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Dienstag, 23. September 2014

Sommerloch


Zugegeben, hier war ja weniger als nichts los in der letzten Zeit. Müßig irgendwelche Ausreden zu finden. Mir war schlicht nicht danach. Passiert. Oder: Dann ist das halt so. Womit ich dann auch direkt mal den Einstieg habe. Diese Aussagen wie "Passiert" oder "Dann ist das halt so" werden ja momentan inflationär benutzt. Ich kenne kaum jemanden der während eines (längeren) Gesprächs eben jene nicht fallen lässt. Scheint wie eine Art Virus zu sein. Gibts denn irgendein Buch in dem die neuen hippen Gesprächsfloskeln stehen? Selbst vor meinen Eltern machen sie nicht halt. Ich warte nur auf den Tag, an dem Missy mir mit einem "Passiert" um die Ecke kommt.

So viel zum Einstieg. Was passiert sonst noch so? Schule hat wieder angefangen und ich war bereits am ersten Tag noch vor der ersten Stunde heiser. Die Heiserkeit nach sechs Wochen Pause ist keine Seltenheit, dass ich allerdings schon vor dem ersten "Guten Morgen" kaum einen Ton rausbekomme ist neu. Schuld ist der allseits bekannte und heimtückische Kindergarten-Husten. Nachdem nämlich auch die KiTa Ferien vorüber waren und Missy die ersten Stunden verbrachte, stellten wir fest dass auch die Viren die Ferien beendet hatten. Bis vor kurzem schwang ich noch große Reden dass diese mir nichts anhaben können. Immerhin hatten wir uns ja schließlich nach den meinen Berufsjahren miteinander arrangiert... die Kinderkeime und ich. Eigentlich. So huste ich also seit geraumer Zeit fröhlich vor mich hin.
Und sonst? MS? Nichts. Am Donnerstag habe ich meinen regulären Neurologen Kontroll-Termin. Und da ich brav war und mich rechtzeitig um die regelmäßige Blutuntersuchung gekümmert habe wird es nichts zu meckern geben. Fein.
Zu Hause? Wir waren im Urlaub auf Norderney. Schöne Sache. Ich würde sogar fast so weit gehen und sagen dass es "richtiger Urlaub" war. Abgesehen von der Autofahrt hin und zurück, da unser Brülläffchen Fahrten ab zehn Kilometer immer noch zum heulen findet. Bravo. Aber es sind ja alles nur Phasen also vergibt man. Was soll man auch sonst machen.


Missy? Redet wie ein Wasserfall und bockt. "Warum soll es dir denn besser gehen als allen anderen?", meinte kürzlich eine Kollegin als ich ihr von einem neuerlichen Wut Total-Ausfall meines Monsters erzählte und hielt mir Schokolade entgegen damit sich meine Gesichtsfarbe änderte. Soviel dazu. Mehr braucht man/Mama da auch gar nicht mehr sagen.
Informatiker? Hat uns mal nebenbei ein neues Auto gekauft. Und ich fahre es :-)

Das war es erst mal und hiermit melde ich mich offizielle aus dem/meinen Sommerloch zurück. Immerhin ist ja jetzt auch Herbst.

Donnerstag, 14. November 2013

Mädchen

Vergangenes Wochenende waren der Informatiker und ich zusammen mit drei anderen weg. Erst Pizza essen in einer Bowling Anlage und anschließend hier. Die drei anderen waren allesamt auch Informatiker. Alle kinderlos. War also eine Premiere für mich seit langem, denn ich weiß ernsthaft nicht wann ich das letzte Mal mit Nicht-Eltern unterwegs war. Abgesehen von meinen Geschwistern und Schülern. Aber zum Abend: Ich saß wohl ziemlich planlos mit am Tisch bzw. kam mir fehl am Platz vor. Was nicht daran lag, dass mir Baby-Themen fehlten. Mir fehlte mehr die ein oder andere Frau. Auch wenn ich in Marburg sehr oft mit Kollegen und Freunden des Informatikers (die dann auch meine wurden) auf Achse war, wurde mir an diesem Abend doch schnell bewusst dass mich meine Missy dahingehend verändert hat, dass ich Freundinnen nicht missen mag. Das ist so ein Mädchen und auch Mama-Ding. Man versteht sich halt besser und anders. Nichts gegen Informatiker, herjeh nein. Aber... naja... hm... Den einen zu Hause habe ich mir ja ausgesucht... aber... naja... gleich vier an einem Abend. Und sämtliche Informatiker die das jetzt lesen werden es insgeheim verstehen. Die Frauen sowieso.

