Tja, wie beantwortet man diese Frage?
In der Regel schieße ich ja auf die an mich gewandte Frage "Wie gehts?" direkt ein "Gut" heraus. Zum einen weil selten das Gegenüber irgendetwas Anderes hören will und zum anderen weil ich im Zweifel so auch einer peinlich berührten Stille aus dem Weg gehen kann. Wie dem auch so, es geht hier jetzt nicht um mich.
Also? Sie wird "entschnullert" und "entwindelt". Beides längst überfällig, wobei bei Zweitem deutliche und erfreuliche Fortschritte auszumachen sind, sprich ein Ende ist in greifbarer Nähe. Ganz im Gegensatz zu Vorhaben/Plan Nr. 1. Missy hatte von Tag 1 an einen Schnuller und auch wenn manch einer ihn verteufelt, so hat er doch dafür gesorgt dass alle Beteiligten keinen oder nur minimal einen an der Klatsche bekommen haben während der 3 Monats Koliken und der damit verbundenen - freundlich ausgedrückt - Lautstärke. Zwar braucht sie ihn mittlerweile schon lange nur noch zum Schlafen aber irgendwann sollte dann aber doch mal der Zeitpunkt gekommen sein an dem er weg kommt, der Schnuller. Dachten wir uns schon eine Weile und ich konkreter vor ca. vier Wochen. Nachdem ich mich erst für eine sanfterer Abschiedsmethode entschlossen hatte und den ganzen Sermon mit Schnullerfee, Schnullerwolke und Geschenkchen angegangen war, wurde mir doch leider sehr schnell bewusst dass meine Missy nicht nur ein lautes Kind sondern auch ein Dickkopf ist. Soll heißen, ich könnte wahrscheinlich ewig und bis zu ihrem Abi warten bis sie freiwillig und ohne Geschrei den Schnuller hergibt. Jedes Zureden und Bestechen half nichts, also machte ich kurzen Prozess. Ab ins Bett und Schnuller weg. Die größtmögliche Entfernung zum "Brüll-Zentrum" gesucht, Musik an, Laptop an, auf die Uhr geschaut. Nach zwanzig Minuten war Ruhe. Uff. Tage zwei waren es acht Minuten, Tag drei nur noch fünf. Ab da ging es relativ problemlos. Dann kam Weihnachten... Weihnachten bedeutete Heimaturlaub, hieß andere Umgebung, hieß anderes Bett, hieß Großeltern. Heißt: Misserfolg. Zwar schlief sie weiterhin ohne Schnuller, allerdings mit einem Gebrüll das kaum auszuhalten war, hauptsächlich mittags. Entlastung für mich durch die Großeltern ging gegen Null weil es eben kaum jemanden zuzumuten war ein schreiendes und tobendes Kind ins Bett zu legen.
Jetzt sind wir wieder zu Hause und fangen bei Null an. Die Stimmung ist schlechter als schlecht und wenn ich geglaubt hatte, dass Missy mittlerweile den Trotz-Höhepunkt erreicht hat... haha. Zwar bin ich mir vollkommen im Klaren dass alles miteinander zusammen hängt: Der Urlaub, die Großeltern-Verwöhnung, der Schnuller, die KiGa Ferien und der Beginn der windelfreien Zeit. Trotzdem sägt es enorm an den Nerven und der Geduld. Es gibt eigentlich kaum noch einen Tag seitdem wir wieder hier sind an dem mir Abends nicht der Kopf dröhnt. Von der dauernden Lautstärke, den Trotzanfällen, den Diskussionen, den Verboten und meinem fehlenden Rückzugsort (wie und wo auch immer dieser zu finden ist). Wem jetzt auf der Zunge liegt: "Willkommen im Kleinkind-Alltag" dem komme hiermit eine Einladung zu Kaffee und Kuchen zu, möglichst an einem Sonntag, denn die sind unsere ganz persönlichen Highlight Tage.
Ja, alles geht vorbei. Irgendwann. Aber man muss auch mal sagen, dass dieses Irgendwann gerade ziemlich auf sich warten lässt.
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Dienstag, 6. Januar 2015
Montag, 12. Mai 2014
Was macht eigentlich...
... das Heimweh?
Nichts. Nach meinem letzten Besuch in der Heimat kam ich ja mehr oder mehr entnervt zurück. War alles zu viel des Guten und irgendwann muss man auch mal auf die Notbremse treten. Bei mir in Form einer sehr überstürzten Abreise weil mir sonst der Rauch aus den Ohren gestiegen wäre. Warum? Kurz gesagt, weil man wohl eben ein Leben lang eine Tochter bleibt. Egal wie alt du bist und egal was du erreicht hast.
