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Freitag, 5. Juni 2015

Neu (finden)

Seit dem letzten Posting ist wohl ein wenig passiert. Das erwähnte deutliche Gespräch hat mich ordentlich zum Nachdenken gebracht und das war doch immerhin der größte Schritt in meiner bisherigen MS-Historie. Im brutalen Schnelldurchgang habe ich gelernt mich mit der Krankheit abzufinden. Dadurch wurde mir erst mal bewusst dass ich genau das in den 11 (!!) Jahren zuvor nie wirklich geschafft habe. Was hat mich dazu bewogen? Aktuell beispielsweise dass ich mich nicht so gut bewegen kann. Seit Ostern laufe ich je nach Stimungs-und Wetterlage mehr schlecht als recht. Meine rechte Hand krampft und die Handinnenflächen sind meist komplett taub. Die Fatigue (und tatsächlich wird es genau das sein) zwingt mich regelrecht dazu mich oft auszuruhen.
Seit Ostern... eine ganze Weile also schon. Noch vor kurzem hätte ich längst beim Neurologen auf der Matte gestanden mit Schubverdacht. Aber irgendwie ist es anders. Denn ich weiß dass manches eben einfach "da" ist. Das in den früheren Jahren wohl doch schon ein bisschen kaputt gegangen ist. So gehe ich jetzt halt einfach ein wenig langsamer und bedachter. Im wahrsten Sinn des Wortes. Der Gang zum Neurologen sollte man trotzdem nicht scheuen? Aber was soll er schon machen? Klar, Cortsion. Aber sonst? Mir nur wieder sagen dass ich halt nicht jünger werde? Dass ich mit meinen 11 Jahren MS halt eben jetzt an dem Punkt bin an dem ich sie spüren muss. Das schiebe ich mir noch ein wenig auf. Bis in 3 Wochen, denn da habe ich einen Termin bei einem anderen Neuro. Warum? Weil ich eben jetzt an dem Punkt bin an dem ich die MS spüre. Und weil ich andere Meinungen brauche. Weil ich mehr Unterstützung brauche. Weil ich nicht mehr nur die 0815-Patientin bin. Weil ich jetzt soweit bin mich mit sämtlichen Konsequenzen auseinanderzusetzen. Weil ich zu wenig gemacht habe in der Vergangenheit.
Was bedeutet das jetzt für die Zukunft? Neben dem eben genannten, dass ich die MS nicht totschweigen darf. Es ist eine Sache darüber zu schreiben... Reden kann ich darüber eher schwer. Vor kurzem war ich mit meinen Mädels weg und sie sprachen mich konkret darauf an. Und ich habe - so wurde es mir erst viel später bewusst - ich ehrlich darüber geredet. Und zum ersten Mal (!!) ohne dass mir die Tränen kamen.  Ein enormer Fortschritt für mich.
Weitere Konsequenzen? Sport machen sonst trage ich definitiv eine Teilschuld wenn ich irgendwann gar nicht mehr kann. Mich mehr mit lieben Freundinnen treffen. Gelassener werden, d.h. mich nicht zu viel ärgern. (Trotz)Phasen als das sehen was sie sind: Phasen. Und vorallem eins:
Ehrlich sein. Zu mir selbst. Ehrlich sehen was ich machen kann und wann ich um Hilfe bitten sollte.

Es waren emotionale harte Wochen seit Ostern. Selbst mit dem Informatiker habe ich nicht darüber gesprochen, denn zu viele Neusortierungen habe ich in meinem Kopf durchgenommen. "Jetzt muss du es auch nur noch umsetzen", wird er sich beim Lesen denken. Beim Leben in Gedanken wird es nicht bleiben. Zuviel steht auf dem Spiel.
Und nicht dass jemand denkt ich hätte meinen Frieden mit der MS gefunden. Den werde ich nie finden. Ich habe allerdings meine Wut und damit meinen Ansporn gefunden.

Mittwoch, 14. Januar 2015

"The Terrible Twos"

Diesen Artikel habe ich vor einigen Tagen gelesen und er traf vollends meinen Nerv. Denn genau DAS erleben wir momentan beinah täglich. Mal mehr und mal weniger ausgeprägt. Ich hatte diesen "Irrsinn" ja schon kürzlich hier angerissen...
Sicherlich liest sich alles immer auch irgendwie lustig, denn es wäre ein Armutszeugnis für mich und meinen Schreibstil, wenn alles nur so vor Jammern und Leiden triefen würde. Missy in real life ist zur Zeit allerdings alles andere als witzig. Hin und wieder ertappe ich mich beim Klammern an dem EINEN Gedanken: "Ganz bald ist diese Trotzhase rum. Schließlich wird sie bald 3 Jahre alt." Der Gedanke wird aber spätestens dann nicht mehr haltbar wenn sie mal wieder im Supermarkt tobt und schreit. Obwohl er gerade hier dringend angebracht wäre. Funktioniert aber nie bis gar nicht. Was hingegen prima funktioniert ist totales Chaos im Kopf. Also in meinem. Zu oft fühle ich mich in den letzten Wochen wie eine totale Irre, die nur noch stur und stoisch versucht ihr Kind irgendwie zu bändigen. Nach außen hin muss es wohl fast lustig aussehen. Ich glaube ich habe sogar einen neuen Blick entwickelt. Der dürfte etwas von diesen Irren aus entsprechenden Filmen haben. Sicherlich fahre ich mir zudem auch noch hektisch durch die Haare, was mein Außenbild dann perfekt passend erscheinen lassen dürfte. Gratulation Frau S., jetzt sind sie absolut plem plem.
"Frau S. du siehst aus als hättest du heute Nacht nicht geschlafen," schmeichelte mir heute morgen einer meiner Schüler. Treffer, versenkt, dachte ich. Recht hatte er. Zwar schlummert Missy Nachts wie gehabt ruhig und engelsgleich, aber die blanken Nerven schleichen sich auch in meine Nächte. Entsprechend sieht man (wohl) aus. Erfreulicherweise gewöhnt man sich bekanntlich ja an so einige (Mangel)Zustände. Gesund kann es trotzdem nicht sein.
"Ich bin echt fix und fertig," gestand ich vor einigen Abenden dem Informatiker, nachdem Missy erneut ein abendliches Bühnenprogramm zum besten gegeben hatte. Ich weiß nicht mehr was er erwiderte, es wird sich aber leider definitiv nicht um einen Masterplan für tobende Kleinkinder gehandelt haben.
So stehen wir also hier, der Informatiker und ich. Planlos. Versuchen uns mal mehr und mal weniger gegenseitig Kraft und Ansporn zu geben. Mal gelingt uns das eine, mal das andere nicht. Was das eine und das andere auch immer sein mögen. Im besten Fall gleicht man sich aus, schlecht ist immer wenn beide entnervt und angeschlagen sind. Dann fehlt etwas bzw. jemand. Nämlich der andere. Der Beste.


Donnerstag, 1. Januar 2015

Frohes neues altes Jahr

Und wieder ein neues Jahr. Wie habe ich es angefangen? Unspektakulär, nämlich in der hessischen Heimat. Am aufregendsten war es wohl für Missy, die dieses Silvester nämlich zum ersten Mal nicht verschlafen hat sondern aufwachte und ängstlich meinte: "Es brummt so laut". Also schaute man sich das Brummen gemeinsam an und das wars dann auch. Fragte man sie heute wie es ihr gefallen habe zuckte sie lediglich mit den Schultern.
Schulterzuckend sitze ich nun hier und überlege ob ich mir vielleicht etwas Kluges für das neue Jahr vornehmen sollte. Wahrscheinlich und besser sollte ich es mal gleich lassen. Blicke ich nämlich auf das letzte Jahr zurück muss ich erkennen dass da nicht viele Erträge zu erkennen sind von den "guten Vorsätzen". Man fragt sich ja leider doch immer mal wieder am Ende eines Jahres was man eigentlich unter dem Strich erreich hat.
"Bravo, du Pfeife", muss ich dann zu mir selbst sagen...
Das Kind erzieht man zu oft plan- und orientierungslos, zu oft verliert man sich in Vorwürfen wegen der Berufstätigkeit plus Kind, zu oft streitet man sich mit (mit sämtlichen Beteiligten in sämtlichen Lebenslagen) und zu oft nimmt man sich Dinge vor. Und das Schlimmste: Zu oft reflektiert man dass man eben jene wieder nicht umgesetzt hat, nur um sie sich erneut vorzunehmen und so weiter und so weiter. Der Mensch an sich ist schon wirklich doof oder vielleicht auch einfach nur faul. Ob jetzt das Eine oder das Andere schlimmer ist sei mal dahin gestellt.