In einer Woche haben meine Mädels und ich dann Premiere. Und zwar zum allerersten Mal eine gemeinsame Abend-Aktivität. Ohne die Minis. Ohne Männer. Nur wir. Auf meine Frage ob wir uns denn ohne erst genannten überhaupt verstehen werden meinte A. „besser“. Ob sie das in Bezug auf die (Schrei)Laustärke meint, kam nicht raus. Auf jeden Fall sei genau diese an dem Mädels-Abend absolut nicht unser Problem... Nächste Woche also ein Hoch auf unsere Männer.

Wie der Abend wird, steht noch in den Sternen, aber ein Reinfall kann es schon gar nicht werden. Schon alleine deshalb weil wir endlich mal nur für uns sind. Nächste Woche also ein Hoch und ein oder zwei Gläser Cosmopolitan auf die Mädchenfreundschaften.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Heimweh


Am letzten Wochenende hatte sich kurzfristig Besuch aus der Heimat angekündigt den wir schon eine lange Zeit nicht mehr gesehen hatten. Daraus wurde dann doch nichts weil sowohl dem Besuch als auch uns etwas in die Quere kam. Schade aber nicht zu ändern.
Wohl auch nie zu ändern sind meine Phasen in denen ich mal mehr und mal weniger ausgeprägt „Heimweh“ bekomme. Das kannte ich in der Art noch nicht, was daran liegen mag, dass der Umzug von der kleinen in die große Stadt der erste „richtige“ war. Ich bin zwar mit Anfang 20 aus dem Elternhaus und dem Heimatdorf ausgezogen aber auch nur fünfzig Kilometer von dort entfernt. Also keine wirkliche Distanz. Die nun über 200 sind da schon mehr. Nötig war es absolut, auch um es einfach endlich mal gemacht zu haben. Mal wirklich einen neuen Lebensabschnitt mit allem drum und dran anzufangen. Um es vorweg zu nehmen: Es gefällt mir in der Stadt mit den vielen Baustellen sehr gut und ich fühle mich absolut wohl. Ich bin unendlich froh über meine „neuen Mädels“ und das Gefühl dass ich mich auf sie verlassen kann (an euch: Ihr seid toll!!). Ich mag meine neue Schule, ich mag die Möglichkeiten die eine große Stadt bietet, ich mag unsere Babysitterin, ich mag die Tagesmama, ich mag SWR3, ich mag den Zoo, ich mag das Naturkundemuseum (in beidem sind wir quasi Stammgäste) und ich mag unsere Wohnung und die Nachbarn. Also alles tippi toppi, wie eine Freundin mal sagte. Trotzdem vermisse ich ab und an Marburg. Ich vermisse meine Freunde von dort, den kleinen Mini Ort in dem wir wohnten, die süße Wohnung (aber nicht den Berg der dort rauf führte!), das Lieblingscafé, die Geschäfte, das Bummeln dort (aber doch selten etwas finden), die Lichter zur Weihnachtszeit, HR3 (manchmal schalte ich während meiner Autofahrten dort hin und dann packt mich das Heimweh richtig), sogar meine alte Schule und vor allem meine damalige Klasse, den Baum an dem ich jeden tag vorbei fuhr und der verloren mitten im Feld stand, die Nachbarn die Freunde wurden und zu denen ich wegen jedem Kleinkram gehen konnte in dem halben Jahr in dem ich alleine war.

„Du wirst schon sehen, irgendwann kommst du wieder!“, wird mir oft prophezeit. Das denke ich nicht. Zu Besuch auf jeden Fall, aber komplett wieder zurückziehen? Nein. Die Marburger Zeit war ein wunderbarer Lebensabschnitt, aber eben auch nur ein Abschnitt. Und der ist beendet. Die jetzige große Stadt wird wohl auch nichts für immer sein, zu viele Möglichkeiten sieht der Informatiker noch und so soll es auch sein. Und da wir eben doch schlussendlich nicht anders als die Meisten sind und sehr aneinander hängen wird es auch für mich irgendwann ein Heimweh nach dieser Stadt geben. Bis dahin hängt mein Herz halt eben noch an meinem kleinen schönen Marburg.