Vor einigen Tagen sprach ich mit einer Freundin über das "Zurückkehren" nach Marburg bzw. in die Heimat. Ich für meinen Teil bin mir momentan ziemlich sicher dass es kein Zurück mehr geben wird. Oder wie sie so schön meinte: "Es hatte seine Zeit". Selbstredend denke ich immer noch an die Zeit dort zurück. An die Marburger Zeit mehr und lieber als an mein Heimatdorf. Ich vermisse natürlich weiterhin das Schloss, die Stadt an sich, die Freunde. Hat man aber erst einmal die Vorzüge und Vorteile einer größeren Stadt erlebt, fällt es zunehmend schwerer diese aufzugeben. Obwohl ich sagen muss das Karlsruhe auch irgendwie nur ein Dorf ist und schlussendlich fein überschaubar.
"Aber die fehlenden Großeltern...!" meinen Manche. Stimmt schon und manchmal beneide ich Freundinnen, die die Kleinen einfach mal für ein paar Stunden nach beispielsweise nebenan bringen können. Dafür legen bei uns nur der Informatiker und ich die Regeln und Rituale fest. Hat auch seine Vorteile. Und die überwiegen in unserem Lebenskonzept.
Und Marburg... tja. Waren auch nicht nur tolle Zeiten. Hier sind diverse sehr schöne Freundschaften aus den unterschiedlichsten Gründen in die Brüche gegangen. Bei allen bedauere ich es, weiß aber nicht ob sie mit einer Entfernung von über 200 km noch Bestand hätten. So wie es halt passiert. man verliert sich aus den Augen und irgendwann aus dem Sinn. Unterschiedliche Interesse und Lebenswege kommen dann noch hinzu. Ich habe momentan beispielsweise fast ausschließlich Mamas um mich herum. Ich möchte sie auch nicht missen, trotzdem weiß ich nicht wann ich das letzte Mal ein längeres Gespräch mit jemandem hatte, der kein Kind hat. Den Lieblings-Berliner mal außen vor gelassen. Aber selbst er beteiligt sich rege an Gesprächen über Missy. Und Missy ist meiner Meinung auch ein wenig in ihn verliebt.
Ich solle mich halt nicht beschweren und es läge an mir selbst andere Menschen kennenzulernen, meint der Informatiker immer. Ja ja, antworte ich dann immer. Ich bin ja zufrieden mit meinen Menschen und mag sie auch nicht mehr missen.
Trotzdem habe ich heute mal einen Versuch gewagt eben Jene kennenzulernen. In der Musikschule... mit Missy...
Übrigens war während des ganzen Winters der einzelne Kranich auf dem Feld neben meines Fahrtweges. Ich bin so größenwahnsinnig zu vermuten dass er das extra für mich getan hat...
Nichts. Nach meinem letzten Besuch in der Heimat kam ich ja mehr oder mehr entnervt zurück. War alles zu viel des Guten und irgendwann muss man auch mal auf die Notbremse treten. Bei mir in Form einer sehr überstürzten Abreise weil mir sonst der Rauch aus den Ohren gestiegen wäre. Warum? Kurz gesagt, weil man wohl eben ein Leben lang eine Tochter bleibt. Egal wie alt du bist und egal was du erreicht hast.
Vor einigen Tagen sprach ich mit einer Freundin über das "Zurückkehren" nach Marburg bzw. in die Heimat. Ich für meinen Teil bin mir momentan ziemlich sicher dass es kein Zurück mehr geben wird. Oder wie sie so schön meinte: "Es hatte seine Zeit". Selbstredend denke ich immer noch an die Zeit dort zurück. An die Marburger Zeit mehr und lieber als an mein Heimatdorf. Ich vermisse natürlich weiterhin das Schloss, die Stadt an sich, die Freunde. Hat man aber erst einmal die Vorzüge und Vorteile einer größeren Stadt erlebt, fällt es zunehmend schwerer diese aufzugeben. Obwohl ich sagen muss das Karlsruhe auch irgendwie nur ein Dorf ist und schlussendlich fein überschaubar.
"Aber die fehlenden Großeltern...!" meinen Manche. Stimmt schon und manchmal beneide ich Freundinnen, die die Kleinen einfach mal für ein paar Stunden nach beispielsweise nebenan bringen können. Dafür legen bei uns nur der Informatiker und ich die Regeln und Rituale fest. Hat auch seine Vorteile. Und die überwiegen in unserem Lebenskonzept.