Mein letztes Jahr? Da wollte ich doch alles anders machen als noch in Marburg. Mich selbst neu "machen". Mal anders auf Menschen wirken. Wie wirke ich jetzt nach 1,5 Jahren Karlsruhe? Reflektiert (haha) betrachtet wahrscheinlich zu oft überfordert, überspannt, nervös, traurig, zu ruhig. Beruflich klappt es ganz gut, laut Meinung des Informatikers stecke ich aber wohl wieder zu viel ein. Mache zu wenig den Mund auf, wehre mich zu wenig wenn es angebracht wäre. Kann man nun an dieser Außenwirkung noch etwas ändern oder muss ich wieder erst damit warten bis ich in eine neue fremde Stadt ziehe?
Himmel, noch nie habe ich weniger gewusst wer ich eigentlich bin als in diesem Jahr. Trotz Freunde, Missy und Informatiker bin ich verlorener als jemals zuvor. Ist wohl auch nicht sonderlich förderlich für Bekanntschaften und Beziehungen.
Man/ich versuche trotzdem immer wieder Besserung zu loben und es ist wohl auch nur dieser innere Schweinehund der überwunden werden müsste um endlich mal nicht nur zufrieden sondern GLÜCKLICH zu leben.
Man/Ehemann/Tochter/Freunde/Bekannte verzeihen mir bitte alle gesammelten Nachlässigkeiten in jedweder Beziehung. Es war nie so gemeint wie es vielleicht manchmal ankam.

Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr. Darauf dass jeder sein Glück findet. Ich für meinen Teil wäre schon zufrieden wenn ich endlich mal sehen würde welches Glück bereits vor meinen Augen ist.



Montag, 10. November 2014

Von Butterbäumen, gepressten Bienen und dem Weihnachtsmann, der nur lieben Kinder Geschenke bringt

Gibts ja nicht, ist ja schon bald wieder Weihnachten. Und wie es sich für eine ordentliche Reli-Lehrerin gehört kommt bei uns selbstverständlich das Christkind der Weihnachtsmann. Schuld daran ist neben dem Atheisten an meiner Seite wohl aber auch eins meiner eigenen Kinderbücher. Eben jenes erzählt von den Weihnachtsmännern, die Urlaub in der Karibik machen. Und dieses fiel Missy kürzlich in die Hände und wie erklärt man jetzt bitte schön einer 2jährigen, dass es da ja ursprünglich jemand anderen gibt? Lässt man einfach. Denn Mann/Frau/Mutter/Vater umschifft momentan möglichst jeden auch noch so kleinen Wutausbruch-Anlass. Auch wenn es zu Lasten des Christkindes geht.
Was denn da los? Fragen wir uns gefühlt jeden zweiten Tag auch. "Ach sie muss halt ihre Grenzen austesten," meinen Manche und schlucken dann kurz darauf schwer wenn sie es zeitnah tut. Wenigstens fühlt man sich unter Eltern gleichaltriger Monster verstanden. Man nickt sich wissend und mitfühlend zu, wenn man die Befürchtungen austauscht, die Nachbarn würden die Polizei o.ä. rufen wenn man sich erdreistet dem Spross die Zähne zu putzen. Oder Haare waschen... Nur so viel: Geschrei in einem Splatter Film ist harmloser.
Zurück zum Christkind Weihnachtsmann. Mich beschleicht seit gestern das ungute Gefühl dass meine Missy definitiv noch Probleme mit Zeitspannen hat. Die Bedeutungen von "Bald", "Demnächst" und "Das dauert noch" dringen ebenso wenig in die Gehirnareale vor wie Leberwurst auf mein Brot (oder Sülzwurst). Sprich, es war ein Fehler ihr so früh von Weihnachten zu erzählen. Wann wäre der beste Zeitpunkt gewesen? Zwei Stunden vor der Bescherung.
Allerdings bin ich jetzt auch absolut in die Mama-Oberliga aufgerückt, denn ich kann sie damit erpressen. Hach, herrlich. Nach Hinweisen, dass der Weihnachtsmann aber nur lieben Kindern Geschenke bringt, macht Missy wenigstens den Anschein als würde sie darüber nachdenken. Ob das jetzt irgendwelche positiven Auswirkungen auf "ihre fünf Minuten" hat sei mal dahingestellt, aber an irgendwas muss man sich manchmal einfach klammern können. Auch wenn es lustig klingt, aber diese PHASE schafft mich zur Zeit wirklich. Aussagen wie "Das geht vorbei, dann ist die Pubertät da." sind auch nicht mehr lustig für mich. So was will man nicht hören. Diese Kämpfe kosten mich oft einiges an Kraft.

MS? Schläft. Momentan irgendwie auch im wörtlichen Sinne, denn die Müdigkeit hat mich ziemlich im Griff. Oft lege ich mich nach Arbeit kurz auf die Couch um etwas zu lesen und keine fünf Minuten später schlafe ich ein. Ein Schub? Nach meiner persönlichen Definition nicht. Die da wäre? Kaum noch laufen können. Also was tun? Kaffee, Kaffee, Ausruhen.

Arbeit? Hier wird viel gelacht und selbstverständlich ungemein viel gelernt. Meine Drittklässler sind beispielsweise während des Themas "Ernährung" teilweise der festen Überzeugung, dass Butter auf Bäumen wächst und Honig aus gepressten Bienen hergestellt wird. Hach ja, die Dorfkinderwelt. Rauszukriegen ist es aus Manchen nur schwer. Hach ja, diese elend lange Trotzphase.

Nächste Woche schreiben wir einen Test. Wollen wir doch mal sehen wer am längeren Trotzhebel sitzt...

Montag, 6. Oktober 2014

Wie funktioniert das, MS und...? Teil 1

MS und Kind?

Mal gleich zu Anfang der "Riesen Klopper". Warum auch klein anfangen?

Wie kam denn nun die MS-Kranke zum Kind? Irgendwie auf den konkreten Gedanken durch den Neurologen. Den netten Arzt damals in Marburg im Klinikum zu dem alle (Frauen) wollten. Der Arzt, der mich einmal (wirklich wahr!) im Sommer fragte ob es mir etwas ausmache wenn er seinen Arztkittel etwas aufknöpfen würde. Klingt plump, war es aber nicht. Zum nächsten Termin entschied dann der Informatiker mal mitzukommen...
Kurzum, irgendwann sprach mich der Arzt auf einen möglichen Kinderwunsch an. Ich war baff, meinte er nämlich ich sei ja momentan geradezu unheimlich stabil was die Krankheit betrifft und zum anderen würde ich ja auch nicht jünger werden. Mit diesem Gedankenkarussell entließ er mich also und aus vagen Gesprächen wurde später konkrete Planung, die schließlich auf einen positiven Schwangerschaftstest hinausliefen. Von diesem Arztgespräch bis hin zum besagten Test waren es gute neun Monate.
Über die darauffolgenden Monate habe ich an anderen Stellen berichtet. Die MS schlug auf eine Art und Weise zu wie es niemand erahnt hätte und übertraf alles was vorher war. Nun gut, um es kurz zu fassen: Wie funktioniert MS und Schwangerschaft? In meinem Fall gar nicht (gut).
Weiter im Text. Missy war da und ich wurde stabiler bis hin zu genesen und stabil. So sollte man also meinen die MS und das Kind stellen kein Problem dar. Würde ich also jeder anderen kranken Frau auch zu einem Kind raten bzw. es guten Gewissens empfehlen? Weiß ich nicht. Genauso wenig wie ich weiß wie ich mich entschieden hätte wenn ich in allen Einzelheiten vorher über die Auswirkungen die die Schwangerschaft hatte, gewusst hätte. Ich liebe mein Mädchen über alles, aber ich weiß es einfach nicht. Und wenn die Ärzte noch so oft sagen, dass Schübe in der Schwangerschaft quasi ausgeschlossen sind, niemand garantiert dass es wirklich so ist.