Samstag, 21. September 2013

Vom ersten richtigen Wochenende

Zwei Jahre können seeeehr lange sein. Rückblickend zumindest auf jeden Fall. Diese Zeit war ich insgesamt (gezwungenermaßen) zu Hause. Mit Vorliebe in der Schwangerschaft auf der Couch mit einer netten Anzahl an Thrillern und als der Wurm dann da war mit Vorliebe flitzend in sämtlichen Zimmern der Wohnung.
Die Wochenenden waren wie jeder andere Tag auch. Passierte ja nichts anderes.
Aber jetzt, juhu, die erste richtige Arbeitswoche ist rum und ich habe das Gefühl mir das Wochenende mal wieder im wahrsten Sinn verdient zu haben.
„Und? Kannst du es noch“ oder „Macht es noch Spaß“, wurde ich oft in den letzten Tagen gefragt. Kann man Unterrichten verlernen habe ich mich selbst daraufhin gefragt. Was ich vorher immer sofort mit einem klaren NEIN beantwortet hätte sehe ich jetzt vorsichtig anders.
„Zwei Jahre sind eine lange Zeit“ sagte mir mein Mann, und ich solle „geduldiger mit den Kindern und mir sein“. Warum? Weil mich die Erstklässler schlicht schockieren und ich scheinbar vergessen habe, dass sie einfach noch nichts können. Absolut nichts. Also fast wie zu Hause. Und dort habe ich gerade in den letzten Monaten einen, wie ich finde, akzeptablen Geduldsfaden gesponnen.  
Aber diese Kleinen mit den riesigen Schulranzen fordern mich und haben mich (ernsthaft) bereits ein paar Mal fassungslos vor ihnen stehen lassen. Ich war bis vor einer Woche noch der Meinung dass sie wissen sollten was ein Bleistift ist und dass man nicht das Frühstücksbrot rausholt wenn ich sage dass jetzt etwas geschrieben wird... „Geduld, Geduld, sie sind noch klein“ ist momentan mein Mantra. Auch wie zu Hause.
Also müsste ich mich ja doch eigentlich wohl fühlen und vor allem so heimisch.

Und das ganze mit Bezahlung.

