwei Ratgeber. Den einen mit
schönen Bildchen und netten Infos und Tipps und den anderen in
Roman-Form. Also nicht wirklich ein Ratgeber. Schwiegermama und Hebamme
rieten mir dringlichst davon ab mich zu viel zu informieren. Also war
ich (relativ) brav und habe diesen Rat befolgt. Ich hatte ohnehin andere
Sorgen in dieser Zeit als mir über eventuelle Sorgen in der
Nachschwangerschaft zu machen. Mag ein Fehler gewesen sein, ist aber
nicht mehr zu ändern. Als Missy dann nämlich da war überrannten uns genau diese Sorgen. Koliken, Geschrei, Gebrüll, zahlreiche Besuche bei
Osteopathen, alles gekoppelt mit (m)einer recht instabilen
gesundheitlichen Verfassung. In dieser Phase habe ich wirklich sämtliche
unbrauchbaren Tipps ausprobiert. Ich bezweifle dass irgendetwas davon
einen Nutzen hatte, denn irgendwann wurde es dann (wie von alleine)
ruhiger. Bücher in denen die Entwicklungsschübe beschrieben werden habe
ich immer gemieden. Wahrscheinlich zum einen weil mir eben die Hebamme
davon abriet und meinte, Missy würde auch ohne groß werden. Ich vermute
dass sie mich schon damals besser einschätzen konnte als ich mich selbst
und schlichtweg die Gefahr sah, dass ich mich zu sehr an irgendeine
Erklärung klammern würde und im Endeffekt frustriert sei, da es "immer
anders komme als man denkt und liest". Ich bin ihr rückblickend dankbar
dafür. Sie hatte wohl recht damit. Auch heute noch kommen mir
Erklärungen wie "Sie schläft halt schlecht weil sie einen Wachstumsschub
hat", "Sie ist motzig weil sie einen Entwicklungsschub hat" oder
dergleichen selten bis nie über die Lippen. Die Bezeichnung "Schub"
würde ich sowieso nie nie nie im Zusammenhang mit meiner Missy
verwenden. Aber das auch aus bekannten Gründen. Freundinnen lasen/lesen
in zahlreichen Entwicklungsbüchern und wissen ganz genau wann die Kinder wachsen, wann es besonders anstrengend sei kann, wann welcher Zahn kommt
etc. Ich verstehe dass es einem helfen kann indem man vielleicht besser
vorbereitet ist, aber schlussendlich kommt der Zahn dann doch einfach
wann und vor allem wie er will. Ich bin glücklicherweise Mama von einem
sehr stressfrei zahnenden Kind - mit Ausnahme der letzten Backenzähne, um
dann doch auch mal ein Zugeständnis zu machen - und kann mich auch über
die Nächte und Missys generelles Schlafverhalten absolut nicht
beschweren. Das macht es dem Informatiker und mir natürlich einfacher.
Trotzdem frage ich mich manchmal ob ich doch mehr lesen sollte weil ich
mir das ganze vielleicht zu einfach mache. Dann wiederum bin ich der
Meinung dass "mein Ding" ja nicht so verkehrt sein kann. Natürlich
häufen sich auch bei uns die Wut und Trotzanfälle und ich lese, dass es
ganz normal ist und man und Kind da einfach durch muss. Hätte ich aber
auch davor gewusst oder zumindest erahnt. In diesen Momenten weiß ich
dann auch doch wieder dass ich einen recht guten und verlässlichen
Instinkt habe. Und so verkehrt kann das nicht sein. Hat schließlich meine
Hebamme gesagt und das steht in meinem Kleinkind Entwicklungsbuch :-)
Freitag, 29. November 2013
Der Zorn, das Mädchen und das Müsli
Heute morgen hatten Missy und ich Zeit für ein hektikloses gemeinsames Frühstück. Seitdem sie alleine isst finde ich das sowieso deutlich stressfreier. Also freue ich mich in der Regel auf eben jene Morgende, an denen wir Zeit haben. Ich mache Radio an, in Gedanken ein Kerzchen, bereite sowohl ihr als auch mein Frühstück vor. Meist gibts für mich Brot mit Süßkram (fällt absolut nicht in die Kategorie öko!!) und für Missy Müsli. Seit einigen Tagen MÜSSEN dort "Sinen" (Rosinen) hinein, sonst isst sie es nicht. Also werden sie versteckt, damit sie auch ein bisschen Arbeit hat und nicht direkt alle rausisst und dann die Ruhe vorbei ist. Die Vorrausetzungen waren auch heute morgen geschaffen und schließlich saßen wir beide am Tisch. Heute jedoch wagte ich es ebenfalls Müsli zu essen. In abgewandelter Form zu Missys Müsil. FEHLER. Großer Fehler. Sie bemerkte es ziemlich schnell, im Gegensatz zu mir. Ich saß also vor einem tobenden, schreienden Kind, das sich absolut nicht beruhigen wollte. Sämtliche Fragen und Beruhigungsversuche scheiterten, sie schrie weiter. Vor einigen Monaten war das ja an der Tagesordnung und wir waren daran gewöhnt, doch seit sie deutlich ruhiger geworden ist bin ich auf solche Ausbrüche nicht mehr ordentlich vorbereitet. Plötzlich, nach gefühlten Stunden, kam mir der Gedanke dass ihr Zorn irgendwas mit meinem Müsli zu tun haben könnte. In Gedanken bei den armen Nachbarn nahm ich also ihre Schüssel - was sie noch zorniger werden ließ - und befüllte sie in der Küche mit blöden Sonnenblumenkernen und ging zurück. Und siehe da: Das Kind änderte die Tonlage, legte den Kopf schief und sagte: Danke Mama. Da sie ja noch so klein ist schenkte ich es mir sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie die blöden Kerne auch schon vorher im Müsli hatte. Morgen esse ich wieder Brot.
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