Zum Kern: Wie funktioniert MS und Kind denn nun? Kurz gesagt: In den ersten 2,5 Lebensjahren der Süßen sehr gut. Was braucht es dazu? Viel viel positiven Lebenswillen und Liebe. Und das Selbstvertrauen dass man alles irgendwie geschaukelt bekommt. Ohne das ist man verloren.
"Gut, das sagt sie jetzt," meint vielleicht Mancher und Recht hat er im gewissen Grad auch. Warum? Weil ich in diesen 2,5 Jahren bislang einen einzigen Schub hatte und währenddessen sogar zu Besuch bei den Großeltern war. Was mache ich wenn der nächste Schub - und er wird irgendwann kommen - nicht in den Heimaturlaub fällt? Dann werde ich nicht arbeiten gehen, Missy in den Kindergarten. Ich werde nervlich angespannter sein, abends auf der Couch wohl auch mal ein Tränchen verdrücken aber doch wissen dass es wieder vorbei geht. Es geht immer vorbei. Immer. Der Informatiker wird neben mir sitzen, fragen ob er etwas tun kann. Ich werde antworten dass er mich einfach nur im Arm halten soll und ich nicht darüber reden mag. So gut es eben geht wird der Zustand auf seine Art Normalität. Das ist mein Wunsch-Vorgehen. Und ich weiß dass ich es schaffen kann, denn wie der Informatiker immer ganz gerne betont, schaffe ich das auch für meine kleine Maus. Für sie bin ich mir selbst verpflichtet stark zu sein. Sie wächst mit einer kranken Mama auf und wird irgendwann miterleben müssen was das bedeutet. Sie wird mich irgendwann fragen was das bedeutet. Das hat zwar noch Zeit aber dann will ich, dass sie sagen kann: "Ich habe eine starke Mama." Und der Mann an meiner Seite der bis jetzt alles mit durchgestanden hat, auch wenn es oft mehr als verd... schwer war, soll sagen können: "Sie schafft das."

Dienstag, 23. September 2014

Sommerloch


Zugegeben, hier war ja weniger als nichts los in der letzten Zeit. Müßig irgendwelche Ausreden zu finden. Mir war schlicht nicht danach. Passiert. Oder: Dann ist das halt so. Womit ich dann auch direkt mal den Einstieg habe. Diese Aussagen wie "Passiert" oder "Dann ist das halt so" werden ja momentan inflationär benutzt. Ich kenne kaum jemanden der während eines (längeren) Gesprächs eben jene nicht fallen lässt. Scheint wie eine Art Virus zu sein. Gibts denn irgendein Buch in dem die neuen hippen Gesprächsfloskeln stehen? Selbst vor meinen Eltern machen sie nicht halt. Ich warte nur auf den Tag, an dem Missy mir mit einem "Passiert" um die Ecke kommt.

So viel zum Einstieg. Was passiert sonst noch so? Schule hat wieder angefangen und ich war bereits am ersten Tag noch vor der ersten Stunde heiser. Die Heiserkeit nach sechs Wochen Pause ist keine Seltenheit, dass ich allerdings schon vor dem ersten "Guten Morgen" kaum einen Ton rausbekomme ist neu. Schuld ist der allseits bekannte und heimtückische Kindergarten-Husten. Nachdem nämlich auch die KiTa Ferien vorüber waren und Missy die ersten Stunden verbrachte, stellten wir fest dass auch die Viren die Ferien beendet hatten. Bis vor kurzem schwang ich noch große Reden dass diese mir nichts anhaben können. Immerhin hatten wir uns ja schließlich nach den meinen Berufsjahren miteinander arrangiert... die Kinderkeime und ich. Eigentlich. So huste ich also seit geraumer Zeit fröhlich vor mich hin.
Und sonst? MS? Nichts. Am Donnerstag habe ich meinen regulären Neurologen Kontroll-Termin. Und da ich brav war und mich rechtzeitig um die regelmäßige Blutuntersuchung gekümmert habe wird es nichts zu meckern geben. Fein.
Zu Hause? Wir waren im Urlaub auf Norderney. Schöne Sache. Ich würde sogar fast so weit gehen und sagen dass es "richtiger Urlaub" war. Abgesehen von der Autofahrt hin und zurück, da unser Brülläffchen Fahrten ab zehn Kilometer immer noch zum heulen findet. Bravo. Aber es sind ja alles nur Phasen also vergibt man. Was soll man auch sonst machen.


Missy? Redet wie ein Wasserfall und bockt. "Warum soll es dir denn besser gehen als allen anderen?", meinte kürzlich eine Kollegin als ich ihr von einem neuerlichen Wut Total-Ausfall meines Monsters erzählte und hielt mir Schokolade entgegen damit sich meine Gesichtsfarbe änderte. Soviel dazu. Mehr braucht man/Mama da auch gar nicht mehr sagen.
Informatiker? Hat uns mal nebenbei ein neues Auto gekauft. Und ich fahre es :-)

Das war es erst mal und hiermit melde ich mich offizielle aus dem/meinen Sommerloch zurück. Immerhin ist ja jetzt auch Herbst.

Montag, 7. Juli 2014

Faulheit

Ach herjeh, ist das furchtbar wenn man es sich so gemütlich gemacht hat und am liebsten alles genau so lassen würde.
Furchtbar aber auch wenn man im Kopf so viele mögliche Projekte hat und es nur an einem mangelt. Am Antrieb. Mittlerweile ist Missy beinah 2,5 Jahre alt und ich kann sie nicht mehr wirklich als Grund vorschieben dass ich zu nichts kommen würde. Ich lebe und arbeite vernünftig in der neuen Stadt, habe Anschluss gefunden und vereinsame folglich nicht. Außerdem kann ich mich über fehlende (Frei)Zeit nicht beklagen. Sämtliche Faktoren würde also für "Projekte"sprechen. Welche Projekte? Kleine bis hin zu Großen. Angefangen beim regelmäßigeren Besuch im Fitnessstudio bis hin zu einer Idee, die noch nicht im Entferntesten spruchreif ist (Nein, kein zweites Kind!). Woran hängt es dann also, dass ich kaum was angehe und während meiner freien Zeit lieber lese, lese, lese? An nichts weiter als der Bequemlichkeit. Liege ich dann Abends im Bett bin ich wenigstens konsequenterweise so unzufrieden wie selten vorher. Wie gesagt... früher konnte ich wenigstens noch Missy, die MS (obwohl ich zu deren Hochzeiten einen enormen Antrieb entwickeln kann), die frühere Depression oder einen stressigen Arbeitstag als "Entschuldigung" vorschieben. Was schreckt denn dann wirklich vor dem "Anfangen und Angehen gewisser Projekte" ab? Der Gedanke und das Wissen dass es zu viele andere Menschen gibt, die sicherlich genau das Gleiche (besser) machen und ich schlichtweg immer in der Menge untergehen könnte. "Das wird immer so sein. Das sollte dich aber eher anspornen und nicht abschrecken", meint dazu mein Informatiker. Ich solle es versuchen, egal was. Hat er wahrscheinlich recht. Mal wieder.