Und Marburg... tja. Waren auch nicht nur tolle Zeiten. Hier sind diverse sehr schöne Freundschaften aus den unterschiedlichsten Gründen in die Brüche gegangen. Bei allen bedauere ich es, weiß aber nicht ob sie mit einer Entfernung von über 200 km noch Bestand hätten. So wie es halt passiert. man verliert sich aus den Augen und irgendwann aus dem Sinn. Unterschiedliche Interesse und Lebenswege kommen dann noch hinzu. Ich habe momentan beispielsweise fast ausschließlich Mamas um mich herum. Ich möchte sie auch nicht missen, trotzdem weiß ich nicht wann ich das letzte Mal ein längeres Gespräch mit jemandem hatte, der kein Kind hat. Den Lieblings-Berliner mal außen vor gelassen. Aber selbst er beteiligt sich rege an Gesprächen über Missy. Und Missy ist meiner Meinung auch ein wenig in ihn verliebt.
Ich solle mich halt nicht beschweren und es läge an mir selbst andere Menschen kennenzulernen, meint der Informatiker immer. Ja ja, antworte ich dann immer. Ich bin ja zufrieden mit meinen Menschen und mag sie auch nicht mehr missen.
Trotzdem habe ich heute mal einen Versuch gewagt eben Jene kennenzulernen. In der Musikschule... mit Missy...
Übrigens war während des ganzen Winters der einzelne Kranich auf dem Feld neben meines Fahrtweges. Ich bin so größenwahnsinnig zu vermuten dass er das extra für mich getan hat...
Sonntag, 29. Dezember 2013
Was macht eigentlich...
... die MS?
Demnächst wird es ein Jahr seitdem ich die tolle Tablette nehme. Mein Fazit: Super. Keinerlei Nebenwirkungen, wunderbare Blutwerte, kein geschwächtes Immunsystem (was mir prophezeit wurde), und vor allem keinen (nennenswerten) Schub. In den ersten vier bis fünf Monaten kribbelte es mal hier und da vermehrter, allerdings regulieret sich das mit der Zeit. Ich würde also fast soweit gehen zu sagen, dass es mir gerade sehr gut geht. Gut, ich kann nicht unbedingt mehr soooo lange Spaziergänge machen ohne dass ich die MS merke. Würde ich aber endlich mal meinen Karteileichen-Status im Fitnessstudio ändern ... ähm...
Im neuen Jahr habe ich außerdem ein weiteres Jubiläum: Zwei Jahre schubfrei. Das hatte ich bislang einmal unter dem Vorgänger Medikament.
Also noch mal ganz genau auf den Anfang dieses Eintrags bezogen:
Was macht eigentlich die MS? NICHTS.
Und da ich ihr auch keinen großen Platz mehr in meinem Leben gebe, sollte ich diese schöne und erfreuliche Tradition nicht brechen. Es werden unweigerlich andere Zeiten kommen. Wie die aussehen ist mir gerade mal total egal. Deshalb wünsche ich für heute einen schönen sonnigen Sonntag :-)
Demnächst wird es ein Jahr seitdem ich die tolle Tablette nehme. Mein Fazit: Super. Keinerlei Nebenwirkungen, wunderbare Blutwerte, kein geschwächtes Immunsystem (was mir prophezeit wurde), und vor allem keinen (nennenswerten) Schub. In den ersten vier bis fünf Monaten kribbelte es mal hier und da vermehrter, allerdings regulieret sich das mit der Zeit. Ich würde also fast soweit gehen zu sagen, dass es mir gerade sehr gut geht. Gut, ich kann nicht unbedingt mehr soooo lange Spaziergänge machen ohne dass ich die MS merke. Würde ich aber endlich mal meinen Karteileichen-Status im Fitnessstudio ändern ... ähm...
Im neuen Jahr habe ich außerdem ein weiteres Jubiläum: Zwei Jahre schubfrei. Das hatte ich bislang einmal unter dem Vorgänger Medikament.
Also noch mal ganz genau auf den Anfang dieses Eintrags bezogen:
Was macht eigentlich die MS? NICHTS.
Und da ich ihr auch keinen großen Platz mehr in meinem Leben gebe, sollte ich diese schöne und erfreuliche Tradition nicht brechen. Es werden unweigerlich andere Zeiten kommen. Wie die aussehen ist mir gerade mal total egal. Deshalb wünsche ich für heute einen schönen sonnigen Sonntag :-)
Mittwoch, 18. Dezember 2013
Was macht eigentlich...
... die Schule?