Donnerstag, 5. April 2012

Jetzt bin ich also eine Mama


Isabel Marie heißt sie, die Kleine. Phasenweise auch mal „Schläfchen-Schäfchen“ oder „Brüll-Äffchen“ genannt.
Sehr süß ist sie, hat viel rosa Kleidung an (man soll schließlich erkennen dass sie eine SIE ist), eine Stupsnase, kann mittlerweile lachen und seit ihrem ersten Tag „laut rufen“ und dabei ihre Gesichtsfarbe lustig ändern. Sie liebt ihren Kinderwagen und Autositz was wir gerne zur Normalisierung der lustigen Gesichtsfarbe nutzen. Sie macht uns in der Nacht Freude (lange Schlafzeiten!!) und bringt uns am Tag manchmal zum Schwitzen. Ein Baby eben. „Ganz normal“, sagen Eltern. Ungewohnt, schön, anstrengend, „Schau wie süß sie aussieht wenn sie aufwacht und sich streckt/ wenn sie lächelt/ wenn sie lacht/ wenn sie gluckst/ wenn sie beleidigt schaut/ wenn sie aufmerksam ist/ wenn sie ihre süßen Söckchen an hat/...“,  sagen wir.
Wie kam ich zur Isabel Marie? Knapp eine Woche zu früh kam ich zu ihr bzw. sie zu uns. Geholt wurde sie. „Oh, warum das denn? Ging es ihr nicht gut?“ Das fragen viele. Nein, ihr ging es gut. Mir ging es nicht gut. Warum? Dafür gehe ich zurück auf „Los“. 9 Monate zurückgespult...
Noch vor dem positiven Schwangerschaftstest (eigentlich waren es sogar zwei, da ich dem ersten nicht traute) hatte ich so was wie eine Ahnung schwanger zu sein. Nicht etwa weil Frauen so etwas eben spüren müssen, nein, sondern weil ich nach 2 Jahren Ruhe vor der MS (dank eines Medikaments) plötzlich die eben genannte nicht mehr hatte (weil ich das Medikament für das geplante Baby abgesetzt hatte). Eine Woche vor dem Test kündigte sich ein Schub an. Dann kam der Test, der Schub blieb. Dann waren die kritischen drei Monate vorbei, der Schub allerdings nicht.
„Das ist unüblich. Sie sollten in der Schwangerschaft eigentlich sehr gut vor Schüben geschützt sein“, sagten Neurologe, Frauenarzt und alle anderen die meinten mitreden zu können/wollen/müssen. Also stellte ich mich als „unüblicher Fall“ heraus und blieb es bis zum Schluss. Es wurde nichts besser, wie es auch viele prognostizierten, sondern spitzte sich so zu, dass am Ende nichts anderes blieb als die kleine Isabel zu holen. Rückblickend die beste Entscheidung. Höre ich von Frauen die sagen sie haben nach einem Kaiserschnitt ein Trauma bekommen, kann ich nur sagen, dass ich so betrachtet maximal vom Verlauf der Schwangerschaft ein Trauma habe. Aber nun ist das rum. Der Schub ließ sich allerdings ein wenig Zeit mit dem Verabschieden. Jetzt, nach 7 Wochen Isabel, zwei Kortison-Behandlungen und dem Medikamenten-Beginn wird es so langsam wieder. Zurück denke ich nicht gerne, was ich hin und wieder bedauere. Liebend gerne hätte ich mich einzig auf die Schwangerschaft konzentriert.
Jetzt gilt es die Konzentration auf etwas anderes zu richten. Und es ist meist auch gar nicht möglich das nicht zu tun. Mit ihren 49 cm und knappen 3 kg zeigte der kleine Wurm schon ab dem 16.2. was sie will und braucht: Mama und Papa, die dann wiederum sämtliche andere Wünsche erfüllen.
Stolz und glücklich sind wir. Überrannt hat es uns trotzdem. Man ist nie auf genau das vorbereitet. Ich habe jegliches Zeitgefühl verloren, suche immer noch ein wenig meine Normalität. Wobei ich dabei bin dieses Wort neu zu definieren... und damit auch mich selbst :-)

Hier gibts bald mehr von Isabel (warum sie manchmal ein Schläfchen-Schäfchen und ein Brüll-Äffchen ist), warum den Baby-Blues kein Mensch braucht und wie wenig es hilft wenn man von allen Seiten gesagt bekommt dass die Drei-Monats-Koliken gaaaaanz bald vorbei gehen...

;-)

Montag, 3. Januar 2011

Nähkästchen
oder
Auf der Suche nach dem einen Prozent

Wieder aktiviert und bereit zum Schreiben?
Ein neues Layout und ein bisschen basteln ist ja schon mal ein Anfang. Also dann... nur was?

„99% sind doch uninteressant“, sagte man(n) mir gestern im Gespräch über Blogs. Wird schon etwas Wahres dran sein, dachte ich mir. Trotzdem entschloss ich mich noch während des Gesprächs einen neuen Versuch zu wagen. 
Wie schafft man es jetzt aber sich von den 99% abzuheben? Was schreiben die 99% und was unterscheiden meine alten Blogeinträge eigentlich davon? Wahrscheinlich nicht viel. Es sind alles mehr oder weniger spontane Gedanken, die mit meinem Leben zu tun haben/hatten.
Also bin ich doch im Endeffekt genauso „uninteressant“ wie die 99%?

Falscher Ansatz! Auch die Mehrheit hat immer irgendwie 1%, das persönliche Nähkästchen aus dem nur ab und an mal geplaudert wird.
Was ist in einem Nähkästchen und was in meinem eigenen?
Geschichten und Gedanken die eher verborgen bleiben. Spricht man trotzdem darüber wird die Stimme gedämpfter, man rückt enger zusammen. Teilweise Geheimnisse und unangenehme Themen die trotzdem (vielleicht auch gerade deshalb) einen gewissen Reiz haben.
Auf der Suche nach diesem 1%-Reiz werde ich also immer mal wieder das Nähkästchen öffnen. 

Abgründe sinds nicht die sich da auftun, denn vergraulen will ich ja auch keinen. Trotzdem gilt ab sofort der Kampf gegen die 99%...