Mittwoch, 28. Mai 2014

Hochzeitstag

Morgen sind der Informatiker und ich vier Jahre verheiratet. Da kann man/ich in Erinnerungen schwelgen, denn der Tag war wirklich ein ganz großartiger.
Hier mal ein paar Auszüge des schönsten 29. Mai's...

Gestartet haben wir wunderbar gemütlich mit einem Frühstück zu Hause mit den Nachbarn. Eben jenen, speziell der lieben Nachbarin wurden neben Kaffee und Brötchen meinen Schnittlauch-Locken zu Volumen verholfen. (Grüßle an dieser Stelle nach Nürnberg ;-) )
Später machten wir uns dann auf den Weg zum Standesamt nach Marburg, nachdem die gesammelten Familien eingetroffen waren.

Eigentlich soll man ja als Brautpaar irgendwie auch nur im Ansatz aufgeregt sein. War ich nicht. Der Informatiker sowieso nicht. Unsere Eltern dafür umso mehr und nach dem Jawort waren die Mamas nicht mehr zu halten und ließen einiges an Tränen zurück.








Wir hatten an diesem Tag einige Überraschungen und die erste bekamen wir direkt im Standesamt. Ein Lied nur für uns...
Den Worten der Standesbeamtin konnte ich im letzten Drittel der Trauung so gut wie gar nicht mehr folgen, da ich vor dem geöffneten Fenster Kinderlärm vernahm. Meine Schulklasse. Ich war so gerührt, dass sie fast alle gekommen waren um uns zu gratulieren.


Nach Kaffee und Hefekuchen für den Informatiker und Schokoladentorte für mich zu Hause ging es am frühen Abend zur Hochzeits-Location



Hier verbrachten wir den Abend mit der Rest-Familie und Freunden. Hatten ein fantastisches Essen - oder wie mein Patenonkel noch heute sagt - "es war das beste vegetarische Hochzeitsmenü, dass ich je gegessen habe", wurden weiter überrascht von Freunden, die uns unser Hochzeitsgeschenk zunageln ließen..., 

bekamen ein grandioses Gitarren/Bass- Konzert von zwei lieben Freunden (Grüßle an dieser Stelle nach München und Gießen)...,

schauten mit allen Gästen unsere gemeinsame Liebesgeschichte auf dem Beamer in Form einer Präsentation an, die unsere Eltern erstellt hatten an, fuhren Draisine (was übrigens der Renner bei allen Gästen war) und waren einfach nur glücklich.

Das alles waren "nur" Auszüge unseres Hochzeitstages. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die lustigen Spiele, die Trauzeugin und Freunde vorbereitet hatten, der Spaß, die Gespräche, die Geschenke. 
Wir beide hatten außer dem Termin, dem Essen, den Einladungen und der Auswahl des Ortes nichts weiter geplant. Und ich bin heute noch der Überzeugung, dass genau deshalb alles so absolut grandios war. Weil wir keine überzogenen Erwartungen hatten.
Wenn ich noch einmal heiraten sollte, dann ganz genau so. 
Und zwar genau den Mann, den ich jetzt habe.
Lieber Informatiker, alles Gute zum Hochzeitstag (morgen dann) 

Sonntag, 11. Mai 2014

Beziehungsweise Teil 3

"Was vermisst du denn am Meisten?" Diese Frage kommt hin und wieder auf. In der Regel lässt sich das Gegenüber in vier verschiedene Personengruppen unterteilen:

  1. Die, die Eltern sind und diesen verklärten Gesichtsausdruck bekommen wenn sie an frühere Reisen als "nur Paar" denken. Diese Personengruppe verurteilt nicht und versteht.
  2. Die, die Eltern sind und diesen verständnislosen Gesichtsausdruck bekommen wenn man selbst von Reisen spricht, die man "nur" als Paar erlebt hat. Diese Personengruppe vermisst also nichts.
  3. Die, die noch keine Eltern sind und denen etwas mulmig ist/wird.
  4. Die, die noch keine Eltern sind und die felsenfest davon überzeugt sind, dass sie alles so weiter machen werden. Kind hin oder her.
Wahrscheinlich habe ich vor Missys Geburt zur letzten Gruppe gehört...


Aber was vermisse ich denn nun am Meisten und warum vermisse ich überhaupt etwas? Schließlich habe ich ein wunderbares, fröhliches, manchmal sehr lautes und willensstarkes aber gesundes Kind. Ich arbeite, es geht mir gut, ich habe einen Mann, eine Wohnung, Freunde. was also soll das und was hat das mit dem Titel dieses Posts zu tun? Die Personengruppen 2 und 4 werden meine Antworten wohl verwerflich finden und sagen, dass ich es ja vorher gewusst hätte...

Ich vermisse es manchmal meine Ruhe zu haben. Ich vermisse es auszuschlafen. Ich vermisse es abends spontan wegzugehen. Ich vermisse es nicht über jede Planung hundert Mal nachdenken zu müssen. Ich vermisse es an einem Sonntag einfach nur mal auf der Couch rumzuliegen und zu lesen. Und ich vermisse die Beziehung die ich früher hatte. Ich vermisse den Mann, der einfach nur mein Mann war. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass man sich als Paar so verändern kann wenn ein kleiner Mensch da ist. Manchmal denke ich wir waren einfach zu festgefahren als Paar, hatten zu sehr unsere Muster. Haben uns zu sehr gesagt, dass wir nie so werden wollen wie beispielsweise unsere Eltern. Wollten nie zu spießig werden. Dachten wir hätten mit meiner MS einiges durchgemacht. Wollten eben unbedingt in die vierte Gruppe gehören. Wollten unser Kind gelassen großziehen. 
Der Informatiker kontert oft bei meinen Punkten des "Was ich manchmal vermisse". Recht hat er wohl damit, denn im Grunde habe ich nach 19 Uhr absolute Ruhe. Ist sie fit und gut drauf schläft Missy manchmal dann sogar bis 8.30 Uhr wenn nicht sogar länger. Außerdem bin ich in der Regel sowieso gegen 7 Uhr wach dank meines Arbeitsrhythmus'. Lesen kann ich in meiner Mittagspause und Abends. Das spontane Weggehen hat uns früher einiges an Geld für zu viel schlechte Kinofilme gekostet. Jetzt kommt einmal pro Woche die Nanny und wir gehen entweder fein essen oder in (hoffentlich) gute Filme. Dass er selbst ähnliche Punkte gerne aufzählt und ich entsprechend kontere macht das Ganze ein wenig unglaubwürdig. Für uns beide. Denn natürlich haben wir alles irgendwie vorher wissen können und natürlich würden wir unsere Missy im Leben nicht mehr hergeben. Und natürlich ist das alles Kleinkram und man könnte es deutlich leichter haben, wäre man/Paar nicht zu festgefahren. Aber selbst das ist leicht daher getippt. Die, die wir mal waren, können und werden wir nicht mehr sein. Wir lachen nun über andere Dinge, streiten über andere Nichtigkeiten, schweigen über neues Ungesagtes, und werden Schritt für Schritt, jeder auf seine Art erwachsener. Die Kunst liegt jetzt darin, die Schritte nebeneinander zu machen. Nicht im Gleichschritt und selben Tempo, denn anzunehmen dass so etwas funktioniert ist utopisch. Ein genaues Ziel kann man sich wohl auch nicht stecken, denn dafür ist ein Kleinkind eben zu viel Kleinkind. Da kann ein Samstag hervorragend ablaufen und schon den Sonntag möchte man am liebsten noch noch verschlafen... ab 9.30h.... Und schon entfernen sich die Schritte voneinander. Nach der Kunst kommt die Kür und diese liegt wohl eindeutig darin, dass man es schafft trotz Abweichung die gemeinsamen Schritte im Auge zu behalten. 
Und immer daran zu denken dass man sich ja auch arg lieb hat.