Jetzt ist bald Weihnachten und die Ferien stehen vor der Tür. In der Schule werden sie von Tag zu Tag wuseliger (ja das geht) und sind mit den Gedanken vollends beim Weihnachtsbaum. "Ihr fahrt doch sowieso nur noch auf Sparflamme in der letzten Schulwoche", meinte kürzlich irgendwer. Die "Irgendwers" haben in der Regel keine eigenen Kinder, sind dem Schulalter lange entwachsen und sind keine Lehrer. Sie reden trotzdem gerne mit und geben zu allem ihren Senf ab. Mich darüber zu ärgern habe ich schon länger aufgegeben, denn genau das ist es ja meist was sie bezwecken. Soviel zu meinem persönlichen Seitenhieb.
Bei uns an der Schule werden die Kids nämlich sogar noch mit Arbeiten und dergleichen geärgert. Da ich ja hauptsächlich in Klasse 1 zu finden bin betreffen mich Diese nicht. Ein nettes und beschauliches Lehrerdasein habe ich gerade. Die Kinder hören recht gut, den Kniff habe ich auch wieder gefunden, zusammenfassend gesagt fühle ich mich recht wohl in meiner Rolle. Als Fachlehrerin von netten und wohl behüteten Dorfkindern. Hier ist die Welt zwischen Weinbergen und Atomkraftwerk noch in Ordnung. Morgen fiebern wir (Klasse 1 und ich) der Weihnachtsfeier entgegen an der wir vor sämtlichen Eltern und Verwandten singen (ohne CD-Player... Hilfe...) werden. Nach 17 Mal "Aufstellen und Stehen bleiben ohne den Nachbarn zu zwicken oder von der Bühne zu werfen"-üben bin ich ansatzweise guter Dinge dass es nicht zum Kinder-Domino wird. Man ist ja optimistisch oder wie ein Knirps heute zu mir sagte: "Schaffe mer scho, Frau S., weischt du doch."
Das macht die Schule also so. Nichts Weltbewegendes, nichts Neues. Klingt nicht nach viel Spaß und Freude am Arbeiten? Doch, auf jeden Fall, aber es hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Ich gehe Sachen und Aufgaben ruhiger und anders organisiert an. Wahrscheinlich ist das die Routine die ich in meinen Anfangsjahren oft zu hektisch gesucht habe.
In diesem Sinn: Man wünsche viel Glück beim Weihnachtssingen...
Jetzt ist bald Weihnachten und die Ferien stehen vor der Tür. In der Schule werden sie von Tag zu Tag wuseliger (ja das geht) und sind mit den Gedanken vollends beim Weihnachtsbaum. "Ihr fahrt doch sowieso nur noch auf Sparflamme in der letzten Schulwoche", meinte kürzlich irgendwer. Die "Irgendwers" haben in der Regel keine eigenen Kinder, sind dem Schulalter lange entwachsen und sind keine Lehrer. Sie reden trotzdem gerne mit und geben zu allem ihren Senf ab. Mich darüber zu ärgern habe ich schon länger aufgegeben, denn genau das ist es ja meist was sie bezwecken. Soviel zu meinem persönlichen Seitenhieb.
Bei uns an der Schule werden die Kids nämlich sogar noch mit Arbeiten und dergleichen geärgert. Da ich ja hauptsächlich in Klasse 1 zu finden bin betreffen mich Diese nicht. Ein nettes und beschauliches Lehrerdasein habe ich gerade. Die Kinder hören recht gut, den Kniff habe ich auch wieder gefunden, zusammenfassend gesagt fühle ich mich recht wohl in meiner Rolle. Als Fachlehrerin von netten und wohl behüteten Dorfkindern. Hier ist die Welt zwischen Weinbergen und Atomkraftwerk noch in Ordnung. Morgen fiebern wir (Klasse 1 und ich) der Weihnachtsfeier entgegen an der wir vor sämtlichen Eltern und Verwandten singen (ohne CD-Player... Hilfe...) werden. Nach 17 Mal "Aufstellen und Stehen bleiben ohne den Nachbarn zu zwicken oder von der Bühne zu werfen"-üben bin ich ansatzweise guter Dinge dass es nicht zum Kinder-Domino wird. Man ist ja optimistisch oder wie ein Knirps heute zu mir sagte: "Schaffe mer scho, Frau S., weischt du doch."
Das macht die Schule also so. Nichts Weltbewegendes, nichts Neues. Klingt nicht nach viel Spaß und Freude am Arbeiten? Doch, auf jeden Fall, aber es hat sich verändert. Ich habe mich verändert. Ich gehe Sachen und Aufgaben ruhiger und anders organisiert an. Wahrscheinlich ist das die Routine die ich in meinen Anfangsjahren oft zu hektisch gesucht habe.
In diesem Sinn: Man wünsche viel Glück beim Weihnachtssingen...
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