Samstag, 19. April 2014

Beziehungsweise Teil 2

Irgendwann lernst du dann auch mehr an einem Strang zu ziehen. Der eine zieht dann manchmal noch etwas vehementer und teilweise engstirniger ausgeprägt daran aber irgendwie gehts dann doch. Trotzdem ist nicht immer eitel Sonnenschein und man empfindet den andere als zu streng, zu wenig streng, zu impulsiv, zu lahm, zu fordernd, zu ängstlich, zu Heilokopter-haft, zu vergleichend, zu laut, zu leise. Denn obwohl man ein gemeinsames Kind hat, wird man dadurch eben nicht zu einem gemeinsamen Menschen. Jeder behält nun einmal seine Eigenarten von "früher", baut sie auf oder ab, variiert sie. Wahrscheinlich ist das ganz normal und im gewissen Ausmaß auch gut die Entwicklung des Zöglings. Missy weiß mittlerweile recht gut wie sie uns im Einzelnen zu nehmen hat. Mich wickelt sie eher um den Finger, der Informatiker wird dafür seltener mit einem jammernden "Paaapaaa" angesprochen. Ich ertrage dafür das Jammern besser als er. Ist wohl die Macht der Gewohnheit. Der Informatiker ist getreu seines Berufsstandes und wie ich überzeugt bin auch aufgrund seines Geschlechts überfordert mit den Eigenheiten eines Kleinkindes, das zudem ein Mädchen ist. Puppen sind für ihn ein rotes (rosa) Tuch. Dass es nun einmal so ist und Mädchen eben Mädchen sind und keine Jungs scheint für Männer schwerer zu verstehen.
"Die Zeit der Väter kommt wenn sie mit dem Nachwuchs aktiver etwas unternehmen können", meinte vor längerer Zeit eine gestandene Mutter zu mir. Bravo. Wann ist das? Und was bitte soll das jetzt heißen? Das sei halt nun mal so weil ja eben in den meisten Kind-Fragen die Frauen die führende Entscheidungsgewalt haben. Joah, dem kann ich zustimmen. Zumindest kenne ich kaum eine Frau die von ihrem Mann sagt, dass er mit einem Kinderwunsch auf sie zu kam. Ist wohl ähnlich wie mit dem Heiraten. Die Steigerung wäre dann der Wunsch nach der Schwiegermutter im selben Haus.
Wie dem auch so und das mag ja auch oft so sein... Trotzdem bin ich der Meinung dass Frau trotzdem nicht die alleinige Verantwortung tragen sollte. Klar, der Mann geht arbeiten. Macht Frau aber oft auch. Klar, der Mann verdient in den meisten Fällen mehr Geld. Frau macht neben Arbeit und Kind aber auch noch den Haushalt. Klar, Mann nimmt eher seltener als Frau einen Kind-Krankheitstag, den kann ja auch Frau nehmen, denn sie verdient ja weniger.
Ich gebe zu, dass der Informatiker und ich da eben genau dieses traditionelle Rollenbild leben. In den meisten Fällen ist es ok, denn ich gebe auch offen zu, dass ich die Verantwortung für Missy nur schwer abgeben kann. Macht es sicher dann auch leicht für den Liebsten. Trotz allem weiß ich doch ziemlich sicher, dass ich mich aber auf ihn im Fall der Fälle immer auf ihn verlassen kann. Schließlich hat er sich recht gut ihn seine Papa-Rolle eingelebt/eingearbeitet wie alle anderen das auch tun. Von heute auf gleich gehts nicht. Geht es meiner Meinung sowieso nicht.


Fortsetzung folgt

Mittwoch, 16. April 2014

Beziehungsweise Teil 1

Meine Großeltern hatten in diesen Tagen Hochzeitstag - Diamantene Hochzeit. 60 Jahre miteinander. So eine lange Zeit. Mein Opa überraschte meine Oma am Morgen nach dem Frühstück mit einem großen Blumenstrauß und einem mit Rosenblätter geschmückten Zimmer. Sie meinte zu mir am Telefon, dass ja scheinbar die 60 Jahre Ehe nicht umsonst gewesen seien und sich alles irgendwann mal auszahlen würde. Hm... war das einfach nur realistisch oder kam da der Grundzynismus unserer Familie durch? Wer weiß und vielleicht will man es auch gar nicht wissen.

Der Informatiker und ich sind in diesem Jahr 14 Jahre zusammen. Vier davon verheiratet, zwei davon Eltern. Wenn man unser Alter bedenkt ist das auch eine ganz ordentliche Anzahl an Miteinander-Jahren. In diesen Jahren haben wir einiges zusammen erlebt. Angefangen beim Aufeinandertreffen von Einzelkind (er) und Geschwisterkind (ich). Ist in der Tat nicht zu unterschätzen. Relativ schnell hatten wir aufgrund der Bundeswehr und der verschiedenen Unis eine Wochenendbeziehung. Zwischendurch bekam ich die Diagnose MS und damit hatten wir die erste harte Beziehungsbewährungsprobe. Keine schöne Zeit, denn ich war notgedrungen mit mir selbst und meinen Leben beschäftigt. Ich musste mich mit Gedanken befassen die man nur selbst verstehen kann. Ich musste Entscheidungen treffen die ich nicht treffen wollte und irgendwie auch gar nicht konnte. Der Informatiker konnte mich meist nur schwerlich verstehen, wie auch. Es betraf ihn zwar auch immer irgendwie aber schlussendlich war es ich alleine deren Beine phasenweise den Dienst verweigerten. Er versuchte so gut wie möglich für mich da zu sein und wenn ich es zuließ klappte es auch.
Nach bereits fünf Jahren Beziehung entschlossen wir uns eine 48qm Wohnung gemeinsam zu beziehen. Dort beendete ich mein Studium und begann das Referendariat. Wir zogen mehrere Male aus den unterschiedlichsten Gründen um und beschlossen irgendwann zu heiraten. Zwei Jahre danach hatten wir unsere Missy und mir ihr veränderten wir uns radikal. Hatte ich vorher gedacht wir würden immer das Paar bleiben was wir waren, hatte ich falsch gedacht. Wenn du 12 Jahre zusammen lebst und deine festen Strukturen als Paar hast bist du nie im Leben auf diese Paar-Veränderung vorbereitet.
Als DINK'is (Double Income No Kids) lebst du wie du es willst, stehst auf wann du es willst, fährst in den Urlaub den du willst, gehst ins Kino/essen/aus wann du willst. Wenn aus einem Paar Eltern werden sind sie sich natürlich in groben Zügen über gewisse Einschränkungen bewusst. Und es ist ja auch ok so, denn irgendwann wird jeder älter und wächst aus gewissen Gewohnheiten heraus. Trotzdem kann mir keiner erzählen (trotz der Liebe zum eigenen Kind und den wundervollen Seiten die das Eltern-sein mit sich bringen), dass er/sie den Partner von "davor/früher" nicht hin und wieder vermisst. Und sei es nur in Form der Unbeschwertheit.
Dass sich in den ersten beiden Lebensjahren eines Kindes viele Eltern trennen kann ich mittlerweile glauben. Es ist unglaublich über welchen Mist man sich streiten kann wenn man nicht mehr nur zu zweit ist. Mit einem Kind können die unterschiedlichsten Meinungen aufeinanderprallen die nun einmal - zum Wohl des Kindes - miteinander vereinbart werden MÜSSEN. Du kannst als Eltern nicht an zwei unterschiedlichen Strängen ziehen. Das geht nicht.


Fortsetzung folgt...

Freitag, 4. April 2014

Woche(zu)nEnde

Eine Arbeitswoche ist beendet. Eine Woche in der viel los war. Zu meinen absoluten Highlights zählt selbstredend die Musikarbeit. Wäre es nach mir gegangen hätte ich absolut bis überhaupt nichts an der Notengebung geändert... Aber es ging nicht nach mir, denn in meinem neuen Bundesland gibts nettere Noten als in meinem alten. Halbe Noten. Ja. Halbe! Auch viertel Noten sind da drin. Dieses, ebenso wie mein entsprechender Gesichtsausdruck, dazu war mir neu. An allen bisherigen Schulen gab es eine 1, eine 2, eine 3, eine 4, eine 5 und eine 6. Hier und da noch mal ein + oder - dazu. Punkt. Feierabend. "Das ist ja gemein. So streng muss man doch nicht sein," äußerte sich dazu eine Kollegin, denn hier wird das bekannte Notenspektrum erweitert. Hier kann man auch eine 1-2, 2-3, 3-4 und 5-6 bekommen. Sogar im Zeugnis. Auf meine Frage wo ich denn dann eine 2-3 im Notenspiegel zuordnen solle wurde ich verdutzt angeschaut. Nirgendwo, denn den gäbe es halt einfach nicht...
Oh bitte, was soll denn dieser Wischiwaschi-Kram? Und das in einem der Top-Bundesländer im Bildungsvergleich? Deshalb vielleicht?
Was hieß das nun für meine Musikarbeit? Wieder einsammeln, Elternbrief verfassen und rausgeben, Noten neu machen, Arbeit wieder rausgeben. So ein Theater. "Musst halt einfach mehr Augen zudrücken und freundliche Noten geben. Dann sind alle zufrieden. Schüler und Eltern," sagte man mir. Ich sagte dazu nichts. Was bleibt mir auch anderes übrig. Wäre ein Kampf gegen Windmühlen.

Ein anderes Highlight war Missys Magen und Darm Grippe. Gepaart mit der "normalen" Grippe des Informatikers. Kindergartenkeime sind schon so eine Sache. Nach knapp vier Wochen KiGa haben wir hier schon so Einiges vorzuweisen. Immerhin bescherte mir das aber jeden Mittag ein fertiges Essen auf dem Tisch...

Was war sonst noch so? Ich habe den Balkon aufgehübscht. Blümchen gekauft, eingetopft und freue mich jeden Tag darüber. Außerdem bin ich seit gestern Abend fertig mit einer meiner Lieblingsserien. Ein bisschen traurig ist das schon, da sie mich seit Jahren "begleitet" hat. Und jetzt ists zu Ende. Das trübte den heutigen Morgen etwas - neben dem Sahara-Staub.

Schönes Wochenende!

Sonntag, 9. Februar 2014

Erkältungen mit Wind

In den letzten ein bis zwei Wochen ist irgendwie der Wurm drin. Sprich die Erkältungsviren haben uns alle drei schwer in der Mangel. Wir "verarbeiten" es unterschiedlich: Der Informatiker resigniert, da er sich langsam "damit abfindet dass er jetzt alle vier Wochen erkältet sei", Missy rennt unermüdlich durch die Wohnung und bindet jedem auf die Nase, dass ihre eigene eine "Rotznase" ist und ich "freue" mich über die Begleiterscheinungen die Erkältungen MS-mäßig bei mir mit sich bringen können uns es dieses mal auch tun. Heißt ich bin nur noch müde, müde, müde. Längere Spaziergänge sind nicht drin und schon beim Treppenlaufen kribbeln die Beine. Braucht kein Mensch.

Das Kind steckt alles noch am fröhlichsten weg, abgesehen von ihrer Schlafdauer. Sehr zu unserem Leidwesen. Manch einer mag jetzt den Kopf schütteln darüber aber wir finden es irgendwie unfein, denn sie wird momentan regelmäßig zwischen 6 und 7h morgens wach. Unfein ist es aus dem Grund weil sie sonst i.d.R. bis 8 Uhr schläft. Dazu kommt, dass seit 3 Tagen ein nicht zu verachtender Wind durch Karlsruhe weht. Und dazu kommt, dass Isabel diesen Wind nicht besonders mag. Äußert sich darin, dass sie panisch aufwacht wenn sie ihn hört und sie partout kaum noch Mittagsschlaf machen will. Und DAS ist wirklich mal fies. Für sämtliche Beteiligten.

Wir hoffen also sowohl auf besseres Wetter, als auch darauf dass unser Taschentuchverbrauch zügig weniger wird.

Einen schönen, stürmigen Sonntag von der Front ;-)

Dienstag, 31. Dezember 2013

Rückblickslos

Das Jahr geht zu Ende und die Jahresrückblicke rennen mir quasi sämtliche Bildschirme ein. Überall lese und höre ich was das Jahr 2013 brachte, was toll war und was weniger toll. Und du denkst: Wow und ich war auch dabei. Na spitze. Ich hab es ja nicht so mit den Rückblicken. Zumindest was die am Ende des Jahres betrifft. Irgendwie lässt mich so was immer ziemlich zerknautscht aussehen. Man überlegt was man eigentlich alles für einen Mist gemacht hat, was man hätte anders machen sollen/wollen/können und was man gerne rückgängig machen würde. Kurzum: Ich komme vor mir selbst in meinen eigenen Rückblicken meist schlecht weg. Natürlich könnte ich trotz allem diesen Post mit erfreulichen und positiven Ereignissen von mir füllen, aber darum soll es hier und jetzt nicht gehen. Hier soll es jetzt mal um andere gehen, denen ich letztere Ereignisse zu verdanken habe... Im TV gibt es doch immer ganz besonders tolle Rückblick-Sendungen, nämlich die in deren Vordergrund die wichtigsten Personen des Jahres gewürdigt werden. Hier also meine eigene "Best of my year- Menschen Sendung" (ohne Werbung):

  • Meine Missy und meinen Informatiker, weil sie meine kleine Familie sind, ich sie beide liebe und sie mich beide auf ihre eigene Art und Weise zu Höchstleitungen bringen können.
  • Meine Freundinnen, weil ich sie so gern habe und sie mir den Karlsruhe-Einstieg leichter machen.
  • Meinen liebsten Freund aus Berlin, weil er immer ein offenes Ohr hat und so lustig ist.
  • Meine Familie, weil sie die Familie ist.
  • Meine Marburger Freunde, weil sie immer noch an mich denken.
  • Meine Blog Leser, weil sie mich anspornen zu schreiben.
  • Meine Schüler, weil ich mit jedem Schultag mehr weiß dass ich genau das sehr gerne mache.

DANKE euch allen! Ich wünsche einen guten Start in das neue Jahr!

Freitag, 27. Dezember 2013

Durchatmen

Weihnachten ist rum. Rückblickend war es so wie ein Familienweihnachten wohl eben ist. Familie, gepaart mit Geschenken ("Ich dachte wir schenken uns nichts??") und natürlich jeder Menge Essen. Wie jedes Jahr, aber dieses mal doch anders. Zum ersten Mal seit langer Zeit bin ich an den Feiertagen absolut entspannt. Nicht dass es in den vergangenen Jahren hektisch und stressig war, nein, am Ablauf hat sich nur wenig geändert. Ich habe mich auf meinen kleinen Urlaub bei der Familie sehr gefreut. Weil ich einfach mal "raus komme". Aus was? Aus einem kleinen Teil von Allem. Missy verbringt viel Zeit mit den Großeltern und ich sehe zu oder mache einfach absolut nichts. Ich rede und lache viel mit meiner von Liebeskummer geplagten Schwester und erhole mich schlicht vom Dezember und irgendwie auch von der ganzen letzten Zeit. Der Monat war nicht unbedingt mein bester, da sich relativ nahtlos an die Magen und Darm Grippe eine richtige Grippe und danach eine Bronchitis anschloss. Zum ersten Mal seit einem Jahr war ich der Ansteckungsherd für den Rest der Mini-Familie, sehr zum Leidwesen des männlichen Parts, der wie jedes Jahr um diese Zeit seine Computer Tage in Hamburg verbringt. Die Stimmung sank mit jedem Husten und Niesen immer mehr in den Keller, so dass jeder (und zwar wirklich jeder) froh war mal eine Zeit für sich alleine schniefen zu können. Also verbringe ich meine Zeit hier wie in alten Zeiten in alten Kinderzimmern, mit den gleichen Brötchen, dem gleichen Käse, dem gleichen krähenden Hahn, den gleichen streitenden Nachbarn und selbst den gleichen Spielsachen aus Kinderzeiten. Und ich atme durch, weil ich merke dass es dringend notwendig war. Man/ich denke im Allgemeinen zu viel und manchmal zu komplex nach, so dass es mir in manchen Situationen zum Nachteil wird. Wie Frauen das halt nun mal so machen. Sie/ich vergessen sich selbst und stellen Grübeleien über ihre/meine eigene Intuition. Zu oft habe ich mich selbst in Frage gestellt... als Mama, als (Ehe-)Frau, als Freundin, als Lehrerin. Das liegt in der Regel nicht an äußeren/anderen Umständen/Menschen sondern wohl eher in meiner Natur. Aus der kann man nicht so ohne Weiteres raus. Kommen dann neue Umstände in Form einer kleinen blonden Missy, einem Umzug, etc. hinzu, fördert das nun mal eben diese Natur. Der Informatiker sagte vor kurzem er habe sich grundlegend verändert. Das habe ich auch, meinte ich daraufhin und merkte dass genau Dieses mir erst seit kurzer Zeit wirklich bewusst wird. Man glaubt ja immer es ändere sich nichts... Bis ich bei einem Spaziergang mit meiner Schwägerin in spe diesen abgedroschenen Satz "Es wird alles komplett anders mit Kind" sagte. Sie schaute mich ähnlich amüsiert, schockiert, verdutzt und zweifelnd an wie ich es noch vor zwei Jahren getan hätte. Bevor sich alles anfing wie ein Karussell zu drehen und das gesamte vorherige Leben durcheinander wirbelte. Den größten dieser Wirbelwinde will man nicht mehr missen müssen, aber dass es so lange dauern kann bis man die Geschwindigkeit des Karussells in den Griff bekommt ahnte ich nicht im Geringsten. Also atme ich tief durch und drossle wenigstens mein Kopfkarussell. In der Hoffnung auf gutes Gelingen und meinen persönlichen guten Start ins neue Jahr.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Frohe Weihnachten

 
Jetzt haben wir also doch einen Baum. Zwar hatte ich noch vor Kurzem den Kauf ausgeschlossen, aber dann waren wir einkaufen und vor dem Supermarkt gab es zwei bis drei Bäumchen zu kaufen... und der Verkäufer war so nett und der Informatiker war ja immerhin im Supermarkt und konnte mich nicht abhalten indem er mir sämtliche Gegenargumente aufzählen würde und Missy strahlte so und ich fragte sie ja auch ob wir einen kaufen sollen. Da sie ja immer voller Überzeugung "Ja" sagt (auch wenn sie keine Ahnung hat was ich von ihr will) fand das Bäumchen seinen Weg in unser Auto. Alleine seine Höflichkeit und die Gefahr dass er direkt einen Nachahmer haben würde hielt den Informatiker davon ab mir einen Vogel zu zeigen. Er fügte sich seinem Schicksal und findet momentan seinen persönlichen Spaß daran das arme Bäumchen kleiner zu reden als es ist. OK, der Baum ist klein. OK, er ist etwas schief. Aber ich hatte schon immer ein Herz für Minderheiten. Die Befürchtungen, dass er nicht lange steht weil Missy sonst was mit ihm anstellen könnte waren bis jetzt unbegründet. Ich hatte extra Nachforschungen angestellt wie man den Baum vor einem Kleinkind am besten schützen könne. Die Idee mit einem Bauzaun fand ich dann aber doch leicht albern und irgendwie würde er neben des Baums auch die Weihnachtsstimmung weg sperren. Mit dieser lässt es bei mir selbst leider auch etwas zu wünschen übrig. Zwar ist sie deutlich mehr vorhanden als in den letzten Jahren, aber naja. Wir verbringen Heiligabend immer zu zweit bzw. zu dritt und fahren dann gen Heimat. Dort bleiben Missy und ich dann eine Weile und der Informatiker fährt wie jedes Jahr auf seinen Informatiker-Kongress. Eine nette Geschichte für alle Beteiligten. Die Großeltern haben was vom Enkelkind und der Liebste ich nehmen uns jeder für sich eine Auszeit. Ich freue mich. 

Vielleicht kommt dann auch etwas mehr Weihnachtsstimmung. Heute Abend wird sich wohl aber schon welche einstellen, wenn der Postbote kommt. Denn auf Nachfrage wer an Weihnachten die Geschenke bringt, antwortete Missy erst "Papa" und dann "Postbote". Tut mir leid liebes Christkind/lieber Weihnachtsmann..

Ich wünsche all meinen lieben Lesern frohe Weihnachten und eine schöne Zeit!

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Heim

Morgen fahren der Informatiker, Missy und ich über das Wochenende nach Marburg. Das letzte Mal war ich im Sommer dort. Allerdings nur für einen Nachmittag um meine (und Missys) Mädels zu treffen. War mehr oder weniger eine recht chaotische Angelegenheit, was vielleicht auch ein wenig an der extremen Hitze lag.
Das nächste Mal, so schwor ich mir damals, wird anders angegangen. Und zumindest die Temperaturen werden uns dieses Mal nicht ausbremsen. Wir haben sogar eine - so hoffe ich - nette Unterkunft, nämlich ein kleines Häuschen im ehemaligen Wohnörtchen. "Das ist doch mal ein Gag", meinte der Informatiker aber ich sehe das Ganze ein wenig skeptischer. Nicht wegen des Häuschens oder dem Ort, herjeh nein. Ich freue mich auch wie ein kleines Kind auf unseren Kurzurlaub, darauf dass wir liebe Freunde treffen, durch die Stadt schlendern und in Erinnerungen schwelgen werden. Leider ahne ich jetzt schon dass mir genau DAS zum Verhängnis werden kann. Mir wird teilweise bewusst, teilweise unbewusst vor Augen geführt werden welches Leben ich früher hatte. Welche Freunde und Angewohnheiten ich zurückgelassen habe. Marburg war nicht nur ein Lebensabschnitt, es war irgendwie mein Leben. Ich habe dort bzw. in der Nachbarstadt studiert, mein Referendariat gemacht, meine erste Wohnung gehabt, gearbeitet, gelitten, gelacht, geweint, große und manchmal auch tragische Freundschaften gehabt, geheiratet, mein Kind bekommen. Gelebt eben. Natürlich betone ich auch immer wieder, dass ein Aufbruch und Neuanfang sein musste, dass es mir gut getan hat. Wahrscheinlich würde ich auch nicht mehr zurück gehen wollen, selbst wenn die Möglichkeit bestände. Trotzdem wird es seltsam werden morgen dieses alte Leben zu besuchen. Im günstigen Fall werde ich das Wochenende schlussendlich als nicht anderes sehen: Einen Besuch. Ein Sightseeing Trip um den unbedingt notwendigen Abstand komplett zu bekommen. Um zu 100% festzustellen dass ich mich von Grund auf verändert habe.

Die Erkenntnis dass man sich verändert hat traf uns gestern Abend übrigens wie ein Schlag, denn wir schauten "Kevin allein in NY" und waren zum ersten Mal fast entsetzt über die die "Hau-drauf-Szenen" und dass der Film ein Kinderfilm ist. Himmel sind wir Spießer geworden. Eltern eben...

Montag, 2. Dezember 2013

Hobbykram

"Haha, jetzt bist du wirklich wie so eine Klischee Mama!" sagte man mir vor einiger Zeit. An meine Reaktion erinnere ich mich nicht mehr, nur noch an das zustimmende Lachen des Informatikers der das Gespräch mitbekam. An den Grund kann ich mich dagegen nocht sehr gut erinnern. Ich hatte kurz vorher mit dem Nähen angefangen. Bekam sogar eine Nähmaschine geschenkt inklusive diverser Nähbücher und anderer Utensilien. Ich muss dazu sagen, dass das Nähen in meiner Familie sehr beliebt ist. Als Kind hatten sogar meine sämtlichen Puppen selbstgenähte Röcke etc. Umso glücklicher waren dann sowohl meine Oma als auch meine Mutter als sie mitbekamen dass ich mich ebenfalls daran versuchte. Der Informatiker warnte ziemlich zügig vor zu viel - in seinen Augen unnützem - Materialkauf, da ich "es sowieso schnell wieder aufgeben würde. Warum er das sagte? Ein kurzer Rückblick auf meinen bisherigen Hobbies in Bildern...

 Um 2005 herum begann ich das Malen. Es machte mir unheimlich viel Spaß und ich produzierte einige Bilder. Kaum ein Familiengeburtstag verging ohne dass ich ein Bild verschenkte. Ich steckte  viel Engergie und auch Geld in dieses Hobby. In dieser Zeit stand ich kurz vor dem Referendariat bzw. war mitten drin. Leider waren genau diese Jahre geprägt von einem Aufblühen der MS. Es ging mir nie schlechter als in diesen zwei bis drei Jahren. Irgendwann gen Ende der Prüfungen schlief das Hobby leise ein. Als das Referendariat beendet war versuchte ich mich wieder daran, ließ es dann aber defevinitiv und bestimmt sterben. Zu viele schlechte Erinnerungen waren damit verbunden.
 Eine Weile war ich relativ lange "hobby-los".


Abgesehen von regelmäßigen Fitnessstudio Besuchen. Hier konnte ich absolut abschalten und ließ alles was auch nur den Hauch von Stress bedeutete außen vor. Mit der Schwangerschaft und der langen Krankphase musste ich das irgendwann drosseln und mit dem Umzug schließlich aufgeben. In Karlsruhe bin ich zwar mittlerweile wieder Mitglied in einem Fitnessstudio, aber... naja... Ich kämpfe mit dem inneren Schweinehund.

Wie ich zum Ketten-basteln kam weiß ich gar nicht mehr. Ich glaube fast ich tippte "Hobby" bei einem Internetversandhandel ein und mir wurden diverse Ketten-Bastelbücher vorgeschlagen. Ich mochte die schönen Perlen. Also ging ich das Ganze an. Machte sehr viel Spaß und ich hatte irgendwann zu sämtlichen Pullis eine passende Kette. Auch hier war die Familien-Versorgung gut angelaufen. Meine Mutter trägt tatsächlich bei allen Besuchen eine Kette von mir. Ich vermute jedoch, dass sie es nur tut weil Mütter so etwas machen. Ich habe schließlich auch ein Bild von Missy am Kühlschrank hängen... Mit dem Umzug verlor ich dieses Hobby aus den Augen. Hin und wieder packt es mich dann aber doch und ich verarbeite meine Unmengen an Perlchen die so schöne Farben haben.
Und dann kam das Nähen. Warum? Weil ich so viele Mütter kennenlernte und von solchen hörte, die für ihren Nachwuchs einfach alles nähten. Mützen, T-Shirts, Kleidchen und Stofftiere. "Kann nicht so schwer sein," dachte ich mir und begann zuerst klein. Nämlich mit der Hand. Plüschtierchen. In den Büchern die ich kaufte sahen sie einfach zu süß aus. In den Büchern... Irgendwann bekamen meine Großeltern das Ganze mit und prompt schenkte mir mein Opa eine nagelneue Nähmaschine. Ich kaufte einiges an Stoffen weil sie allesamt zu schön aussahen. Mittlerweile bin ich leider der Überzeugung, dass sie das aber am längsten tun wenn ich sie so lasse wie ich sie gekauft habe. Die Stofftierchen werden von Missy meist direkt irgendwo hin geworfen und vom Informatiker nie als das erkannt was es sein soll.
Zur Zeit mache ich mal hier und mal da was. Mal nähe ich, mal mache ich eine Kette. Aber so richtig bei einer einzigen Sache bin ich nicht. Mal schauen was als nächstes kommt...





Donnerstag, 28. November 2013

Weihnachtliche Vorbereitungen



Es ist ja jetzt bald Weihnachten. Weihnachten mit Kind ist das Größte sagt man ja allgemein.
Die strahlenden Augen...
  • beim Plätzchen backen,

  • beim Wunschzettel malen/schreiben/kleben,

  • beim Baum schmücken, beim Geschenke auspacken

  • und beim Adventskalendertürchen öffnen.

 Die pure Freude. Hm... bei uns sieht das Ganze folgendermaßen aus:

Ich habe tatsächlich schon Plätzchen gebacken und weil ich eine verantwortungsvolle Mama sein wollte, der die gesunde Ernährung ihres Kindes über alles geht habe ich ein bisschen auf Öko gemacht... Mehl selbst gemahlen, Zucker (drastisch) reduziert. Ich will gar nicht viel über das Ergebnis/Produkt sagen außer: Mist. Missy isst sie, aber sie isst auch alles.

Wunschzettel schreiben/malen/kleben kann sie noch nicht, würde ihr auch nicht viel helfen, da wir schon was gekauft haben. Wir dachten solange sie uns da nicht „reinreden“ kann kaufen wir das was wir schön finden.

Baum schmücken... Baum? Welcher Baum? Auf absehbarere (Weihnachts)Zeit(en) werden wir wohl keinen haben, da wir an den Feiertagen gen Heimat fahren und erst um Silvester zurück kommen.


Ok, der nächste Punkt mit den Geschenken kann dann stattfinden. Es sei denn Missy weint wie letztes Weihnachten vor lauter Frust weil sie den Entchenball den wir ihr schenkten nicht greifen konnte.


Und jetzt zum letzten, dem Adventskalender. Um es vorweg zu nehmen: Ich habe was Basteleien betrifft wenig bis gar keine Geduld und ähnle da wohl meiner Tochter mit ihrem Entchenball. Trotzdem habe ich mir in der Tat überlegt ihr einen gaaaanz tollen Kalender selbst zu machen. Natürlich ohne Süßigkeiten (Öko...) und mit pädagogisch wertvollen Inhalten. Scheiterte dann schlussendlich daran, nachdem ich einige Sekunden darüber nachdachte und meine Geschicklichkeit, gepaart mit der Ungeduld und der niedrigen Frust-Toleranzgrenze in die Überlegungen miteinbezog. In Missys Zimmer ist jetzt ein toller Pixibuch Kalender.



Ich denke dass es auf jeden Fall ein schönes Weihnachten wird, trotz miserabler Plätzchen. Man wird sie sicher loswerden essen. Am Wochenende sind wir zu Besuch bei Freunden... ;-)

Dienstag, 26. November 2013

Grippe

Jetzt hat sie uns erwischt, die Magen und Darm Grippe. Alle drei. Deshalb ist hier auch gerade nicht wirklich viel los. Wir schlurfen so durch die Wohnung von der Couch zum Bett und umgekehrt. Missy ist erstaunlicherweise am besten drauf und flitzt fröhlich durch sämtliche Zimmer. Wir versuchen uns ein Beispiel an ihr zu nehmen und ich werde in Kürze berichten ob es uns gelungen ist.
Bis dahin schicke ich heute einfach nur mal ein paar Grüße raus...